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Greta Thunbergs Atlantik-Reise – Wo die „Malizia II“ segelt

Greta Thunberg reist mit einer Jacht über den Atlantik. Wir begleiten die abenteuerliche Reise der Umweltaktivistin in einem News-Blog.

Great Thunberg segelt klimaneutral nach New York. Reporterin Johanna Rüdiger war bei der Abfahrt in Plymouth dabei – und hat sich unter Deck umgesehen.

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Berlin.. Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat ihren sechsten Tag auf See begonnen. Bisher scheint es bei der Reise über den Atlantik keine größeren Probleme zu geben. Das Leben auf der Jacht „Malizia II“ fühle sich an wie Camping auf der Achterbahn, hat die 16-Jährige berichtet. Immerhin: Seekrank sei sie nicht.

Das Ziel des Trips ist die UN-Vollversammlung in New York am 20. und 27. September. Vor der Greta Thunberg liegen noch viele Seemeilen, Wellen und Wind.

Greta Thunberg segelt über den Atlantik – Das Wichtigste in Kürze:

  • Greta Thunberg ist am 14. August mit der Rennjacht „Malizia II“ in See gestochen
  • Die 16-Jährige ist von Plymouth aus gestartet, Zielort ist New York
  • In New York besucht sie die UN-Vollversammlung am 20. und 27. September
  • Die Reise dorthin soll gut zwei Wochen dauern
  • Gemütlich wird es nicht – der Platz auf der Jacht ist ausgesprochen überschaubar

Wir begleiten die Reise von Greta Thunberg im News-Blog:

Montag, 19. Augst: Wo Greta Thunberg und die „Malizia II“ unterwegs sind

7.47 Uhr: Skipper Boris Herrmann zeigt auf seiner Webseite mit einem Tracker, wo sich die „Malizia II“ gerade befindet. Er zeigt Temperaturen und Winde – und wo das Boot war, als die Mitfahrer Nachrichten auf Instagram gepostet oder getwittert haben.

Am Montagmorgen sieht man östlich der „Malizia II“ noch die Küste Portugals – es ist Tag 6 der Reise von Plymouth nach New York.

Sonntag, 18. August: Greta Thunberg trotzt auf See dem Wind

23 Uhr: Gemütlich ist es sicher nicht auf der Rennjacht – aber malerisch kann die Reise mit der „Malizia II“ schon aussehen. Das beweist Skipper Boris Herrmann mit einem von einer Drohne aus gemachten Bild, das zeigt, wie das Boot in die Nacht hinein segelt.

14.21 Uhr: Ruhig und entspannt sieht Great Thunberg auf einem Foto aus, das am Sonntag auf ihrer Instagram-Seite erscheint: „Ein sonniger Tag mit gutem Wind“, schreibt sie zu dem Foto mit dem zurückhaltenden Lächeln. Es ist Tag 5 der vielbeachteten Reise über den Atlantik

Samstag, 17. August: „Wie Camping auf einer Achterbahn“

17.02 Uhr: Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sieht im Engagement der 16 Jahre alten schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg eine große Unterstützung für die Klimapolitik der Bundesregierung. Sie wünsche Thunberg bei ihrer Segelreise über den Atlantik zum UN-Klimagipfel viel Erfolg, sagte Schulze. Thunbergs Engagement sei bewundernswert und „sehr guter Rückenwind für all das, was wir in der Regierung tun müssen“.

15.01 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer artikulierte im Interview mit unserer Redaktion ihren Respekt für Greta Thunberg: „Es ist ein Verdienst von Greta Thunberg, eine Bewegung etabliert und ein Thema öffentlichkeitswirksam gesetzt zu haben.“

Dass die 16-Jährige kürzlich mit einem Vermummten im Hambacher Forst fotografiert wurde, kritisiert sie aber. „Ob es dem Anliegen guttut, sich mit vermummten Besetzern zu zeigen, muss sie entscheiden. Ich finde es jedenfalls nicht in Ordnung“, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer unserer Redaktion.

14.31 Uhr: Wer sich Sorgen um Greta macht: Es geht ihr gut. „Esse und schlafe gut und bin bisher nicht seekrank“, schreibt sie bei Instagram. Das Leben auf „Malizia II“ sei wie „Camping auf einer Achterbahn“.

10.59 Uhr: Nach einem stürmischen Tag auf See hat das Team auf der „Malizia II“ heute mit dem Kontrastprogramm zu kämpfen: Es herrscht Flaute, wie Skipper Boris Herrmann auf Twitter verkündet. Greta Thunberg und der Rest der Besatzung nutzt die Zeit für ein paar Spiele.

Freitag, 16. August: Schulstreik auch auf der Jacht

18.43 Uhr: Freitag ist es heute auch auf hoher See – und freitags ist eben Klimastreik. Deshalb hat Greta auch heute für mehr Klimaschutz demonstriert. Es ist die 52. Woche. So weit von Festland entfernt hielt Greta ihr „Skolstrejk för Klimatet“-Schild aber noch nicht in die Kamera. Zu sehen auf ihrem Instagram-Account.

11.37 Uhr: Greta ist auf dem Atlantik unterwegs – und das Klima muss weiter gerettet werden. Beim Umwelt- und Klimaschutz sehen junge Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge vor allem jeden und jede Einzelne in der Verantwortung.

Dieser Ansicht waren 61 Prozent der 14- bis 22-Jährigen in einer Jugendstudie des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will die Ergebnisse am Samstag beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung gemeinsam mit jungen Leuten vorstellen.

09.02 Uhr: Ist Gretas Seefahrt nach New York ökologisch wirklich eine so clevere Idee? Kritiker schimpfen: Der Segeltörn verursache einen enormen CO2-Ausstoß. Schon allein, weil das Team, das die Jacht zurücksegelt, nach New York fliegt.

Donnerstag, 15. August: Greta steuert Richtung Keltische See

19.22 Uhr: Die „Malizia II“ segelt weiter zwischen Frankreich und Großbritannien in Richtung Keltische See.

17.17 Uhr: Rund ein Tag liegt hinter der „Malizia II“, noch viele werden folgen, bis die Rennjacht in New York ankommt. Eine Zeit voller Entbehrungen für Greta Thunberg und ihre Mitstreiter. Wir haben bei Seglern und Experten nachgefragt: Wie viel Verzicht wird Greta und Co. abverlangt? Die klare Antwort: eine Menge – vor allem, was Ernährung und Schlaf angeht. Mehr Infos hier im Text: So ist das Leben an Bord der „Malizia II“

13.22 Uhr: Greta hat sich bei Instagram gemeldet – und ein Foto von sich auf der Jacht mit ihren Millionen Followern geteilt. „Tag 2, 100 Seemeilen westlich von Cape Finisterre.“ Die Nacht sei recht „bumpy“, also ruckelig gewesen, „aber ich habe überraschend gut geschlafen.“

Kleines, nettes Detail, nachdem die 16-Jährige bei der Pressekonferenz in England vor dem Start noch ihre Hoffnung artikuliert hatte, Meeresbewohner zu sehen: „Einige Delfine tauchten auf und schwammen neben unserem Boot.“

11.12 Uhr: „Die Crew der „Malizia II“ hat gestern Nachmittag ihre Reise nach New York angetreten. Online kann man stets den aktuellen Standort der Segeljacht einsehen. Wie Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst mitteilte, hat Skipper Boris Herrmann heute Morgen noch mit frischen Westwind zu kämpfen. Im Laufe des Tages wird der Wind vorübergehend nachlassen und auf Südwest drehen.

Auf See ist es heute wolkig aber meist trocken bei Höchsttemperaturen von 22 Grad. Die Wellen werden bis zu zwei Meter hoch. Am Freitag muss die Crew der „Malizia II“ dann mit stärkeren Südwest- bis Südwind rechnen. Die Wellen werden von zwei auf drei Meter ansteigen. In der zweiten Tageshälfte wird es zudem zeitweise regnen.“

7.13 Uhr: Das sieht fast romantisch aus: Skipper Boris Herrmann hat auf Twitter Fotos der ersten Nacht geteilt. Unter anderem ist ein hell erleuchtetes Schiff am Horizont zu sehen. Ein anderes Bild zeigt den Mond als kleinen Punkt am Nachthimmel.

4.58 Uhr: Greta hat ihre erste Nacht auf dem Atlantik überstanden. Die Hochseejacht „Malizia II“ hatte es bis zum frühen Donnerstagmorgen rund 65 Seemeilen weit Richtung Westen geschafft, wie die Live-Ortung des Spezialbootes zeigte.

Mittwoch, 14. August: Greta hat den Hafen von Plymouth verlassen

18.49 Uhr: Nun ist Greta auf dem Weg nach New York. Unsere Reporterin hat die Eindrücke vom Auslaufen der Jacht und Gretas Pressekonferenz zusammengefasst: Gretas größtes Abenteuer hat begonnen.

16.44 Uhr: Greta Thunberg hat einen ersten Tweet von ihre Reise abgesetzt. „Wir sind auf dem Weg!“, heißt es in dem Beitrag. Ein Foto zeigt die Umweltaktivistin an Bord der Segeljacht. Am Schiff angebracht wehen die Flaggen von Schweden und der Europäischen Union.

16.14 Uhr: Auf dem Instagram-Account des Segelteams von Greta Thunberg ist zu sehen, wie die „Malizia II“ fährt und offensichtlich die Reise Richtung USA angetreten hat.

15.12 Uhr: „Ich habe viele persönliche Dinge mitgenommen, nicht so viel Kleidung, aber Bücher, Brettspiele.“ Zudem habe sie ein kleines Plüsch-Häschen, „von jemandem, den sie kennt“.

15.10 Uhr: Greta berichtet noch einmal von den Vorbereitungen. Sie sei kurz seekrank geworden, aber das sei es auch gewesen. „Ich habe so etwas noch nicht gemacht, ich weiß nicht, was die größte Herausforderung wird.“ Die Tage der Vorbereitung, des Packens, seien gut gewesen. Und nun müsse man eben schauen.

14.58 Uhr: „Ich bin eine der wenigen Personen auf diesem Planeten, die die Chance haben, so zu reisen. Diese Chance wollte ich nutzen“, sagt Greta über ihre Atlantiküberquerung. Kritikern, die sagen, sie könnte auch ein Zeichen setzen, indem sie sich einfach per Video bei Klimakonferenzen zuschalten ließe, erwiderte sie, dass es einen Unterschied mache, ob es live dabei sei.

Greta segelt nach New York- So lebt sie an Bord der Malizia

Ihre Stärke und Energie für den Kampf gegen die Klimakrise ziehe sie aus dem Wissen, dass das Problem nicht von allein verschwinde.

Unsere Redakteurin Johanna Rüdiger streamt auf Twitter aus Plymouth.

14.46 Uhr: Um kurz nach 14.30 Uhr beginnt die kurze Pressekonferenz. Skipper Boris Herrmann spricht zuerst über zwei Wochen „Lärm, Nässe und fehlenden Komfort“ und wieso er dieses Unternehmen auf sich nimmt. Er habe Greta in seiner Heimat Hamburg vor dem Rathaus reden hören – und finde ihre Arbeit so wichtig, dass er sie unterstützen wolle.

Man begebe sich nun ins Ungewisse. Er habe selten jemanden getroffen, der in so jungem Alter so viel Courage zeige. „Die Solidarität mit Greta ist nicht beschränkt auf Klimaaktivisten.“ Jeder könne kleine Dinge ändern, auch, wenn nicht jeder eine Hightech-Jacht habe, könne man trotzdem sein Reiseverhalten hinterfragen. Es sei ein Rennen gegen die Zeit.

13.24 Uhr: Wissenschaftler Stefan Raimund von SubCtech prüfte an Bord der „Malizia II“ noch einmal alle technischen Instrumente, die später Daten über die CO2-Konzentration im Ozean sammeln sollen. Skipper Boris Herrmann postete den Check auf Instagram. Das Unternehmen „SubCtech“ hat sich auf Meeresmesstechnik und Unterwasser Energiesysteme spezialisiert.

12.54 Uhr: Die Abfahrt rückt näher. Mit an Bord sind übrigens:

  • Der deutsche Skipper Boris Herrmann
  • Gretas Vater Svante
  • Filmemacher Nathan Grossman, der eine Dokumentation über die rund 14 Tage dauernde Fahrt dreht
  • Herrmanns Co-Skipper und Förderer Pierre Casiraghi, jüngster Sohn der monegassischen Prinzessin Caroline

Herrmann und Casiraghi hatten Thunberg den Vorschlag unterbreitet, sie durch die Wellen zu den wichtigen Veranstaltungen in Amerika zu bringen.

11.51 Uhr: Greta bleibt kritisch: US-Präsident Donald Trump will sie in den USA nicht treffen. „Ich kann ihm nichts sagen, was er nicht schon gehört hat“, sagte Thunberg und rief zu weiteren Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung auf: „Wenn man sich das Gesamtbild anschaut, passiert nahezu nichts Positives.“

11.02 Uhr: „Ich denke, es wird ein ziemliches Abenteuer“, sagte die Schwedin der französischen Nachrichtenagentur AFP, bevor sie sich am Mittwoch an der Seite des deutschen Skippers Boris Herrmann von Plymouth aus auf den Weg nach New York zu einem UN-Klimagipfel machte.

Beim Probesegeln wurde Thunberg seekrank, aber das sei „zu erwarten“ gewesen. Im Vordergrund stehe ja ohnehin die Botschaft des Trips. „Ich denke, die Menschen nehmen die Klimakrise langsam ernster.“

Der Start der Reise fällt übrigens fast genau auf den Jahrestag des Beginns von Thunbergs Protestaktion: Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-Jährige vor den Stockholmer Reichstag gesetzt, um eine ehrgeizigere Klimaschutzpolitik Schwedens sowie ein Einhalten der Pariser Klimaziele einzufordern.

10.29 Uhr: Das Boot ist mit einem GPS-Sender ausgestattet und kann entsprechend verfolgt werden. Dazu gibt es eine Karte von Marine Traffic, auf der sich die Jacht verfolgen lässt.

Vor der Abfahrt auf den etwa zweiwöchigen Törn, die gegen 16 Uhr deutscher Zeit geplant ist, wird es im Hafen um 14.30 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz mit Greta und dem Hamburger Skipper Boris Herrmann (38) geben.

Herrmann wird ein kurzes Statement zu den aktuellen und unterwegs zu erwartenden Bedingungen machen, und mit Greta Fragen der mehr als 70 internationalen Medienvertreter beantworten.

7.24 Uhr: Unsere Reporterin Johanna Rüdiger hatte am Dienstagabend die Gelegenheit, sich an Bord der „Malizia“ umzuschauen. Ihr Video zeigt, wie es auf dem Spezialboot aussieht.

5.12 Uhr: Heute soll es losgehen mit der großen Überfahrt. Wenn alles nach Plan läuft, sticht das Team um Thunberg am frühen Nachmittag (gegen 15.00 Uhr MESZ) im südenglischen Plymouth in See. Der genaue Startpunkt in dem Hafen etwa drei Zugstunden südwestlich von London ist aber vom Wetter abhängig - und die Vorhersagen sind derzeit nicht optimal.

Für die Mittagsstunden ist zu kräftiger Wind vorhergesagt, was das Ablegen um mehrere Stunden verzögern könnte. Am späten Nachmittag könnte Herrmann eine kleine Lücke zur Abfahrt nutzen, bevor eine weitere Front durchkommen soll.

Auf dieser Google-Karte ist der Startpunkt, die Mayflower Marina, zu sehen.

Dienstag, 13. August: Skipper Herrmann ist beeindruckt von Greta

22.21 Uhr: Greta Thunberg wird vom britischen „GQ“-Magazin mit einem Preis für ihren Einsatz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe ausgezeichnet. Auf dem Cover der Oktober-Ausgabe des Männer-Stil-Magazins ist die 16-Jährige mit weißem Hemd und schwarzem Jackett zu sehen, darauf prangt in weißer Schrift die Frage: „Can you hear me?“ (Kannst Du mich hören?). Dabei zeigt sie mit ernstem Blick in die Kamera.

Der „Game Changer of the Year“-Preis soll Thunberg im Rahmen der britischen Men-of-the-year-Gala am 3. September verliehen werden.

15.41 Uhr: Wie Boris Herrmann auf seinem Instagram-Account bekanntgab, möchte er die Fahrt von Plymouth nach New York auch nutzen, um Daten über die Umweltbelastung des Meeres zu erfassen. Speziell dafür hat er ein Bordlabor unter Deck seiner Hochseeyacht, mit dem Co2-Werte im Ozean gemessen werden können.

15.28 Uhr: Kinder und Jugendliche mit Asperger-Syndrom wie Greta Thunberg brauchen oftmals feste Tagesabläufe. Wie schwer wird es für die Klimaaktivistin zwei Wochen auf hoher See? Wir haben die Frage einem Jugendpsychiater gestellt. Er meint: „Wenn sich Greta für so eine Reise entschieden hat, gehe ich davon aus, dass sie sich einen zweiwöchigen Segeltrip selbst zutraut. Sie ist ja auch in den letzten Monaten schon in viele verschiedene Länder gereist, was für gewöhnlich eine große Herausforderung für Menschen mit diesem Krankheitsbild darstellt.“

11.19 Uhr: „Heute laufen auf der „Malizia II“ die letzten Vorbereitungen vor der großen Reise nach New York. Einem pünktlichen Start steht von Seiten der Crew nichts im Wege – insofern das Wetter mitspielt.

Wie Thomas Bruns vom Deutschen Wetterdienst vermeldet, werden am Mittwoch in Plymouth Höchsttemperaturen von 19 Grad erwartet. „Die morgendlichen Regenschauer werden gegen Nachmittag zwar nachlassen, jedoch wird es den ganzen Tag über bewölkt sein. An der See weht am Mittwoch laut dem Wetterexperten ein starker Wind aus Südwest bis Süd. Die Wellen auf dem Wasser werden zwei Meter hoch.“

8.45 Uhr: Profisegler Boris Herrmann ist beeindruckt von der Entschlossenheit der jungen Klimaaktivistin: „Sie ist bereit, das Unbekannte und ein Stück weit auch Unkontrollierbare für ihre Mission in Kauf zu nehmen“, sagte der Skipper. „Das zeigt, wie weit Greta für ihre Botschaft bereit ist zu gehen.“

Viel Komfort werde die 16-jährige Schwedin auf der Hochseejacht „Malizia“ nicht genießen können. „Eine Rennjacht ist nie komfortabel, sondern bietet im Bestreben um Leichtigkeit nur die minimalste Ausstattung“, sagte der Segelprofi.

Herrmann und sein Co-Skipper Pierre Casiraghi, Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco, wollen Thunberg, deren Vater und einen Filmemacher ab Mittwoch nach Amerika bringen. Der exakte Startzeitpunkt hängt vom Wetter ab.

Montag, 12. August – Greta auf „Malizia II“: Erste Probefahrt steht an

19 Uhr: Die Reise könnte für Greta Thunberg zu einer extrem großen Herausforderung werden – vor allem, wenn sie unter der Seekrankheit leidet. Bislang hat die Klimaaktivistin keine Segelerfahrung – abgesehen von einer kurzen Probefahrt. Falls sie also bei ihrer Reise Übelkeit überkommt, gibt es einige Tricks, um die Beschwerden zu lindern.

Um der Bewegungskrankheit auf dem Schiff vorzubeugen , hilft es, sich auf den Horizont zu konzentrieren, frische Luft einzuatmen und „wie der Kapitän unterwegs zu sein“, erklärt Professor Michael Strupp, Oberarzt an der Neurologischen Klinik und dem Schwindel- und Gleichgewichtszentrum der Ludwig-Maximilian-Universität München, unserer Redaktion. Auch Schlaf kann die Symptome lindern.

18.15 Uhr: Auf der „Malizia II“ geht es langsam in die heiße Endphase. Skipper Boris Herrmann hat mit Greta Thunberg und ihrem Vater Svante bereits eine kleine Probefahrt unternommen. Zusammen haben sich die drei angesehen, wie sich das Wetter und die Meeresströmungen auf ihrer Reise entwickeln.

Für eine schnelle und sichere Überfahrt ist es für Herrmann und seine Crew sehr wichtig, dass weder eine Flaute noch ein Sturm herrscht. Sehen kann man die Prognosen in einem sogenannten Wetter-Routing, wie Lina Nagel vom Deutschen Segler-Verband erklärt. Beim Wetter-Routing werden großräumige Wettermodelle und -entwicklungen dargestellt.

Nach jetzigem Wetterstand werden Greta Thunberg und die Crew am Mittwoch um 15 Uhr in Plymouth starten. Allerdings kann sich der Reisebeginn auch noch um bis zu vier Stunden nach hinten verschieben, wie der Pressesprecher der „Malizia II“, Andreas Kling, mitteilte.

15.01 Uhr: Bevor Greta Thunberg die große Reise über den Ozean antritt, hat sie am Montag zum ersten Mal die Jacht betreten, die sie in die USA bringen soll. Zusammen mit ihrem Vater Svante und dem Skipper Boris Herrmann erkundete sie das Schiff und bekam eine erste Einführung in die aktuelle Wetterlage, wie in einem Video auf Facebook zu sehen ist.

Es ist das erste Mal, dass die 16-Jährige ein Segelschiff betreten hat, wie Boris Herrmann dem „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Für Montag steht auch noch eine kurze Probefahrt vor der Küste Englands an.

11.56 Uhr: Der Termin ist offiziell: Am Mittwoch sticht Greta Thunberg in See, es geht von der Mayflower Marina im englischen Plymouth ab nach New York – per Boot. Laut der Presseeinladung ist geplant, dass sie um 14 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit) sticht. Einziger Hinderungsgrund könnte extrem schlechtes Wetter sein. Ein bisschen Regen sei dagegen noch kein Grund.

Sonntag, 11. August: Boot ist Sportjacht – mit wenig Komfort

16.16 Uhr: Vor der großen Reise von Greta Thunberg werden immer mehr Details zur Route, der Jacht und der Besatzung bekannt. Die Route für Gretas Reise zum Klimagipfel in New York mit der Jacht startet wohl in Plymouth in Südengland.

Das Boot ist eine Sportjacht, die wenig Komfort bietet. Die Bordwände sind sehr dünn, um Gewicht zu sparen, doch das führt zu lauten Geräuschen unter Deck – etwa wenn Wellen gegen das Boot schlagen. Diese versucht die Crew um Boris Herrmann aus Hamburg so gut wie möglich zu durchschiffen.

Hier gibt es alle wichtigen Fragen und Antworten zu Gretas Bootstour . Zum Beispiel geht Greta Thunberg nicht mehr zur Schule, um sich komplett für den Klimaschutz einsetzen zu können. Die 16-Jährige nimmt ein Sabbatjahr und will danach wieder zur Schule gehen.

Samstag, 10. August – Vor England besucht Greta Thunberg Hambacher Forst

21.34 Uhr: Greta Thunberg hat vor ihrer großen Reise über den Atlantik zu den Vereinten Nationen in New York noch ein riesiges Erdloch besucht: den Braunkohletagebau Hambach im Rheinischen Revier. Auch den angrenzenden Hambacher Forst, der teilweise von Umweltaktivisten besetzt wird, besuchte sie. „Es war so gewaltig, so verheerend und es macht mich irgendwie traurig“, sagte Thunberg am Samstag.

Die Braunkohle trage mit zur ökologischen Krise bei. Um die Klimaziele zu erreichen, dürfe Deutschland keine weitere Kohle verbrennen, sagte sie unter Hinweis auf Wissenschaftler. Sie fühle auch mit den Menschen, die wegen des Tagebaus wegziehen müssten.

Greta im Hambacher Forst

Durch die Vergrößerung des Abbaugebietes sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Bewohner umgesiedelt und ganze Ortschaften neu gegründet worden.

(ac/dpa)