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Svante Thunberg: Klimastreik holte Greta aus der Depression

Greta Thunbergs Vater erzählt in einem Interview davon, wie seine Tochter durch ihren Einsatz fürs Klima aus einem „Albtraum“ fand.

Greta Thunberg ist durch ihr Engagement glücklicher geworden, das sagt ihr Vater Svante Thunberg.

Greta Thunberg ist durch ihr Engagement glücklicher geworden, das sagt ihr Vater Svante Thunberg.

Foto: Antonio Calanni / dpa

London. Svante Thunberg hat in einem Interview Einblicke in das Seelenleben seiner Tochter Greta gegeben. Die 16 Jahre alte Klimaschutz-Ikone und „Fridays for Future“-Gründerin habe durch ihren Einsatz fürs Klima nicht nur Berühmtheit und Einfluss gewonnen – sondern auch Lebensmut, den sie zuvor offenbar zu verlieren drohte.

„Sie sprach nicht mehr … sie ging nicht mehr zur Schule“, irgendwann habe sie sogar mit dem Essen aufgehört. „Der ultimative Albtraum“, sagte Svante Thunberg über die Zeit, bevor Greta im Sommer 2018 begann freitags nicht in den Unterricht zu gehen, um für das Klima zu streiken. Sie habe drei oder vier Jahre lang an Depressionen gelitten, sagte ihr Vater dem Radiosender BBC 4 am Montag.

Erst als Greta sich mehr und mehr für den Klimaschutz interessiert habe, sei sie wieder glücklicher geworden. Sie habe Kraft daraus geschöpft, dass sie ihre Eltern zu klimafreundlicherem Verhalten bewegen konnte. Und das, obwohl Svante Thunberg seine Tochter zunächst nicht unterstützt hat, wie er sagt.

Greta Thunberg: Ihre Eltern brachte sie zum Klimaschutz

Beispielsweise habe ihre Mutter, eine Opernsängerin und ehemalige Teilnehmerin des Eurovision-Song-Contest, dem Fliegen abgeschworen. Er selbst sei nach einiger Zeit sogar Veganer geworden, sagte Svante Thunberg.

Später begleitete er seine Tochter auf Segeltrips über den Atlantik. „Ich habe das alles gemacht, ich wusste, dass es richtig war (...) aber ich habe es nicht getan, um das Klima zu retten, sondern um mein Kind zu retten“, sagte der Vater. Durch ihr Engagement sei Greta eine „sehr glückliche“ Jugendliche geworden, die gerne lache und am Leben der Familie teilnehme.

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Angst um Greta nach Hasskommentaren im Internet

Anfangs hätten er und seine Frau Gretas Engagement für eine „offensichtlich schlechte Idee“ gehalten, weil sie sich „dem ganzen Hass auf sozialen Medien“ ausgesetzt habe, so Svante Thunberg im Interview. Doch er finde, dass sie damit „unglaublich gut“ umgehe.

Im kommenden Jahr wolle er die bald 17-jährige Greta nicht mehr auf jede Reise begleiten, aber sie weiter unterstützen. „Wenn sie mich braucht, werde ich versuchen, da zu sein. Aber ich glaube, dass sie immer unabhängiger wird, und sie schafft das auch alles großartig alleine“, sagte der Vater im Interview.

Greta Thunberg interviewt berühmten Dokumentarfilmer

Greta selbst unterdessen moderierte am Montag teilweise das Radioprogramm Today auf dem Sender BBC 4. Sie interviewte dabei den legendären Naturdokumentarfilmer David Attenborough, der sich ebenfalls seit langem für den Klimaschutz stark macht.

Der 93-Jährige lobte Gretas Einsatz: „Sie hat Dinge erreicht, an denen viele von uns, die über 20 Jahre daran gearbeitet haben, gescheitert sind“, sagte Attenborough. „Du hast die Welt aufgerüttelt.“

Greta Thunberg und Klimaschutz – Mehr zum Thema

Im Dezember war Greta Thunberg mit einem Katamaran über den Atlantik zur Klimakonferenz in Madrid gefahren. Auf der Konferenz hatte Greta Thunberg den EU-Klimaplan kritisiert. Worum es in der Klimakonferenz in Madrid ging, lesen Sie hier. (dpa/msb/ba)

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