Tatra-Gebirge

Polnische Forscher in Höhle eingeschlossen – Lebensgefahr

Vier Forscher konnten sich aus der Höhle befreien, zwei Männer sind immer noch eingeschlossen. Nun kommt auch Sprengstoff zum Einsatz.

Ein Blick ins Innere der Höhle Jaskinia Wielka Śnieżna. Dort sind die Forscher eingeschlossen.

Ein Blick ins Innere der Höhle Jaskinia Wielka Śnieżna. Dort sind die Forscher eingeschlossen.

Foto: LUKASZ SMAGORA / LUKASZ SMAGORA via REUTERS

Warschau. Sie gingen am Wochenende in die Höhle im Tatra-Gebirge in Polen – und kamen bisher nicht mehr heraus. Seit Samstag gelten zwei erfahrene Höhlenforscher als vermisst, sie sind in einer Höhle eingeschlossen. Vier anderen Forschern gelang es, die Höhle zu verlassen, sie hatten die Behörden verständigt.

Wo genau in der Höhle im Süden des Landes die beiden Männer sind, ist noch unklar. Rettungskräfte versuchen, Kontakt zu den Forschern herzustellen – bisher allerdings ohne Erfolg.

Forscher in Höhle eingeschlossen – Sprengsätze kommen zum Einsatz

Die Kollegen machen sich Sorgen um das Leben der Männer, denn es ist kalt in der Höhle. „Die Bedingungen sind schwierig. Die Temperatur liegt bei etwa vier Grad Celsius.“, sagte Bergretter Jan Krzysztof der polnischen Nachrichtenagentur (PAP). „Wir fürchten um das Leben der Eingeschlossenen.“

Nun versuchen Rettungskräfte aus Polen und der Slowakei mit einer Endoskop-Kamera und kleinen Sprengsätzen, die Tunnel in der Höhle zu weiten. Dadurch soll es möglich werden, die Männer auf speziellen Tragen zu befreien.

Höhlen – immer wieder kommt es zu Dramen

Immerhin ist klar, in welcher Höhle des Gebirges die Forscher sich befinden. Es ist die Höhle Jaskinia Wielka Śnieżna – die längste und tiefste Höhle im Tatra-Gebirge.

Noch ist nicht geklärt, wie sich die beiden erfahrenen Forscher in der Höhle einschließen konnten. Denkbar ist, dass sie versehentlich einen Auslass für Wasser geschlossen haben. So könnte sich Wasser in der Höhle gesammelt und den Fluchtweg blockiert haben, heißt es in dem PAP-Bericht.

Immer wieder kommt es zu Dramen in Höhlen. Erst vor wenigen Tagen wurden zwei Männer aus der Falkensteiner Höhle in der Schwäbischen Alb befreit. Auf Teneriffa kam es im April zu einer Familientragödie in einer Höhle. (dpa/sdo)