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Coronavirus: Tiger im New Yorker Bronx Zoo infiziert

In New York wurden Coronaviren bei einem Tiger nachgewiesen, eine Katze in Belgien ist infiziert. Ist das Virus für Tiere gefährlich?

Coronavirus - kann sich mein Haustier anstecken?

Eine Nachricht aus Hongkong, wonach sich ein Hund bei seiner Besitzerin mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hat, alarmiert Menschen in aller Welt. Doch Experten zweifeln daran, dass die Übertragung tatsächlich so stattgefunden hat. Coronavirus-Infektionen bei Hunden sind allerdings nichts neues.

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Berlin. Coronavirus bei Tieren – ist das eine Gefahr? Nun wurde bekannt, dass ein Tiger aus dem Zoo in New York positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde. Das Tier hat sich vermutlich bei seinem Pfleger angesteckt, teilte die für die Verwaltung der Zoologischen Gärten der Stadt zuständige Wildlife Conservation Society am Sonntag mit.

Die vierjährige Tigerdame Nadia gehört zur Gattung des Malaysia-Tigers. Auch ihre Schwester Azul, zwei Sibirische Tiger und drei afrikanische Löwen im Zoo der Bronx zeigten den Angaben zufolge mögliche Symptome des Coronavirus. Sie litten unter trockenem Husten und schwachem Appetit.

Die Wildlife Conservation Society zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich die Großkatzen und Löwen vollständig erholen werden. Den Tigern gehe es gut, sie seien „munter“ und in regem Kontakt mit ihren Pflegern. Es sei nicht bekannt, in welcher Weise das Coronavirus auf den Organismus von Großkatzen wirke, erläuterte die Organisation. Die Tiere würden deshalb genau beobachtet.

Katze in Belgien mit Coronavirus infiziert

Schon vor einigen Wochen hatte die Nachricht, dass sich ein Hund in Hongkong mit dem Coronavirus infiziert hat, bei Haustierbesitzern für Aufregung gesorgt. Nun soll sich in Belgien auch eine Katze angesteckt haben.

Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Wissenschaftler der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Lüttich hatten das Haustier eines Corona-Kranken untersucht. Die Katze habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt.

Neben der Katze gibt es eben die zwei Fälle in Hongkong. Zwei Hunde sollen infiziert gewesen sein, aber keine Symptome gezeigt haben. Proben aus Maul und aus der Nase des ersten Hundes waren „schwach positiv“ auf das neue Coronavirus getestet worden. Ein Zwergspitz habe einen „niedrigen Infektionsgrad“ aufgewiesen, hatte das Hongkonger Landwirtschaftsministerium erklärt. Er kam in Quarantäne.

Coronavirus: Übertragung auf Tiere in seltenen Fällen

Einzelfälle? Ja, sagen Experten. Das Virus könne in seltenen Fällen von Menschen auf Tiere übertragen werden, sagte der für die Corona-Krise zuständige Behördensprecher in Brüssel. Es gebe aber keinen Grund zu der Annahme, dass dies ein wichtiger Faktor in der Ausbreitung der Epidemie sei. „Bisher gibt es keinen Beweis dafür, dass ein Haustier das Virus auf Menschen oder an andere Haustiere übertragen kann“, unterstrich auch die Behörde für Lebensmittelsicherheit (AFSCA).

Auch Professor Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg betont: „Im Moment geht man davon aus, dass Haustiere keine Rolle bei der Übertragung und Verbreitung des Coronavirus Sars-CoV 2 spielen.“

Coronavirus-Infektionen bei Hunden: erster Fall in Hongkong

Bei dem ersten bekannten Fall aus Honkong waren die Viren nur im Schnauzenbereich des Hundes festgestellt worden – nicht aber im Blut. Möglicherweise hat der Hund also nur seine Besitzerin abgeschleckt und hatte die Viren deswegen im Maul.

Der positive Abstrich belegt laut dem FLI noch keine Infektion des Tieres. Er sei auch kein Beleg dafür, dass sich der Erreger im Hund vermehrt oder sogar ausgeschieden wird.

Rolle der Haustiere bei der Coronavirus-Epidemie wird untersucht

Derzeit laufen aber Untersuchungen zu der Frage, welche Rolle Haustiere bei der Coronavirus-Epidemie spielen – unter anderem am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Grundsätzlich empfiehlt das FLI im Moment aber keine Maßnahmen wie Quarantäne für Haustiere wie Hunde und Katzen.

Trotzdem wird dazu geraten, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA.

Forscher gehen davon aus, dass das Coronavirus von Tieren kam

Forscher gehen davon aus, dass sich das Coronavirus von Tieren auf den Menschen übertragen hat. Vermutet wird aktuell, dass das Virus zuvor in Fledermäusen oder Schuppentieren existierte.

Laut dem Molekularvirologen Jonathan Ball von der University of Nottingham ist es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass das Virus in kurzer Zeit so viele Sprünge über Arten hinweg vollziehe. Das erklärte er der britischen „The Sun“. Ball hält die Übertragung des Coronavirus Covid-19 vom Menschen aufs Haustier und umgekehrt also ebenfalls weiterhin für unwahrscheinlich. (bef/lary/jb/jha/afp/dpa)

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