Naturkatastrophe

Ölpest in Brasilien: Bereits 2000 Kilometer Küste betroffen

Über die Herkunft wird spekuliert: Öl belastet Brasiliens Küsten. Mehr als 2000 Kilometer sind bereits betroffen. Mit schlimmen Folgen.

Ölpest verschmutzt Brasiliens Strände

Woher das Öl stammt ist unklar. Berichte über Lecks oder Schiffsunglücke liegen nicht vor.

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Berlin.  Brasilien leidet unter einen neuen Naturkatastrophen. Seit Jahren brennen immer wieder Teile des Regenwaldes, zuletzt im Sommer besonders verheerend. Nun wird es an einigen Küsten unangenehm: im Nordosten werden großflächig Ölklumpen an Strände geschwemmt. Mehrere tote Tiere sind bereits entdeckt worden.

Betroffen ist laut „Tagesschau“ zum Beispiel der Strand Aracujú – vor dem auch nach Öl gebohrt wird. Brasiliens staatlich kontrollierter Erdölkonzern Petrobras erklärte, das angeschwemmte Öl stamme nicht aus seiner Produktion, weil es schwerer sei.

Auch die Umweltbehörde Ibama bestätigte nach einer chemischen Analyse, dass das Öl nicht in Brasilien gefördert worden sei. Die Behörde vermutet, dass es aus einem Öltransportschiff kommt.

Ölpest vor Brasilien: Nordosten massiv betroffen – woher kommt es?

Dem Nachrichtenmagazin sagte Paulo Amilcar, Chef der örtlichen Umweltbehörde, „das ist ein nationales Problem. Wir wussten, dass es irgendwann auch hierher zu uns kommen würde. Aber seit dem 3. Oktober ist es hier außer Kontrolle.“

Inzwischen sind mehrere Bundesstaaten betroffen, in Fortalenza seien genau wie in Sergipe fast alle Strände geschlossen, auch Bahia im Süden sei inzwischen betroffen – mehr als 2000 Kilometer Küstenlänge. Zum Vergleich: Zwischen dem südlichsten und nördlichsten Punkt Deutschlands liegen 902 Kilometer, als nicht einmal die Hälfte.

Das Öl wird nicht in einem geschlossenen Ölteppich angeschwemmt, sondern verteilt sich auf mehr als 100 kleinere Ölteppiche, die weiter in Richtung der Küsten des Bundesstaates Bahia wandern.

Präsident Bolsonaro hat bereits einen Verdacht

In Medienberichten wird vermutet, Venezuela könne für die Ölpest verantwortlich sein. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sagte, er habe bereits „ein Land auf dem Radar“. Einen Namen wollte er nicht nennen. Er versicherte, dass an der Beseitigung der Umweltschäden gearbeitet werde.

Im Sommer schockierten die Regenwald-Brände – hatte das Mercosur-Abkommen Schuld? Auf Karten war ganze Ausmaß zu sehen. Laut WWF ist die Zahl der Tiere in Wäldern drastisch gesunken. (ses/dpa)