Ermittlungen

Jungem Geld für Sex geboten? – Priester in Trier suspendiert

Einem Geistlichen in Trier wird versuchter sexueller Missbrauch an einem Jugendlichen vorgeworfen. Jetzt wird gegen den Mann ermittelt.

Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz: Im Herbst soll in Trier die Vollversammlung der deutschen Bischöfe stattfinden.

Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz: Im Herbst soll in Trier die Vollversammlung der deutschen Bischöfe stattfinden.

Foto: Arne Dedert / dpa

Trier. Es sind keine guten Nachrichten für Triers Bischof Stephan Ackermann: Pünktlich zum Beginn der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe ist ein neuer Missbrauchsfall publik geworden.

Danach ermittelt die Mainzer Staatsanwaltschaft gegen einen Trierer Bistumspriester wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines Jugendlichen, wie der Mainzer Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler der Nachrichtenseite volksfreund.de bestätigte. Der Beschuldigte soll dem Jugendlichen Geld für sexuelle Handlungen geboten haben. Das Geschäft sei aber nicht zustandegekommen.

Sexueller Missbrauch? Priester darf keinen Kontakt mehr zu Kindern haben

Nach Angaben von Bistumssprecherin Judith Rupp hat der Bischof den Priester im aktiven Dienst umgehend beurlaubt. Nach Informationen von volksfreund.de soll es sich um einen Priester von der Rheinschiene handeln.

Gegen den Priester sei eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet worden, sagte die Sprecherin. Er dürfe seinen priesterlichen Dienst nicht mehr ausüben und keinen Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen suchen. Die Ehren- und Hauptamtlichen der betroffenen Pfarreiengemeinschaft seien informiert worden. Sie könnten Unterstützungsangebote des Bistums in Anspruch nehmen, wenn sie dies wünschten.

442 Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester seit dem Jahr 1946

Allein im Bistum Trier wurden seit 1946 insgesamt 148 Priester wegen sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Betroffen waren 442 Opfer.

Bislang hat das Bistum Trier 475.000 Euro Entschädigung an Opfer gezahlt. 104 Betroffene haben sich laut Bistumssprecherin Judith Rupp bis Ende vergangenen Jahres gemeldet. Insgesamt seien 96 Anträge „auf materielle Leistung in Anerkennung des Leids“ bewilligt worden. Das ausgezahlte Geld stammt laut Judith Rupp nicht aus der Kirchensteuer, sondern aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls.

Seit einiger Zeit sind die deutschen Katholiken auf Konfrontationskurs mit dem Papst. Dabei geht es um mögliche Reformen. (cro/dpa)