Festnahme

Frau in Zug sexuell belästigt – Soldat (18) wird zum Helden

Er fühlte sich sicher, belästigte eine Frau in einem Regionalzug. Ein 28-Jähriger hatte jedoch nicht mit einem mutigen Mitreisenden gerechnet.

Ein Regionalzug der im Bremer Hauptbahnhof. Hier wurde der Täter von der Bundespolizei in Empfang genommen.

Ein Regionalzug der im Bremer Hauptbahnhof. Hier wurde der Täter von der Bundespolizei in Empfang genommen.

Foto: Eckhard Stengel / imago/Eckhard Stengel

Hannover/Bremen. Er ließ nicht von ihr ab, obwohl sie deutlich ihre Ablehnung zu verstehen gab – ein Mitreisender hat eine Frau in einem Regionalzug von Hannover nach Bremen offenbar zuerst bedrängt, dann auch sexuell belästigt.

Der 28-Jährige hielt sich nahe der Frau auf, die von der Bundespolizei als Mitte 30 beschrieben wird, begann dann, ihr Bein zu berühren. Sie erklärte ihm umgehend, dass sie das nicht wollte – was den Mann jedoch wenig störte, er grabschte weiter.

Dabei hatte er sich offenbar zu sicher gefühlt und nicht damit gerechnet, dass sich jemand einmischen würde. Tatsächlich bemerkte ein 18-Jähriger den Vorfall. Der junge Soldat war in Zivil unterwegs, sprach sofort den 28-Jährigen an.

Frau in Regionalzug belästigt: Soldat stoppt Angreifer

Als dieser auf die verbale Aufforderung, die Frau in Ruhe zu lassen, keinerlei Reaktion zeigte, stellte sich der 18-Jährige zwischen ihn und die Angegangene. Was den Älteren dazu brachte, den Jüngeren ins Gesicht zu schlagen.

Keine gute Idee, der Soldat ist erfahrener Kampfsportler und hatte kaum Probleme, sich gegen den älteren Angreifer zu wehren. Während er sich gegen den 28-Jährigen verteidigte, forderte er noch andere Fahrgäste auf, bitte die Polizei zu verständigen, wie die Bundespolizei berichtet.

„Im Hauptbahnhof Bremen wurde der Tatverdächtige von der Bundespolizei in Empfang genommen und wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung beanzeigt“, berichtet Behördensprecherr Jörg Ristow.

Atemalkoholtest: Beschuldigter hatte 1,96 Promille

Ein Atemalkoholtest beim Tatverdächtigen ergab demnach 1,96 Promille. „Ein Dank an die gezeigte Zivilcourage! Wenn Sie eine Straftat sehen, dann schauen Sie nicht weg!“, fordert Ristow auf. Mit einer Einschränkung: „Bringen Sie sich dabei aber nicht selbst in Gefahr. Verständigen Sie in jedem Fall die Polizei.“

Sexuelle Belästigung ist in Deutschland trauriger Alltag. Ein Berufsfeld, das besonders betroffen ist, sind Flugbegleiter. Auch in der Pflege ist sexuelle Belästigung ein Thema. In einem Prozess geht es um eine Pflegerin, die demente Seniorinnen missbraucht haben soll. (ses)