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Jauch räumt mit Mythen auf: „Ich kann gut gar nichts machen“

Günther Jauch gilt als Alleskönner im deutschen Fernsehen – und Superbrain. Das stimmt gar nicht, sagt er. Und wehrt sich deutlich.

RTL-Moderator Günther Jauch.

RTL-Moderator Günther Jauch.

Foto: Sebastian Gabschvia www.imago-images.de / imago images / Future Image

Berlin. Günter Jauch gilt als Alleskönner. Der Moderator, der sich dieses Image in seiner jahrelangen Arbeit als Quizmaster erarbeitet hat, wurde deshalb schon mit einer eigenen Show gehuldigt. „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“, hieß es vor kurzem auf RTL.

Jauch, so scheint es, ist halt ein wahres Superbrain. Zumindest versucht ihn Sender RTL so dem Publikum zu verkaufen. Dabei hält der 63 Jahre alte Quizmaster nicht allzu viel auf sich selbst, wie er im Gespräch mit Barbara Schöneberger für ihre Show „Mit den Waffeln einer Frau“ im „Barba Radio“ sagt. „Ich kann gut gar nichts machen.“ Mit einer Ausnahme: „Aus dem Fenster gucken“, könne er schon gut, sagt er.

Auch sportlich sei er nicht wirklich, gibt der frühere Moderator des „Aktuellen Sportstudios“ zu. Fußball spielen könne er nicht, aber Fahrrad fahren, zügig fünf Kilometer gehen und schwimmen. Als sportlich würde er das aber nicht bezeichnen. „Ich bin trainierbar“, sagt er und erzählt, dass er wegen Boris Becker mit dem Tennisspielen angefangen habe.

Günther Jauch: „Die haben dann ja andere Abgründe“

Es wirkt fast so, als sei Günther Jauch der nette liebe Onkel von nebenan, den man halt ab und zu im Fernsehen sieht. „Nett“ – genau gegen diese Beschreibung wehrt sich der Fernsehmoderator. „Es gibt ja Menschen im Fernsehen, die wahnsinnig nett sind und die man zum Teil wegen ihrer Nettigkeit verachtet“, sagt er Barbara Schöneberger. Solche Leute seien Jauch unheimlich. „Die haben dann ja andere Abgründe.“

Er selbst würde sich deshalb auch nicht als „nett“ bezeichnen. „Wer mit mir mal einen Tag unterwegs gewesen ist, der ist desillusioniert.“ Desillusioniert wird wohl auch mancher Jauch-Fans sein, wenn er hört, dass Jauch, der bei „Wer wird Millionär?“ Kandidaten mit spontanen Plaudereien gerne mal Verwirrung stiftet, „nicht so furchtbar viel zu erzählen“ habe. „Mein Mitteilungsbedürfnis ist da etwas begrenzt“, gesteht er.

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Wer ist Günther Jauch – Fakten zum Moderator:

  • Günther Jauch wurde am 13. Juli 1956 in Münster geboren, wo er zunächst aufwuchs und dann mit seiner Familie nach Berlin zog
  • Er ist mit seiner Frau Dorothea verheiratet. Sie haben zwei leibliche und zwei Adoptiv-Kinder. Gemeinsam leben sie in Potsdam
  • Seine berufliche Karriere startete er im Radio mit Thomas Gottschalk, ehe er ins Fernsehgeschäft wechselte
  • Dort war er erst Moderator des ZDF-Sportstudios, bevor er 1990 einen Vertrag bei RTL unterzeichnete
  • Beim Kölner Sender moderiert er seit 1999 die Quizsendung „Wer wird Millionär?“

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Jauch ist „Durchschnitt“

Das ist auch der Grund, warum es wohl nie eine Autobiografie oder einen Podcast von Jauch geben wird. „Ich finde, dass ich nicht so furchtbar viel zu erzählen hätte.“ Die RTL-Show „Bin ich schlauer als Günther Jauch?“ hätte in seiner Biografie wohl sowieso keinen Platz. Jauch holte in dem Wissenstest am Ende magere 32 von 100 Punkten. Jauch findet: „Ich bin Durchschnitt“. (bekö)