Starkregen

Mallorca: Unwetter sorgte für Überflutungen und Chaos

Land unter auf Mallorca und in Teilen Spaniens: Straßen waren bis zu sechs Meter hoch überflutet. Menschen mussten gerettet werden.

Gewitternacht auf Mallorca

Lokale Medien sprachen von 200 Liter Regen pro Quadratmeter in nur zwölf Stunden.

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Barcelona/Palma. Schwere Unwetter haben Mittwochnacht Mallorca getroffen und für Verwüstungen gesorgt. Menschen waren in ihren Häusern eingeschlossen, Flüsse traten über ihre Ufer. Starkregen sorgte für heftige Überschwemmungen in manchen Teilen der Insel. Das Wetter spielt derweil etwas verrückt: Hieß es vor ein paar Tagen noch „Land unter“, zeigt sich das Wetter von seiner schönen Seite.

Denn von dem zum Wochenende erwarteten Gewittern ist nicht mehr viel zu spüren. Die Temperaturen liegen bei maximal 18 Grad und Sonne. Und auch das Unwetter hatte sein Gutes: Der Regen füllte die eher spärlich gefüllten Wasserreservoirs der Insel wieder auf, was für Freude bei den Stadtwerken der Insel gesorgt haben dürfte.

Die Stauseen der Insel sind der „Mallorca Zeitung“ zufolge gut gefüllt. Die Auslastung liege bei etwa 78 Prozent. Das entspreche einer Steigerung von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Somit liegen die Füllstände endlich wieder auf Vorjahresniveau.

Hunderttausende Kubikmeter Regen kamen in den vergangenen Tagen herunter. Allein im beliebten Ferienort Sóller fielen in nur 12 Stunden 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Laut „Mallorca Zeitung“ war das die höchste Regenmenge, die jemals in dem Ort gemessen wurde. Am Freitag hatte sich die Wetterlage verbessert. Zum Wochenende sind jetzt sogar Temperaturen von bis zu 20 Grad drin.

Mallorca: Unwetter sorgt für Überflutungen – Das muss man wissen:

  • Rekordverdächtige Regenfälle haben in Teilen Mallorcas für Überschwemmungen gesorgt.
  • Allein in Sóller soll so viel Regen gefallen sein wie noch nie zuvor aufgezeichnet wurde.
  • Das Unwetter sorgte für Chaos, Menschen mussten aus ihren Häusern gerettet werden, verletzt wurde niemand.
  • Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Stauseen der Insel sind wieder gut gefüllt.

Daran war vor ein paar Tagen noch nicht zu denken. Auch im Rest des Landes gab es sintflutartige Regenfälle. Bis zu sechs Meter hohe Meereswellen an der bei Urlaubern beliebten Costa Brava hätten viele Straßen überflutet und den Verkehr gerade an der Küste behindert, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf die Behörden.

Durch den Sturm seien zudem so viele Blätter von den Bäumen geweht worden, dass zahlreiche Abwasserkanäle verstopft worden seien, so dass sich das Wasser unter anderem in Barcelona in den Straßen angesammelt habe.

Bilder aus Mallorca zeigen, wie sich die Wassermassen ihren Weg durch die schmalen Gassen bahnen. Aber auch an anderen Orten sorgten die starken Regenfälle für Chaos – auch wenn laut „Mallorca Zeitung“ niemand verletzt worden sei. Sieben Menschen seien allerdings aus ihren Wohnungen gerettet worden.

In Sóller wurden zwei Menschen aus einem Haus, in dem das Wasser bis zu zwei Meter gestanden haben soll, wie es heißt. Dem Bericht zufolge wurden sogar Taucher eingesetzt, um die zwei Bewohner zu retten.

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In Santa Maria hätten verstopfte Gullys dafür gesorgt, dass eine Wohnung überflutete, in der eine 93-Jährige mit ihrem dreijährigen Enkelkind auf Rettung gewartet habe. Beide seien ohne Verletzungen gerettet worden.

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Mallorca-Wetter: So wird es in den nächsten Tagen:

  • Samstag: Sonne-Wolken-Mix, maximal 17 Grad
  • Sonntag: Sonne, teils bewölkt, maximal 20 Grad

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Tausende Blitze über Balearen

Auch an anderen Orten musste die Feuerwehr zu Rettungseinsätzen ausrücken. In Palma wurden laut „Mallorca Magazin“ immerhin noch 80 Liter registriert. Knapp ein Dutzend Bäche traten am Mittwoch über die Ufer. Darüber hinaus wurden Tausende Blitze im gesamten Gebiet der Balearen registriert. Behörden riefen die zweithöchste Warnstufe (Orange) auf Mallorca aus.

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Hinzu kamen starke Winde mit Geschwindigkeiten von fast 100 Stundenkilometern. Auch auf dem Meer sorgte das für große Unruhen. Bis zu sechs Meter hohe Meereswellen an der bei Urlaubern beliebten Costa Brava hatten viele Straßen überflutet und den Verkehr gerade an der Küste behindert, berichtete das spanische Fernsehen unter Berufung auf die Behörden.

Unwetter auch in anderen Teilen Spaniens

Durch den Sturm seien zudem so viele Blätter von den Bäumen geweht worden, dass zahlreiche Abwasserkanäle verstopft worden seien, so dass sich das Wasser unter anderem in Barcelona in den Straßen angesammelt habe.

unwetter- mallorca mit sommerwetter – ministerin warnt

Ein ähnliches Bild bot sich auf Mallorca auch im September: Starkregen hatte dort dafür gesorgt, dass kleine Bäche zu reißenden Strömen wurden. In ganz Spanien sorgten Unwetter zu dieser Zeit für Chaos und Tote. Das weckte Erinnerungen an 2018: Über mehrere Tage hatte ein Unwetter Mallorca in Atem gehalten. Mehrere Menschen starben.

Mallorca: Bilder vom Unwetter von 2018

Im gesamten Mittelmeerraum sind Unwetter derzeit keine Seltenheit. So sorgten starke Regenfälle an Frankreichs Südküste für heftige Überschwemmungen, auch Italien ist betroffen. Auch dort hatten heftige Regenfälle vor ein paar Wochen für Überflutungen in Venedig gesorgt. (bekö/jb/dpa)