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Celine Dion: „Ich vermisse es, dass ein Mann mich begehrt“

Céline Dion spricht anlässlich ihres neuen Albums „Courage“ offen über ihre Sehnsüchte – und verrät, was sie am meisten vermisst.

Die kanadische Sängerin Celine Dion ist mit 250 Millionen verkauften Tonträgern ein Popstar der Superlative.

Die kanadische Sängerin Celine Dion ist mit 250 Millionen verkauften Tonträgern ein Popstar der Superlative.

Foto: Jan Woitas / dpa

Hamburg. Mit mehr als 250 Millionen verkauften Tonträgern zählt Céline Dion (51) zu den erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Jetzt hat sie mit „Courage“ ihr zwölftes englischsprachiges Album veröffentlicht. Ein Gespräch mit der kanadischen Diva über die schwere Zeit nach dem Krebstod ihres Mannes im Januar 2016, mit dem sie fast 30 Jahre zusammen war.

Ihr Liebeslied „Courage“ haben Sie Ihrem verstorbenen Mann René Angélil gewidmet.

Céline Dion: Ich werde René immer vermissen! Dieses Gefühl wird niemals enden. Der größte Trost für mich ist aber, dass mein Mann in gewisser Weise immer bei mir sein wird. Und ich brauche nur meine drei Jungs anschauen: ihr Aussehen, ihre Augen und ihr Verhalten. Sie sind ihm einfach unglaublich ähnlich.

Wie viel Kraft hat es gekostet, mitansehen zu müssen, wie der Krebs ihren Mann immer mehr schwächte?

Dion: Unendlich viel! Am Ende war es nicht nur für ihn eine Erlösung, sondern auch für uns alle: die Kinder, die Familie und mich. Ihn mehrere Jahre lang so sehr leiden zu sehen und seine Qualen hautnah mitzuerleben, hat uns allen das Herz gebrochen. Mein Mann war so tapfer und ein unglaublicher Kämpfer. Er wollte uns nicht alleine lassen; sein Leben nicht loslassen. Als er dann aber immer schwächer wurde, nahm ich ihn eines Tages in den Arm und sagte ihm: „Mach dir keine Sorgen mehr und lass einfach los. Du hast dich so rührend um uns alle gekümmert und wolltest immer nur das Beste für uns. Sorge dich nun nicht mehr und gehe in Frieden. Ich verspreche dir, dass ich gut auf die Jungs aufpasse und mich um alles kümmern werde.“ Allerdings gibt es etwas, was ich heute sehr bereue.

Und zwar?

Dion: Es war Renés großer Wunsch, in meinen Armen zu sterben. Ich konnte ihn leider nicht erfüllen. Am Abend vor seinem Tod kam ich nach meiner Las Vegas-Show sehr spät nach Hause und wollte ihn nicht mehr aufwecken. Wenn ich nur geahnt hätte, dass es zu Ende geht und er am Morgen nicht mehr lebt, hätte ich mich zu ihm gelegt. Umso mehr bedeutet mir seine letzte SMS, die er mir am Abend zuvor vor dem Beginn meiner Show geschickt hat: „Ich liebe und küsse Dich!“

Wie haben Sie Ihre Kinder dabei unterstützt, mit dem Verlust des Vaters umzugehen?

Dion: Kurz nach Renés Tod habe ich eine Menge Ratgeber gelesen. Bücher, in denen Psychologen Hilfestellung für Menschen geben, die den Verlust von Familienmitgliedern oder Freunden verarbeiten müssen. Beim Lesen habe ich mir helfen lassen, um in kurzer Zeit so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Wie bereite ich kleine Kinder auf die Trauerfeier vor. Was kann ich ihnen sagen und was nicht? Wie kann ich verhindern, dass sie ein Trauma erleiden? Nach zwei Tagen dachte ich: Jetzt bin ich bestens vorbereitet.

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Und war dem wirklich so?

Dion: Nein, keiner der gut gemeinten Tipps war am Ende richtig. Ich will damit nicht sagen, dass die Profis nur Quatsch geschrieben hatten. Es passt aber einfach nicht zu der Persönlichkeit meiner Kinder. Ich habe stattdessen auf meine Intuition gehört und das war genau richtig.

Ihr ältester Sohn René-Charles ist inzwischen 18 Jahre alt. Wie schwer fällt es Ihnen, ihn langsam loslassen zu müssen?

Dion: Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass mir das jemals gelingen wird. Mein Großer ist gerade zum ersten Mal bis über beide Ohren in ein Mädchen verliebt, das mit ihm in dieselbe Schule geht. Da musste ich ganz schön schlucken. Aber so ist das nun mal – aus Jungs werden Männer… Und seine Freundin ist wirklich entzückend! Sie hat sich bereits persönlich bei mir vorgestellt, mir eine Schachtel Pralinen geschenkt und einen von ihr handgeschriebenen Brief überreicht.

Wären Sie offen für eine neue Liebe?

Dion: Dafür ist es noch zu früh! Ich bin noch nicht bereit, einem Mann mein Herz zu schenken.

Wie sehr vermissen Sie es, geliebt und begehrt zu werden?

Dion: Ich empfange Liebe von meinen Kindern, meiner Familie, meinen Freunden, Kollegen und Fans. Aber das ersetzt natürlich nicht die romantische und körperliche Liebe. Ich vermisse es sehr, dass ein Mann mich begehrt, meine Haut berührt und streichelt. Dass mich jemand im Arm hält und mir sagt, dass er mich liebt, mich schön findet und sein Leben bis zum Ende an meiner Seite verbringen möchte.

Es gab Gerüchte über eine Liebelei mit Ihrem Tänzer Pepe Munoz.

Dion: Wir sind sehr gute Freunde. Nicht mehr, nicht weniger. Ich genieße es, Zeit mit Pepe zu verbringen. Auch wenn ich bereit wäre: Pepe ist schwul. Irgendwelche Fragen? Ein neues Liebes-Kapitel in meinem Leben muss also noch geschrieben werden.