Hirnhautentzündung

Mehrere Meningokokken-C-Fälle: Gefahr für Kleinkinder

Eine lebensbedrohliche Variante der Meningokokken tritt im Süden Deutschlands verstärkt auf. Jüngst hat sich eine 13-Jährige infiziert.

Besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll der Impfschutz überprüft werden.

Besonders bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll der Impfschutz überprüft werden.

Foto: Martin Schutt / dpa

Erlangen/Berlin.  Meningokokkenerkrankungen können innerhalb von Stunden zum Tod führen. Aktuell tritt die lebensbedrohliche Variante Meningokokken C verstärkt in Bayern auf.

Wie das Landes­amt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilte, gebe es bislang sechs Fälle. Im gesamten Vorjahr seien es nur zwei gewesen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind vor allem Kleinkinder und Jugendliche gefährdet.

Meningokokken C: 13-jähriges Mädchen infiziert

Die Krankheitserreger können zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) führen. Besonders betroffen sei der oberbayrische Landkreis Ebersberg. Auch ein 13-jähriges Mädchen aus dem Landkreis München habe sich infiziert.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen oder nachholen zu lassen, rät das LGL.

Hirnhautentzündung: Das sind die Symptome einer Infektion

Die Erreger werden von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt übertragen und eine Erkrankung weist ähnliche Symptome wie eine Grippe oder Erkältung auf:

  • Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum
  • hohes Fieber
  • starke Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Schwindel

In Dresden verstarb im Juni ein dreijähriges Kita-Kind, Todesursache unklar. Der Verdacht: bakterielle Hirnhautentzündung. Aber ärztliche Untersuchungen konnten keinen endgültigen Beweis einer Meningokokkenerkrankung liefern.

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind Meningokokken-Erkrankungen aber relativ selten. In Deutschland gebe es jedes Jahr etwa 700 Meningokokken-Erkrankungen, etwa 210 Fälle gehen auf Meningokokken C zurück.

Kommission empfiehlt Impfung gegen Meningokokken C

Wegen der hohen Sterblichkeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C. Ältere Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag, die noch keine Impfung gegen Meningokokken C erhalten haben, wird empfohlen, diese möglichst bald nachzuholen. Der Streit um Impfpflicht gilt vielen als Wohlstandsdebatte.

Neben der bakteriellen Meningitis, gibt es auch eine Krankheitsform, die durch Viren hervorgerufen wird, etwa durch den FSME-Virus, der durch Zecken oder Stechmücken übertragen werden kann.

(guhe)