Familiendrama

Mutter täuschte Unglück im Watt vor: Suche eingestellt

Eine 41-Jährige und ihr Sohn waren vor zwei Wochen verschwunden, viele glaubten an einen Suizid. Doch es war wohl eine Flucht.

Rettungskräfte suchten vor mehr als einer Woche an einem Deich bei Brunsbüttel nach der verschwundenen 41-Jährigen und ihrem Sohn.

Rettungskräfte suchten vor mehr als einer Woche an einem Deich bei Brunsbüttel nach der verschwundenen 41-Jährigen und ihrem Sohn.

Foto: Karsten Schröder / dpa

Berlin. Eine großangelegte Suche führte zu keinem Ergebnis, Ermittler hatten unter anderem einen Suizid in Erwägung gezogen. Die Mutter, die mit ihrem achtjährigen Sohn verschwunden ist, hat sich nicht umgebracht, ist auch keinem Verbrechen zum Opfer gefallen. Sie will offensichtlich nicht gefunden werden – eine Flucht, wohl vor der Polizei.

Weil es derzeit – noch – keinen Haftbefehl gegen die 41-jährige Mutter gibt, die vor zwei Woche mit ihrem Kind augenscheinlich im Watt vor Brunsbüttel in Schleswig-Holstein verschwunden war, wird die Suche nach ihr nun eingestellt.

Zwischenzeitlich hatte sie sich bemerkbar gemacht: Wie die Polizei mitteilte, habe die Frau am vergangene Woche ein neunminütiges Telefonat mit ihrer in Hessen lebenden Nichte geführt. Die Vermisste habe sich dabei laut ihrer 18 Jahre alten Verwandten über den Stand der polizeilichen Maßnahmen informiert, zu ihrem Aufenthaltsort aber keine Angaben gemacht. Die Nummer der Frau sei unterdrückt gewesen.

Mutter nicht im Watt verschollen – gezielte Flucht vor der Polizei

Eine 19-jährige Tochter der Frau hatte das Verschwinden der Polizei gemeldet, nachdem ihre Mutter und ihr Bruder nicht zurückgekehrt waren. Fußspuren im Watt, Kleidungsstücke sowie Schuhe an einer Buhne hatten darauf hingedeutet, dass sich die Frau und der Junge in Wassernähe aufgehalten hätten.

Da es Vorwürfe gegen sie gibt, waren die Ermittler zeitweise davon ausgegangen, sie habe sich in den Fluten ertränkt – und ihren Sohn mitgenommen. Daraufhin war eine großangelegte Suche gestartet worden.

Nun wartet die Polizei auf einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Hanau. Sobald dieser vorliege, werde die Suche durch ein Fahndungskommissariat fortgeführt. Eine öffentliche Fahndung solle es aber nicht geben – dafür seien ihre Delikte nicht schwerwiegend genug.

Verschwundene Mutter wollte nach Spanien

. Laut einem Zeugen soll sie zuvor angekündigt haben, die Haftstrafe wegen mehrerer Betrugsdelikte nicht anzutreten. Dem Mann soll sie verschiedenen Hausrat verkauft sowie erklärt haben, sie wolle ihr Lebensumfeld verlassen und Familienangehörige in Spanien aufsuchen.

Über die Familie hätten die Ermittler mittlerweile aber erfahren, dass die Frau keine Verwandten in Spanien hat. „Von daher ist der Aufenthaltsort wieder relativ offen“, hieß es weiter. Recherchen über Interpol liefen weiter.

Zuletzt hatte das Verschwinden der Schauspielerin Jasmin Tawil für Aufsehen gesorgt: Die 37-Jährige hatte sich ebenfalls aus ihrem bisherigen Leben verabschiedet und abgesetzt. (fmg/dpa)