Sprache

Redewendung – Warum sagt man “zwischen den Jahren“?

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nennen wir „zwischen den Jahren“. Und dafür gibt es gute Gründe, die kaum jemand kennt.

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bezeichnen viele umgangssprachlich als „zwischen den Jahren“.

Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr bezeichnen viele umgangssprachlich als „zwischen den Jahren“.

Foto: Martin BÄuml Fotodesign / mago/Martin Bäuml Fotodesign

Berlin. Mit der Redewendung „zwischen den Jahren“ bezeichnet man umgangssprachlich die Zeit zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag – die Übergangsphase vom alten ins neue Jahr. Doch woher kommt die Redewendung eigentlich?

Laut des Vereins „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (GfdS) gibt es den Ausdruck bereits seit dem 14. Jahrhundert. Je nach Region ist dabei aber eine unterschiedliche Zeitspanne genannt: Statt dem Neujahrstag markiert etwa der Dreikönigstag am 6. Januar die Übergangsperiode.

„Zwischen den Jahren“ – das ist der Ursprung der Redewendung

Vor der Einführung des noch heute verwendeten gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 begann das neue Jahr in weiten Teilen Europas am 6. Januar. Grund waren Verschiebungen des vorher gebräuchlichen julianischen Kalenders und römische Bräuche. Der 24. Dezember markierte im julianischen Kalender das Jahresende – die Zeit bis zum 6. Januar lag also buchstäblich „zwischen den Jahren“.

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Zudem wurde der gregorianische Kalender früher aus konfessionellen Gründen unterschiedlich geführt. Auch daraus ergab sich wieder eine Abweichung des Jahresanfangs, beziehungsweise -endes. Erst im Jahr 1691 wurde der 31. Dezember verbindlich als letzter Tag des Jahres festgelegt.

Auch wenn es die Zeit „zwischen den Jahren“ also offiziell nicht mehr gibt, die Redewendung ist geblieben. Für viele fühlt sich der Ausdruck wahrscheinlich passend an – nach dem Weihnachtsstress und vor der Silvesterparty nutzt man den Leerlauf auch gerne einmal zum Entspannen. (lhel)