Ermittlungen

Sexuelle Übergriffe auf Patienten? Pfleger tötet sich selbst

Ein 59-jähriger Krankenpfleger wurde verdächtigt, sexuelle Übergriffe auf Patienten fotografiert zu haben. Jetzt ist der Mann tot.

Als sie ihn verfhaften wollten, fanden Polizisten die Leiche des verdächtigen Krankenpflegers.

Als sie ihn verfhaften wollten, fanden Polizisten die Leiche des verdächtigen Krankenpflegers.

Foto: Christian Horz / Getty Images/iStockphoto

Jülich. Er soll Fotos von sexuellen Übergriffen auf wehrlose Patienten gemacht haben: Wegen dieses schweren Verdachts hatte die Staatsanwaltschaft Aachen gegen einen Krankenpfleger an einer Klinik im nordrhein-westfälischen Jülich ermittelt. Als der 59-Jährige festgenommen werden sollte, fanden die Polizisten den Mann tot in seiner Wohnung. Er hatte sich das Leben genommen.

Nach einem anonymen Hinweis hatte die Staatsanwaltschaft Aachen nach eigenen Angaben die Ermittlungen im August aufgenommen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen wurden die Bilder aus der Zeit zwischen 2012 und 2014 auf einem Computer gefunden. Die Bilder könnten aus dem Krankenhaus stammen, in dem der Mann gearbeitet hatte, wie die Sprecherin Katja Schlenkermann-Pitts sagte.

Warum der Mann sich selbst tötete, sei nicht geklärt, hieß es weiter. Die Ermittlungen gegen den Beschuldigten sollen nun formal eingestellt werden. Bei der Auswertung des Materials werde aber geprüft, ob es Hinweise auf andere Täter oder andere Straftaten gebe. Der WDR hatte zuerst über den Fall berichtet. (dpa/moi)

  • Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.