Ermittlungen

Polizei findet Leiche auf abgestelltem Zug – Stromschlag?

In NRW hat die Polizei die Leiche eines jungen Mannes auf einem abgestellten Zug entdeckt. Die Ermittlungen zur Todesursache laufen.

Oberleitungen, Gleise und ein Zug: Die Polizei warnt immer wieder eindringlich vor den Gefahren durch sogenannte Spannungsbögen (Symbolfoto).

Oberleitungen, Gleise und ein Zug: Die Polizei warnt immer wieder eindringlich vor den Gefahren durch sogenannte Spannungsbögen (Symbolfoto).

Foto: S. Ziese / imago/blickwinkel

Rommerskirchen. Grausiger Fund am Bahnhof von Rommerskirchen: In dem Ort zwischen Köln und Düsseldorf hat die Polizei die Leiche eines jungen Mannes von einem abgestellten Zug geborgen. Die Ermittler vermuten, dass er durch einen Stromschlag aus der Oberleitung starb.

Die Ermittlungen zur Todesursache dauern nach Angaben einer Polizeisprecherin aber noch an. Der junge Mann, dessen genaues Alter die Polizei nicht nannte, wurde demnach am Montag gegen 12.20 Uhr gefunden. Wann genau der Mann starb, ist unklar. Augenzeugen gebe es nicht.

Polizei warnt dringend vor Gefahr durch Oberleitungen

Um die Leiche des Mannes sicher bergen zu können, wurde der Zugverkehr in Rommerskirchen eingestellt und der Strom von der Oberleitung genommen. Die Polizei warnt immer wieder dringend davor, auf abgestellte Züge oder Waggons zu klettern.

„Um einen tödlichen Stromschlag zu erleiden, müssen die dortigen Oberleitungen nicht einmal berührt werden“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Sogenannte Spannungsbögen können eine gewisse Distanz bis zu einem leitenden Körper überwinden und so zu schwersten Verletzungen führen“

17-Jähriger legte 150 Kilometer auf ICE-Dach zurück

So starb in Bayern in April ein 16-Jähriger, als er nach einer Geburtstagsfeier auf einen abgestellten Zug im Bahnhof von Osterhofen (Landkreis Deggendorf) kletterte . Sein 15-jähriger Begleiter wurde lebensgefährlich verletzt. Im niedersächsischen Hameln starb voriges Jahr ein Zehnjähriger beim Spielen auf einem abgestellten Kesselwagen. Er stolperte und hielt sich an der Oberleitung fest .

Großes Glück hatte dagegen ein törichter 17-Jähriger. Der junge Mann fuhr von Hamburg aus 150 Kilometer Richtung Süden – auf dem Dach eines ICE-Zuges bei Tempo 200 . Auch er wurde durch einen Stromschlag schwer verletzt, konnte sich bei Nienburg aber selbstständig in Sicherheit bringen. (küp/dpa)