Unwetter

Hurrikan „Lorenzo“ bringt schlechtes Wetter nach Deutschland

Ein Hurrikan zieht Richtung Azoren, wird die Inseln Mittwoch treffen. Die Auswirkungen wird wohl auch Deutschland zu spüren bekommen.

Azoren: Ein Einwohner sichert Boote – Hurrikan Lorenzo kommt.

Azoren: Ein Einwohner sichert Boote – Hurrikan Lorenzo kommt.

Foto: RAFAEL MARCHANTE / Reuters

Berlin. In der Nacht ist Hurrikan „Lorenzo“ auf die Azoren getroffen. So wurden Spitzenböen von bis zu 180 Kilometern pro Stunde erwartet. Bevor der Sturm auf Land traf, war er sogar auf Kategorie 5 hochgestuft worden, weil Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometer pro Stunde gemessen wurden.

Das Auswärtige Amt hatte sogar eine Reisewarnung ausgegeben. „Es ist in jedem Fall mit heftigem Wind und Starkregen zu rechnen, der Überschwemmungen und Erdrutsche verursachen kann. Beeinträchtigungen im Reiseverkehr und bei der Infrastruktur können nicht ausgeschlossen werden“, heißt es auf der Internetseite. Das Ministerium rät zu besonderer Vorsicht. Urlauber sollten Wetterberichte beobachten und sich beim Reiseveranstalter informieren.

Inzwischen ist „Lorenzo“ der Kategorie 2 zuzuordnen. Dennoch bereiten sich auf den Inseln die Einwohner vor. Auch für die Schifffahrt ist der Sturm laut Deutschem Wetterdienst eine große Gefahr – weil er riesige Wellen produziert. Auch auf das Wetter in Deutschland hat der Hurrikan Auswirkungen: Es soll in den kommenden Tagen wechselhaft bleiben.

Hurrikan Lorenzo – Das muss man wissen:

  • Hurrikan Lorenzo soll auf die Azoren treffen
  • Das sorgt auch in Deutschland für schlechtes Wetter
  • Auf den Azoren kann mit Überschwemmungen gerechnet werden

„Auf dem Weg über den Atlantik verlieren solche Stürme Kraft und haben dann als eine Art Resterampe nur noch vergleichsweise wenig Wind und Regen dabei“, erklärte DWD-Meteorologe Simon Trippler. Für das Bergland und auf den Nordseeinseln erwartet der Wetterdienst starke Böen, auf den Gipfeln auch Sturmböen. Mit 10 bis 17 Grad ändert sich an den Tageshöchstwerten nicht viel.

Hurrikan Lorenzo würde auf die westlichen Inseln der Azoren er den Prognosen nach am Mittwochmorgen treffen, man müsse mit hohen Wellen und teilweisen Überschwemmungen rechnen. Die östlichen Inseln, darunter die Hauptinsel Sao Miguel, sind etwas weniger akut bedroht, trotzdem dürfte es windig werden.

Hurrikan Lorenzo: Extrem starker Wirbelsturm sehr weit östlich

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, ist Hurrikan Lorenzo ein Wirbelsturm für die Geschichtsbücher: Am Sonntag war er als Hurrikan der höchsten Kategorie 5 klassifiziert: Nie zuvor sei ein Hurrikan dieser Stärke so weit östlich über dem tropischen Atlantik beobachtet worden.

Zuletzt hatte Lorenzo zwar die Stufe 2, allerdings gewann er immer weiter an Größe. Diese und und seine Langlebigkeit machten den Sturm zu einem mächtigen „Wellengenerator“, so Meteorologe Adrian Leyser vom DWD – „eine riesige Gefahr für die Schifffahrt“.

Wetter in Deutschland wird „durcheinandergemischt“

Auf wetter.net berichtet Diplom-Meteorologe Dominik Jung davon, was zu erwarten sei: Lorenzo zieht Richtung Europa, wird wohl auf Irland treffen, allerdings als normales Sturmtief, „was unser Wetter hier in Deutschland noch mal ganz schön durcheinandermischen könnte.“

Auf dieser Google-Karte sind die Azoren zu sehen.

Die sehr kalten Luftmassen könnten dann für einen ersten kräftigen Temperatursturz sorgen und es auf minus zwei bis drei Grad abkühlen.

Wie schlimm es für die Azoren wird, muss sich zeigen, je nach Prognose könnten die Wellen, die auf die betroffenen Inseln stoßen, zwischen zwölf und 15 Meter hoch werden.

Hurrikans werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt – mit unterschiedlichen Bedeutungen. Zuletzt hatte ein Hurrikan die Bahamas erschüttert, es gab mehr als 2500 Vermisste. In Taiwan wütete ein Taifun – bei einem Brückeneinsturz gab es Verletzte. (ses)