Tradition

Venedig startet Karneval – und klagt über wenig Touristen

Eigentlich herrscht zum Karneval stets Überfüllung in Venedig. Doch nach dem Hochwasser ist das anders. Es gibt Last-Minute-Angebote.

Der Karneval in Venedig ist in der Regel ein Touristen-Magnet. 2020 sieht es doch ein wenig anders aus.

Der Karneval in Venedig ist in der Regel ein Touristen-Magnet. 2020 sieht es doch ein wenig anders aus.

Foto: via www.imago-images.de / imago images / robertharding

Venedig. Drei Monate ist es her, dass ein Hochwasser Venedig dramatisch beschädigte. Die Fluten sind inzwischen zwar fort, die Schäden beseitigt, doch die Folgen spürt Italiens Touristenhochburg immer noch: Denn ebenjene Touristen bleiben offenbar fort – selbst beim jetzt beginnenden Karneval.

Deshalb hat Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro nun dazu aufgerufen, wieder in die Lagunenstadt zu kommen. Die Zahl der Besucher sei nach der Flut im November gesunken, sagte er am Samstag. Was aber durchaus Vorteile habe.

Venedig: Hotels haben zum Karneval noch Zimmer frei

„Das Schöne an diesem Karneval ist, dass weniger Leute da sind“, so Burgnaro. Man könne noch in letzter Minute ein Hotel buchen. Normalerweise ist das zur Karnevalszeit nicht möglich.

Der Karneval in Venedig begann am Samstagabend mit einem Spektakel auf einem Kanal im Stadtteil Cannaregio. Auf Twitter teilte der Bürgermeister Fotos und Videos der Auftaktveranstaltung und nahm auch noch mal Bezug zum verheerenden Hochwasser.

Der Karneval 2020 sei der Liebe gewidmet, schrieb er: „Dem Gefühl, das uns zusammenhält und uns die Freude am Leben erhält, selbst nach der Tragödie, die die Stadt im November getroffen hat. Vielen Dank für die Liebe zu Venedig, die uns die ganze Welt entgegen gebracht hat.“

Das Motto in diesem Jahr lautet „Il Gioco, l’Amore e la Follia“ (Das Spiel, die Liebe und der närrische Spaß). Der Karneval läuft noch bis zum 25. Februar.

Hochwasser traf Venedig gleich mehrfach

Die Flut hatte Mitte November fast das gesamte historische Zentrum der italienischen Unesco-Stadt unter Wasser gesetzt. Immer wieder wurde Venedig von neuen Flutwellen getroffen, so dass zeitweise die höchste Warnstufe ausgerufen werden musste.

Seitdem klagen Hoteliers über weniger Buchungen und Falschinformationen. Die Bilder von dem Hochwasser hätten den Eindruck hinterlassen, Venedig sei zerstört, sagte Brugnaro. „Die Stadt ist komplett wiederhergestellt, sie ist schöner als vorher.“

Vor der Flut plagte die Stadt das genau gegenteilige Problem: Sie erstickte fast an den Touristenmassen, weswegen Venedig plante, ein „Eintrittsgeld“ für Tagestouristen einzuführen.

(dpa/cho)

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