Epstein-Skandal

Prinz Andrew will von Missbrauch nichts gewusst haben

Prinz Andrew erklärt sich erneut zum Fall Epstein. Ein Opfer behauptet, sie sei mehrmals zum Sex mit dem Prinzen gezwungen worden.

Der britische Prinz Andrew distanziert sich erneut von Jeffrey Epstein.

Der britische Prinz Andrew distanziert sich erneut von Jeffrey Epstein.

Foto: Swen Pförtner / dpa

London. Der britische Prinz Andrew hat sich erneut von US-Milliardär Jeffrey Epstein distanziert. In einer Erklärung des Buckingham Palace schrieb der zweitälteste Sohn der britischen Königin Elizabeth II., er habe zu keiner Zeit von Epsteins Verhalten gewusst.

Epstein hatte sich Mitte August in einer Gefängniszelle in New York erhängt. Der Investmentbanker war wegen des Vorwurfs festgenommen worden, minderjährige Mädchen zur Prostitution gezwungen zu haben. Prinz Andrew war wie viele andere Prominente mit Epstein befreundet gewesen.

Opfer behauptet, zum Sex mit dem Royal gezwungen worden zu sein

Eines der Epstein-Opfer hatte behauptet, sie sei mehrmals zum Sex mit dem Royal gezwungen worden. Der Prinz hatte das bereits als „kategorisch unwahr“ zurückgewiesen. Allerdings wurden immer wieder Aufnahmen veröffentlicht, die Andrew mit Epstein oder in dessen Anwesen in New York zeigten – selbst nachdem der Multimillionär bereits eine erste Gefängnisstrafe wegen der Vorwürfe abgesessen hatte.

Inhaftierter Milliardär Epstein tot aufgefunden

Er äußere sich, um weitere Spekulationen zu vermeiden, schrieb Andrew. „Ich habe Mr. Epstein 1999 kennengelernt. Während der Zeit, als ich mit ihm bekannt war, sah ich ihn unregelmäßig und wahrscheinlich nicht mehr als ein- oder zweimal im Jahr. Ich war in einer Reihe seiner Anwesen zu Gast.“

Von dem angeblichen Sexhandelsring habe er nichts mitbekommen. Es sei zudem ein Fehler gewesen, Epstein nach dessen Freilassung wiederzusehen. „Ich habe erhebliches Mitgefühl mit allen, die von seinem Handeln und Verhalten betroffen waren“, so Andrew.

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Zeitung: Klarstellung des Prinzen „unglaublich arrogant“

Der Prinz hatte bereits vor einer Woche eine Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein von sich gewiesen. „Seine Königliche Hoheit verurteilt die Ausbeutung eines jeden Menschen und die Unterstellung, er würde solches Verhalten dulden, daran teilnehmen oder dazu animieren, ist abscheulich“, hatte der Buckingham-Palast mitgeteilt.

Kurz zuvor hatte die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“ ein Video veröffentlicht, das Andrew angeblich in dem New Yorker Anwesen Epsteins im Jahr 2010 zeigt. Zu sehen ist eine Person, die in der Tür steht und einer jungen Frau zum Abschied winkt. Dabei soll es sich um Andrew handeln.

Der Palast wollte die Echtheit des Videos nicht bestätigen. Eine Kommentatorin der Zeitung „Mail on Sunday“ bewertete die Klarstellungen des Prinzen am Sonntag umgehend als „unglaublich arrogant, unaufrichtig und unehrlich“.

(dpa)