Geburtstag

Richard Gere: Sexsymbol, Gentleman, Menschenfreund

Richard Gere feiert seinen 70. Geburtstag. Der Schauspieler zeigt immer wieder Facetten von sich, die wohl kaum jemand vermutet hätte.

Richard Gere feiert 70. Geburtstag.

Richard Gere feiert 70. Geburtstag.

Foto: Arnold Jerocki / Getty Images

Essen. Nennen Sie einen männlichen Hollywoodstar! Lange Zeit, es war bevor Brad Pitt und Leonardo DiCaprio auftauchten, wäre einem wohl Richard Gere als Erstes eingefallen. Als herausragend facettenreicher Schauspieler wurde er kaum wahrgenommen, zu einem Oscar langte es nie. Aber er galt als Sexsymbol, als diese Bezeichnung für Männer noch neu war.

Der Titel war sogar amtlich: Das People-Magazin, das in dieser Hinsicht die Entscheidungsgewalt hat, wählte ihn 1999 zum „Sexiest Man Alive“. Nun sind die weißen Haare schütter, die Falten tiefer, doch die Augen funkeln wie eh und je und verraten Interesse, Ironie und einen wachen Geist: Am Samstag wird Richard Gere 70 Jahre alt.

Wie es sich gehört für eine Legende, gelang es auch Gere, sich mehrmals neu zu erfinden, und so überlagern sich verschiedene Bilder von dem Star im kollektiven Gedächtnis. Rücksichtslos, selbstgefällig, unwiderstehlich: Das waren die halbseidenen Figuren, die Gere in den frühen 80ern spielte, etwa den aalglatten Militär-Aufsteiger in „Ein Offizier und Gentleman“, den Callboy in „Ein Mann für gewisse Stunden“, den Gauner, der in „Atemlos“ eine Amour fou mit einer Tochter aus gutem Haus eingeht.

Richard Gere wurde erst recht spät zum Posterboy

Bis dahin hatte Gere, der sportverrückte Sohn eines Versicherungsvertreters aus Philadelphia, sich mit Broadway-Engagements und kleineren Rollen über Wasser gehalten. Plötzlich war er Posterboy und Superstar.

Es folgten ein paar Filmflops, und ehe er sich versah, war Gere nicht mehr jung und brauchte das Geld. Nur wegen der Gage, das gab er später zu, unterschrieb er 1989 für die Rolle eines schwerreichen Gentleman-Millionärs, der ein leichtes Mädchen (Julia Roberts) auf den rechten Weg bringt. „Pretty Woman“ wurde Geres größter Kassenerfolg. Nun bekam er komplexere Rollen angeboten, etwa in den Dramen „Mister Jones“ oder „Sommersby“.

Gere beherrschte aber auch den Boulevard, und das vor allem wegen seiner damaligen Frau, dem aufregendsten Supermodel ihrer Zeit, Cindy Crawford. „People“ erfand erstmals und einmalig den Titel „Sexiest Couple Alive“ für die beiden.

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Dalai Lama als große Inspiration für Richard Gere

Richtig glücklich war Gere in den Blitzlichtgewittern jedoch nicht. „Ich habe mich nie als Star empfunden oder fand mich gar besser als andere“, erklärte er einmal. „Für mich gab und gibt es viel Wichtigeres im Leben. Zum Beispiel, ein nützliches Glied der Gesellschaft zu sein. Gutes zu tun.“ Und das ist sein drittes Image, das bis heute alle anderen überragt: Gere, der Buddhist und Humanist. Als er sich Anfang der 90er zum Buddhismus bekannte, wurde die fernöstliche Religion zum letzten Schrei in Hollywood.

Doch für Gere war seine Spiritualität kein Wohlfühl-Trend: 1993 prangerte er bei der Oscar-Verleihung Chinas Tibet-Politik an. Mit seiner Stiftung sammelte er Millionen für unterdrückte Völker. Und er packt selbst mit an: In Italien half Richard Gere jetzt auf einem Rettungsschiff für Flüchtlinge. „Sie können alle Migranten mit nach Amerika nehmen in Ihren Privatjets, um Sie in Ihren Villen zu versorgen. Danke“, fiel Innenminister Matteo Salvini dazu ein.

Geres nächste Mission steht fest: „Ich möchte, dass es mehr weibliche Anführer gibt. Sie hören zu, was andere sagen.“ Ob er mit dieser feministischen Einstellung auch mal das Windelwechseln übernimmt? Vor ein paar Monaten ist er zum zweiten Mal Vater eines Jungen geworden, seine dritte Frau, die spanischen Society-Lady Alejandra Silva (36) ist die Mutter.

Den Namen des Babys verrät er nicht. Gut möglich, dass sein Freund, der Dalai Lama, ihn wieder ausgesucht hat. Der taufte den heute 19-jährigen Sohn aus Geres Ehe mit dem Bond-Girl Carey Lowell auf den Namen Jigme, das heißt „Angstlos“. Überhaupt hat der Dalai Lama das letzte Wort in Geres Leben: Als er dem Oberhaupt der Tibeter einmal sagte, er wolle aufhören in Hollywood, soll der erwidert haben: „Erst wenn ich Schluss mache, kannst du das auch tun.“

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