Megxit

Harry und Meghan: Was ihr Vater über den Rückzug denkt

Harry und Meghan ziehen sich aus dem Königshaus zurück. Das kostet sie einen Titel – wie Meghans Vater Thomas über den Rückzug denkt.

Nach "Megxit": Harry und Meghan nicht mehr "Königliche Hoheit"

Nach ihrem angekündigten Rückzug von ihren royalen Verpflichtungen verzichten Prinz Harry und seine Frau Meghan künftig auf den Titel "Ihre Königliche Hoheit". Zudem wird das Paar keine öffentlichen Gelder mehr erhalten. of Prince Harry, his wife Meghan and their baby Archie

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Berlin. 
  • Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen keine royalen Pflichten mehr erfüllen müssen
  • Es wird ein harter „Megxit“: Harry und Meghan verlieren einen wichtigen Titel
  • Steuergelder, die sie erhalten haben, wollen sie zurückzahlen
  • Im Online-Shop des Königshauses sind Produkte mit ihnen nicht mehr erhältlich
  • Wie sie nun ihr Leben organisieren, was ihnen künftig zusteht und was nicht
  • Die Queen, so wurde berichtet, schien nicht vom Rückzug begeistert zu sein – sie hat ein Machtwort gesprochen
  • Auch Meghans Vater Thomas äußerte sich enttäuscht über den Rückzug

Prinz Harry und seine Frau, Herzogin Meghan, machen den „Megxit“: Sie kehren dem britischen Königshaus den Rücken – mit weitreichenden Konsequenzen. Sie werden keine „arbeitenden Mitglieder“ des Königshauses mehr sein und daher auf ihre Titel „Königliche Hoheit“ verzichten müssen.

Auch seine Funktion im Militär muss Harry aufgeben. Und es wird keine finanziellen Zuwendungen mehr für royale Aufgaben geben. Das alles soll im Frühling in Kraft treten. Überrascht waren viele bei der Geschwindigkeit bei einem anderen Thema. Derzeit lassen sich im königlichen Online-Shop keine Produkte mit Motiven des Paares mehr erwerben.

Allerdings will da ein Sprecher beruhigen, sagt, die Souvenirs seien schlicht ausverkauft. Noch vor wenigen Tagen habe es aber laut britischer Medien noch einiges gegeben. Ansturm – oder Ausschluss?

Harry und Meghan wollen 2,8 Millionen Euro zurückzahlen

In Sachen Finanzen haben Harry und Meghan schon Pläne: Das Paar will auch rund 2,8 Millionen Euro Steuergelder zurückzahlen. So teuer war die Renovierung ihres Wohnsitzes in Windsor, Frogmore Cottage. Das Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor soll aber weiterhin das Zuhause der beiden in Großbritannien bleiben.

Harry und Meghan hatten angekündigt, ihre Zeit künftig zwischen dem Vereinigten Königreich und Nordamerika aufzuteilen. Sie dürften damit vor allem Kanada gemeint haben. Dort nahmen die beiden über Weihnachten und den Jahreswechsel eine sechswöchige Auszeit mit ihrem im Mai 2019 zur Welt gekommenen Söhnchen Archie.

Thomas Markle: „Sie wirft alles weg für Geld“

Nach der Queen äußerte sich nun auch Meghans Vater Thomas Markle zu der Entscheidung. „Es ist enttäuschend für mich, weil sie eigentlich den Traum aller Mädchen erreicht hat“, sagte er in einem Interview mit dem britischen Sender Channel 5, das am Mittwochabend im Rahmen einer einstündigen Dokumentation ausgestrahlt wurde. Denn jedes kleine Mädchen wolle eine Prinzessin sein, erklärte er.

„Nun wirft sie das alles weg für Geld, so wie es aussieht.“ Das sei „beschämend“ für ihn. Er warf Meghan und Prinz Harry (35) zudem vor, die Königsfamilie zu zerstören. „Sie verwandeln sie in einen Walmart mit einer Krone drauf“, sagte er in Anspielung auf eine große Supermarktkette in den USA.

Meghan hat keine gute Beziehung zu ihrem Vater

Thomas Markle liegt seit längerer Zeit mit seiner Tochter im Clinch. Zur Hochzeit des Paares im Mai 2018 reiste er wegen einer akuten Herz-OP nicht an. Zuvor hatte er versucht, Geld mit gestellten Paparazzi-Fotos zu machen, die ihn bei Reisevorbereitungen zeigen sollten. Seitdem äußerte er sich immer wieder in der Boulevardpresse mit Vorwürfen gegen seine Tochter, Harry und die Königsfamilie zu Wort.

Thomas Markle zeigt sich in der Dokumentation aber auch als sehr liebevoller Vater, wenn er über Meghans Kindheit und Jugend berichtet. „Sie war meine wichtigste Beziehung, mein Stolz und meine Freude“, sagt er immer wieder. Zu sehen sind dazu private Fotos und Videos von Meghan im Urlaub oder bei der Aufführung eines Schultheaters. Gezeigt werden auch Aufnahmen aus der Anfangszeit von Meghans Karriere als Schauspielerin, als sie sich in knappen Outfits in Szene setzen musste.

Meghans Vater klagt über fehlende Unterstützung

Markles Stimme wird oft brüchig, wenn es um die Auseinandersetzungen mit seiner Tochter geht. Er spricht offen über Geld, das ihm seine Tochter gegeben habe. Ein, zwei Mal habe er sie auch darum gebeten, berichtet er. Aber es sei „nur um ein paar Tausender“ gegangen. Darüber habe es auch Streit gegeben.

Als die Beziehung zwischen Meghan und Prinz Harry bekannt wurde, sei er von Paparazzi belagert worden, berichtet Markle. Außer dem Ratschlag, mit niemandem zu sprechen, habe er keinerlei Unterstützung von den Royals bekommen. „Die Königsfamilie hat niemals jemanden hierher geschickt, um mich zu beraten oder irgendetwas für mich zu tun“, klagt er.

Markle: „Schade, dass ich nicht gestorben bin“

Reuevoll zeigt er sich zu den Paparazzi-Fotos. Er gibt zu, Harry und Meghan angelogen zu haben, als die ihn nach den Fotos fragten. Er habe es einfach abgestritten. Bitter sei die Beziehung geworden, als er das Paar wenige Tage vor der Hochzeit angerufen habe, um seine Teilnahme an der Hochzeit abzusagen. Harry habe ihm gesagt: „Wenn du auf mich gehört hättest, wäre dir das nicht passiert“, berichtet Markle.

Das habe er als sehr unfreundlich empfunden und geantwortet: „Schade, dass ich nicht gestorben bin, sonst hättet ihr so tun können, als wäret ihr traurig“. Das sei das letzte Gespräch zwischen ihm und den beiden gewesen. Er sei sehr verletzt, dass ihn Meghan offenbar aus ihrem Leben gestrichen habe.

Meghan klagt inzwischen gegen die britische Zeitung „Mail on Sunday“, weil diese Teile eines persönlichen Briefs veröffentlichte, den sie ihrem Vater Monate nach der Hochzeit geschrieben hatte. Bekommen hatte die Zeitung die Auszüge von Thomas Markle. Er habe sich gegen eine Diffamierungskampagne wehren müssen, begründet der den Schritt.

„Es ist Zeit, sich um die Daddy zu kümmern“

„Ich werde mich verteidigen. Und ich werde dafür bezahlt werden“, sagt Markle. Harry, die Royals und Meghan seien ihm etwas schuldig. Meghan habe ihm versprochen, ihn zu versorgen, wenn er alt sei, sagt der 75-Jährige. „Es ist Zeit, sich um Daddy zu kümmern.“

Meghan und Harry halten sich derzeit mit ihrem acht Monate alten Sohn Archie in Kanada auf. Thomas Markle sieht das alles mit Unbehagen. „Ich glaube, sie verwandeln sich in verlorene Seelen.“

Harry plant Besuch in Deutschland

Die 93-jährige Königin Elizabeth II., Harrys Großmutter, gab sich deutlich entspannter. Sie ließ mitteilen: „Harry, Meghan und Archie werden immer sehr geliebte Mitglieder meiner Familie sein.“ Sie erkenne die Schwierigkeiten an, denen Harrys kleine Familie in den vergangenen zwei Jahren durch die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen sei. Sie unterstütze Harrys und Meghans Wunsch nach einem unabhängigeren Leben und sei „besonders stolz, wie Meghan so schnell ein Mitglied der Familie geworden ist“. Die ganze Königsfamilie hoffe, dass die Entscheidung dem Paar ein „glückliches und friedliches neues Leben“ ermögliche.

Beibehalten wollen Meghan und Harry ihre Schirmherrschaften. Herzensangelegenheit ist Harry besonders das Thema psychische Gesundheit. Meghan machte sich vor allem für Frauenrechte stark. Harry hat zudem eine Organisation für die Unterstützung von Aids-Waisen in Botsuana und den Sportwettbewerb „Invictus Games“ für kriegsversehrte Veteranen ins Leben gerufen. Im Jahr 2022 soll Düsseldorf die „Invictus Games“ austragen.harrys und meghans rückzug ist ein lukrativer egotrip

Bei dem Vorhaben von Harry und Meghan geht es auch um die Sympathien des britischen Volkes – bei Twitter und in anderen sozialen Medien hatten sich die Anhänger positioniert – im #teammeghan oder #teamqueen.

Trotz Rückzug: Harry und Meghan wollen Queen unterstützen

Am 8. Januar hatten Harry und Meghan mit einem einzigen Instagram-Post das Königshaus in eine der größten Krisen der vergangenen Jahrzehnte gestürzt – und mit ihm die gesamte Brexit-gebeutelte Nation. „Wir wollen als ranghohe Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten und arbeiten, um finanziell unabhängig zu werden“, erklärte das Paar. Sie würden Queen Elizabeth II. (93), die Großmutter Harrys, aber weiterhin voll unterstützen.

Das Paar hatte zudem bekannt gegeben, dass es in Zukunft zur Hälfte in Nordamerika und Großbritannien leben wolle. Dieser Schritt ermögliche es ihnen, „unseren Sohn mit Wertschätzung für die royalen Traditionen großzuziehen, während wir gleichzeitig den nötigen Raum erhalten, um uns auf das nächste Kapitel zu konzentrieren, wie den Aufbau unserer neuen gemeinnützigen Stiftung“, heißt es weiter.

Harry und Meghan: Heftige Kritik an der Herzogin

Die Royal-Expertin und Buchautorin Penny Junor nannte das Vorhaben des Paares in den britischen Medien „außergewöhnlich und nicht durchdacht“. Der frühere BBC-Royals-Korrespondent Peter Hunt sagte dem Fernsehsender Channel 4, Versuche der Royals, mit einer Karriere abseits der Verpflichtungen im Königshaus ihr eigenes Geld zu verdienen, hätten „immer mit Tränen geendet“. Bislang wurden die Ausgaben von Harry und Meghan weitgehend aus dem privaten Einkommen von Prinz Charles gedeckt.

Der frühere Pressesprecher der Queen, Dickie Arbiter, sagte dem Fernsehsender Sky News, das Vorgehen des Paares sei „eine Abfolge, Dinge auf ihre eigene Weise zu tun – was der falsche Weg ist“.

Harry und Meghan: „Komplizierte Fragen“ zu lösen

Das britische Königshaus hatte nach Bekanntwerden zunächst zurückhaltend auf den Wunsch von Prinz Harry und seiner Frau Meghan nach einem weitgehenden Rückzug von ihren königlichen Pflichten reagiert.

Harry (35) und Meghan (38) hatten im Vorfeld offenbar nicht alle Royals über ihren Plan unterrichtet.

Einen vergleichbaren Fall hatte es das letzte Mal 1936 gegeben, als König Eduard VIII. sich in eine zwei Mal geschiedene Frau verliebte – Wallis Simpson. Aufgrund der Beziehung musste er abdanken. Wallis wurde zur Frau, „die den Briten den König stahl“. Als die Beziehung zu Meghan Markle und Prinz Harry 2016 bekannt wurde, verwiesen schon Medien wie der „Telegraph“ auf die Ähnlichkeiten zu Wallis Simpson.

Harry und Meghan haben turbulentes Jahr hinter sich

Prinz Harry, der 35 Jahre alte Herzog von Sussex und seine 38-jährige Frau, haben ein turbulentes Jahr hinter sich. In einem Interview sprachen sie 2019 über die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit. Die britische Boulevardpresse hatte die US-Schauspielerin zunächst begeistert in der britischen Königsfamilie willkommen geheißen.

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten Harry und Meghan in Kanada, statt mit den anderen Mitgliedern des britischen Königshauses zu feiern. In Kanada hatte Meghan mehrere Jahre lang als Schauspielerin für die US-Serie „Suits“ gearbeitet. Der Herzog und die US-Schauspielerin hatten im Mai 2018 in Windsor geheiratet. Ein Jahr später kam ihr erstes Kind, Sohn Archie, zur Welt.

Besonders übel wurde dem Paar genommen, dass es bei der Taufe von Archie auf Privatsphäre beharrt hatte. Vor der mehrwöchigen Auszeit von den royalen Verpflichtungen wirkten Harry und Meghan angeschlagen. In einem Fernsehinterview während einer Afrika-Reise hatte Harry eingeräumt, dass er sich mit seinem Bruder William (37) auseinandergelebt habe. „Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden.“ Zugleich betonte er, er werde immer für William da sein – und umgekehrt.

Harry und Meghan sorgen für Ärger

In den vergangenen Monaten war immer wieder über die Zukunft Harrys und Meghans im Königshaus spekuliert worden. So hatte Prinz William im Juni bekanntgegeben, dass sein Bruder und dessen Ehefrau in Zukunft nicht mehr Teil der Royal Foundation sein werden. Die Stiftung ist eine Institution, die die verschiedenen Charity-Projekte der Prinzen und ihrer Gattinnen unter einem Dach vereinen sollte. Auch das Verhältnis zwischen Herzogin Kate und Herzogin Meghan soll sich stark verschlechtert haben.

Interessant wird nun zu sehen sei, wie unabhängig Harry und Meghan werden und wie sie eigenes Geld verdienen wollen. (ses/mbr/afp)

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