Kindeswohlgefährdung

Kita-Kinder misshandelt: Rostock schließt zwei Einrichtungen

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Die Stadt Rostock hat zwei Kitas die Betriebserlaubnis entzogen. Der Verdacht: Kindeswohlgefährdung (Symbolfoto).

Die Stadt Rostock hat zwei Kitas die Betriebserlaubnis entzogen. Der Verdacht: Kindeswohlgefährdung (Symbolfoto).

Foto: marcobir / Getty Images/iStockphoto

Ein Mitarbeiter soll Kinder gequält haben. In Rostock wurden daher zwei Kitas geschlossen. Beschwerden gab es offenbar schon früher.

Rostock. Schock für die Eltern von Kita-Kindern in Rostock: Die Hansestadt hat zwei Einrichtungen die Betriebserlaubnis entzogen – wegen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Ein Mitarbeiter soll die Kita-Kinder laut Berichten lokaler Medien geschubst und gedemütigt haben.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen einen Mitarbeiter der Kitas gebe. Dabei gehe es um drei Körperverletzungen und mehrere Verstöße gegen die Fürsorgepflicht. Weitere Details nannte er nicht.

Kita in Rostock: Mitarbeiter soll Kinder gequält und gedemütigt haben

Medienberichten zufolge soll der Mitarbeiter die Kinder regelrecht gequält haben. So berichtet etwa der „Nordkurier“, der Mann solle Kinder, die sich eingenässt hätten, vor den Augen der anderen Kinder mit den nassen Hosen geschlagen haben. Zudem soll er Kinder gegen Tischkanten geschubst, ihnen gegen ihren Willen die Haare abgeschnitten und ihnen den Gang zur Toilette verwehrt haben.

Bestätigt sind diese Angaben bislang nicht. Nach Einschätzung des Jugendamtes gebe es aber erheblichen Grund zur Annahme, dass der Kinderschutz in den beiden betroffenen Einrichtungen nicht ausreichend gewährleistet ist, teilte die Stadt mit. Sie bezog sich bei ihrer Entscheidung auf die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen, die diesen Schritt erforderlich gemacht haben.

Misshandlung an Kita: Stadt Rostock kann keine Garantie für Kindeswohl geben

Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) sagte, es gebe aus derzeitiger Sicht im Falle des weiteren Betriebes der beiden Kitas keine Garantie für das Kindeswohl. Über die beiden Kitas hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Beschwerden gegeben, heißt es in dem Bericht des „Nordkurier“.

Schon im vergangenen Herbst hatte eine der beiden Einrichtungen demnach zwischenzeitlich schließen müssen. Damals sei Personalmangel als Grund genannt worden.

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Die Stadt bietet betroffenen Kindern ab Donnerstagmorgen eine vorübergehende Betreuung in anderen Einrichtungen an. Von der Schließung der beiden Kindertagesstätten seien etwa 80 Kinder betroffen, berichtet der NDR.

Misshandlung und Missbrauch von Kita-Kindern – Mehr zum Thema:

Der Rostocker Fall ist nicht der einzige, bei dem Kinder in der Kita misshandelt wurden. Im November hatte ein Fall in in Schleswig-Holstein für Aufsehen gesorgt. Dort sollen Kinder in einer Waldorf-Kita misshandelt worden sein.

Auch über Fälle sexuellen Missbrauchs wird immer wieder berichtet. Umarmung oder Übergriff – Wie Erzieher mit Nähe umgehen, lesen Sie hier. Was es mit „Original Play“ auf sich hat und was der NRW-Familienminister dazu sagt, können Sie hier nachlesen. (jkali/dpa)

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