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Bud Spencer lebt – Tochter hält Erinnerung in Buch lebendig

Vor drei Jahren starb Schauspieler Bud Spencer. Seine älteste Tochter Cristiana hält die Erinnerung an ihn in einem Buch lebendig.

Cristiana Pedersoli, Tochter vom verstorbenen Schauspieler Bud Spencer.

Cristiana Pedersoli, Tochter vom verstorbenen Schauspieler Bud Spencer.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Berlin. „Zwei Himmelhunde auf dem weg zur Hölle“ und „Plattfuß“: Das sind Cristiana Pedersolis Lieblingsfilme von Bud Spencer. „Das ist seine Stimme. Das ist genau sein Charakter. Mein Vater war wie Piedone“, erinnert sich die Italienerin mit einem Lächeln. Cristiana ist die erste Tochter der Leinwandikone Bud Spencer (1929-2016).

Mit ihrem Buch „Mein Papa Bud“, das am 10. September erscheint, möchte die 57-Jährige den Fans noch unbekannte Einblicke in das Leben ihres Vaters geben, zeigen wie Carlo Pedersoli – so hieß er bürgerlich – wirklich war: als ehrgeiziger Schwimmer, als Sänger, als Familienvater.

„Man könnte sagen, er hat tausend verschiedene Leben gelebt“, sagt die Tochter im Interview. Carlo Pedersoli sei nicht nur auf der Leinwand der ewig gut gelaunte Sympathieträger gewesen, auch in der Familie habe er immer für Spaß gesorgt.

„Mein Papa Bud“ – Tochter hält in Buch Erinnerung fest

Cristiana wünscht sich, sie hätte mehr von seinem Talent geerbt. Dennoch erkennt die Buchautorin einige seiner Charaktereigenschaften bei sich selbst: „Wir feiern beide gerne, tanzen, singen und genießen unser Leben.“

Zudem seien sie beide manchmal etwas faul gewesen zu Hause. Wenn sie sich jedoch etwas in den Kopf gesetzt haben, konnte sie dann auch nichts aufhalten. Cristiana Pedersoli denkt, dass deswegen auch die sportlichen Auszeichnungen für ihren Vater die persönlich größeren Erfolge waren. „Er hat immer wieder gesagt, dass der Erfolg eines Schauspielers davon abhängt, wie sehr die Fans dich mögen. Für den Erfolg im Sport bist du selbst verantwortlich.“

Eine eigene Flugschule gegründet

Durch die Schauspielerei musste Bud Spencer seine Karriere als Schwimmer aufgeben, obwohl er an den Olympischen Spielen in Helsinki und Melbourne teilgenommen hatte. Er habe sich schnell neue Hobbys gesucht, sei mit Flugzeugen und Helikoptern geflogen, habe sogar eine Flugschule gegründet.

Das Buch über ihren Vater sei aus vielen losen Blättern entstanden, erzählt Cristiana Pedersoli. Viele lose Erinnerungen habe sie in ihrem Haus auf dem Land zusammengetragen: „Meine schönste Erinnerung an meinen Vater ist, dass ich auf seinem Bauch lag und er mich dann wie ein Flugzeug durch den Raum schweben ließ“. Am schönsten waren für sie auch seine Erzählungen über die Zeit im Amazonas, als er zeitweise mit Ureinwohnern und Schamanen zusammen gelebt hat. Er habe in dieser Zeit für sich den Sinn des Lebens gefunden.

Er schrieb ein Lied für die Tochter

Nach seinem Tod habe Bud Spencer seiner Tochter aber sehr persönliche Erinnerungen hinterlassen. Eine CD mit Liedern ihres Vaters hat sie bis heute in ihrem Auto. Darauf sei auch eines, das Carlo Pedersoli nur für sie geschrieben habe. „Ich glaube, ich war 15 Jahre alt. Da hat er einfach vor mir gestanden und gesagt ,Ich habe ein Lied für meine Tochter geschrieben.’ Es war aufgebaut wie ein wunderschönes Gedicht.“

Cristianas Mutter, Maria Amato, hat ebenfalls ein paar Zeilen zum Buch beigetragen. Im Gegensatz zu der 57-Jährigen sei es ihr jedoch immer noch schwer gefallen, sich mit der Erinnerung an ihren langjährigen Ehemann auseinanderzusetzen. „Sie ist eine schüchterne und zurückhaltende Person.

Sie hat meinem Vater immer den Rücken frei gehalten. Er wäre definitiv nicht der Mann, der er war, ohne meine Mutter.“ Die Ehe Ihrer Eltern sieht Cristiana in Teilen schon als Vorbild. Nicht nur in der Showbranche sei es eine Seltenheit, 56 Jahre verheiratet zu sein. Sie selbst widme jedoch nicht ganz so sehr wie ihre Mutter ihr Leben nur der Familie.

Das Buch hat die in Rom lebende Autorin neben den Fans auch für ihre Kinder geschrieben. Ihr Sohn sage immer, dass er genau wie sein Großvater später im Leben auch alle seine Träume verwirklichen wolle. Pedersoli selbst sorgt sich immer um die Zukunft ihres Sohnes. Doch ihr Vater Carlo hat ihr einen Rat mit auf den Weg gegeben: „Mein Vater hat immer gesagt, dass mein Sohn seinen eigenen Weg gehen wird. Ich müsste ihn nur lieben und in seiner Nähe sein und dann würde er seinen Weg schon selbst finden. Und das tut er jetzt auch.“

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