Karneval

Karneval 2021: Warum fällt der Startschuss schon am 11.11.?

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Verkleidete Närrinnen und Narren feiern in Köln. Am 11.11. startet die Karnevalssaison.

Verkleidete Närrinnen und Narren feiern in Köln. Am 11.11. startet die Karnevalssaison.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Pünktlich um 11.11 Uhr am 11. November beginnt die Karnevalssaison. Doch warum ist das eigentlich so? Wir erklären die Hintergründe.

Berlin. 
  • Am 11. November um 11.11 Uhr beginnt in Deutschland der Karneval
  • Gefeiert wird dann vor allem in den Karnevalshochburgen am Rhein
  • Doch warum beginnt die Närrische Zeit ausgerechnet an diesem Termin?

Es ist die Zeit der Narren, der Kostümfeiern, der Umzüge und der Kamelle: Am 11. November beginnt traditionell die Karnevalszeit. Während in vielen Gegenden Deutschlands eher reserviert auf die bunten Feiern geguckt wird, beginnt vor allem in Städten wie Köln der Ausnahmezustand. Zwischen Prunksitzungen und öffentlicher, schnapsbefeuerter Enthemmung ist die „fünfte Jahreszeit“ für viele ein Höhepunkt im Jahr.

Im Frühjahr 2021 mussten die Karnevalsveranstaltungen zum größten Teil wegen der Corona-Pandemie noch ausfallen. Zum Karnevalsauftakt am 11.11. sieht es da besser aus. Die die Stadt Köln will Teile der Altstadt und rund um die bei Jecken beliebte Zülpicher Straße jedoch zu einer 3G-Zone machen: Zutritt hätte damit nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist, wie nach einem Runden Tisch mit den Karnevalsverantwortlichen mitgeteilt wurde. Alle wichtigen Informationen zur närrischen Saison.

Karnevalszeit: Warum beginnt sie am 11.11. um 11.11 Uhr?

Diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Es gibt nur Vermutungen: Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte. Einer mehr als die zehn Finger und einer weniger als die zwölf Apostel. Nichts Halbes und nichts Ganzes eben.

Ursprünglich galt eigentlich der 6. Januar, also Heilige Drei Könige, als Beginn der Karnevalszeit.

  • Das führt zu Erklärung Nummer eins für den 11.11.: Denn dem 6. Januar ging einst eine weitere Fastenzeit voraus, die am 11.11. begann.
  • Erklärung Nummer zwei: Der 11.11. war für die Bauern das Ende ihres Wirtschaftsjahres. Einerseits wurde die Pacht fällig, andererseits war die Ernte nun endgültig eingefahren, zum Teil schon weiterverarbeitet. Und der Wein war so weit gereift, dass man ihn trinken konnte.
  • Erklärung Nummer drei: Die Position der Zahl „11“ zwischen den im christlichen Glauben bedeutsamen Zahlen „10“ (Zahl der Gebote) und „12“ (Zahl der Apostel). Die „11“ steht profan in der Mitte, will sich sozusagen keiner der beiden Normen zuordnen lassen. Passend also für den närrischen Zweck.

Die Karnevalssaison 2021/22 dauert bis zum 1. März 2022.

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Welche Karneval-Vokabeln muss ich kennen?

Und die wollen vorbereitet sein. Dazu gehört beim Karneval auch das Vokabular, das sich allerdings von Region zu Region unterscheiden kann. Im Rheinland sollte man sich unter anderem auf diese Begriffe gefasst machen:

  • Bützchen: ein Küsschen mit geschlossenen Lippen
  • Dreigestirn: besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau, den offiziellen Regenten des Narrenvolks
  • Hoppeditz: wird in Düsseldorf am 11.11. zum Leben erweckt und hält aus einem Senftopf heraus die Eröffnungsrede zur neuen Session, wird am Aschermittwoch eingeäschert
  • Kamelle: die Leckereien, die von den Umzugswagen herabregnen
  • Nubbel: die Kölner Antwort auf den Hoppeditz, wird am Karnevalsdienstag verbrannt, um die Jecken von ihren Sünden zu befreien
  • Session: So nennt man die Karnevalszeit, abgeleitet vom lateinischen sessio – das bedeutet Sitzung, Sitzungsperiode.
  • Strüßjer: kleine Blumensträuße, die beim Umzug geworfen werden – im Austausch für ein Bützchen
  • Zoch: gemeint ist natürlich der Rosenmontagsumzug

Woher kommt eigentlich der Begriff „Karneval“?

Wie sollte es auch anders sein: Sicher weiß man es nicht. Am geläufigsten ist aber die Ableitung vom Lateinischen „carne levare“, was so viel heißt wie „Fleisch wegnehmen“. Eher als Scherz ist die Übersetzung von „carne vale“ anzusehen – „Fleisch, lebe wohl!“.

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Bis ins 20. Jahrhundert ging man noch davon aus, dass „Karneval“ auf den lateinischen Ausdruck „carrus navalis“ zurückgehe. Damit wurde ein Schiff auf Rädern bezeichnet – denn bereits die Römer feierten Umzüge durch die Straßen. Diese These gilt inzwischen aber als widerlegt.

(dpa/yah/cho/bef)