Geburtstag

Stefanie Hertel: Feierlaune trotz Aus bei „Masked Singer“

Schlager- und Volksmusikstar Stefanie Hertel ist bei „The Maskes Singer“ ausgeschieden. Gefeiert wurde trotzdem: Der 40. Geburtstag.

Stefanie Hertel wurde im Vogtland geboren und lebt heute mit ihrer Familie im bayerischen Chiemgau.

Stefanie Hertel wurde im Vogtland geboren und lebt heute mit ihrer Familie im bayerischen Chiemgau.

Foto: Michael Kremer/Geisler-Fotopress

Berlin. Am Donnerstagabend ist sie demaskiert worden: In der ProSieben-Erfolgsshow „The Masked Singer“ war sie der Panther, wurde allerdings überführt – und ist dann ausgeschieden. Hinter den Kameras hat Stefanie Hertel dafür Grund zum Feiern. Am 25. Juli wurde die Volksmusik- und Schlagersängerin 40 Jahre alt. Ein Gespräch über ihr Lebensmotto, das Alter, die Familie und ihren Trabbi.

Sie feiern an diesem Donnerstag Ihren 40. Geburtstag. Was ist das für ein Gefühl für Sie?

Stefanie Hertel: Ich fühle mich rundum wohl und freue mich wie jedes Jahr auf meinen Geburtstag. Für mich bedeutet die 40 die Gelegenheit, einmal etwas größer als sonst mit Familie und Freunden zu feiern.

Haben Sie für diesen besonderen Tag eine große Party geplant oder werden Sie eher im kleinen Kreis feiern?

Hertel: An dem Tag laufen bereits in Kärnten die Proben für das TV-Open-Air „Wenn die Musi spielt“ (27. Juli 2019., 20.15 Uhr, MDR/ORF). So richtig gefeiert wird im Herbst. Gemeinsam mit meinem Bruder Jörg, der 50 wird.

Von diesen 40 Jahren stehen Sie 36 Jahre auf der Bühne. Haben Sie sich manchmal gewünscht, eine normale Kindheit und Jugend zu haben?

Hertel: Ich hatte durchaus eine normale Kindheit und Jugend. Ich habe im Wald und auf der Wiese gespielt, bin durchs Dorf geradelt und habe wie alle anderen Kinder im Ort die Schule besucht. Nicht alltäglich waren dahingegen meine musikalischen Auftritte, die mir viel Spaß gemacht haben. Wenn andere Kinder an den Wochenenden mit ihren Vereinen unterwegs waren, stand ich auf der Bühne.

Wenn Sie zurückblicken, welches war die schönste Phase Ihres Lebens?

Hertel: Bisher habe ich alle Phasen meines Lebens genossen. Meine kleinen Auszeiten sind mir sehr wichtig. Wenn ich in die Natur gehe, auf einen Berg kraxle und mir in aller Ruhe die Welt von oben anschaue.

Und die schwierigste Zeit?

Hertel: Der Verlust meiner Mutter hat mich sehr getroffen. Und die erste Zeit danach war auch schmerzhaft. Dennoch würde ich das nicht als schwierige Zeit benennen. Abschied nehmen und leider auch der Tod gehören im Leben dazu.

Unter einer schwierigen Zeit verstehe ich eher, dass man nicht ein noch aus weiß. Zum Glück hatte ich immer das Selbstvertrauen und auch den Mut, den nächsten Schritt zu gehen, und ich hatte eine Vorstellung davon, wie sich Schwierigkeiten lösen könnten und wie ich mein Leben anpacken möchte. Ein Lebensmotto von mir ist deshalb auch: Kopf hoch, Krone auf und weiter.

Macht Ihnen das Alter Angst?

Hertel: Nein, warum auch. Man kann sich im Alter richtig gut fühlen, vorausgesetzt man ist gesund und munter. Es gibt viele alte Menschen, die ein glückliches Leben führen und auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückblicken dürfen. Mit meinem Mann und meiner Tochter Johanna an der Seite genieße ich jeden Augenblick und schaue dem Alter sogar freudig entgegen.

Welche Vorteile sehen Sie darin, älter zu werden?

Hertel: Ganz klar, man ist erfahrener, reifer, kann Dinge gelassener sehen. Man genießt die schönen Momente vielleicht ein wenig intensiver, weil man weiß, dass es auch andere geben könnte.

Schlager und Volksmusik sind gefragt wie nie zuvor. Wie erleben Sie diese Zeit?

Hertel: Ich freu mich riesig über diese Entwicklung. Jahrelang galten Schlager und Volksmusik als altbacken, obwohl sie in anderen Ländern und in anderen Sprachen schon früher zeitgemäß waren.

Dass deutschsprachige Musik nun seit einigen Jahren schon salonfähig, so vielfältig und in ist, ist doch spitze. So eine zünftige Volksmusik, die passt einfach zu einem richtig schönen Volksfest, und Schlager macht einfach Spaß, gute Laune und lädt zum Feiern ein.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Hertel: Da gibt es nur eines: Gesundheit, Gesundheit und Gesundheit!

Wie wichtig sind materielle Dinge für Sie?

Hertel: Spaß habe ich an einem guten Mountainbike. Markenprodukte im Textilbereich zum Beispiel sprechen mich nicht an. Ich bin förmlich ein Modemuffel, Labels ziehen mich nicht an. Ich liebe es sportlich, lässig, bequem Jeans und T-Shirt zu tragen.

Mein alter Trabbi „Schorsch“ begleitet mich seit vielen Jahren, und überhaupt finde ich Gegenstände, die eine Geschichte erzählen, in meinem Haus sehr gemütlich. An meinem Esstisch stehen bunt zusammengewürfelte Stühle, und es ist auch das eine oder andere Familienerbstück dabei.

Beruflich brauche ich nun mal ein vernünftiges Auto zum Reisen, einen Laptop, auf den ich mich verlassen kann, und ein kleines Heimstudio für spontane Aufnahmen habe ich auch. Doch das ist alles nichts, auf was ich nicht auch verzichten könnte, solange ich meine Familie und Freunde um mich habe.

Sie singen Duette mit Ihrem Vater und Ihrem Mann Lanny. Was bedeutet Ihnen das?

Hertel: Kennen Sie dieses Gefühl, das Sie vielleicht als Kind hatten, wenn Sie mit der Familie zum Wandern waren, in den Urlaub gefahren sind und dann wurde mit allen gesungen. Es machte einen glücklich im Herzen. Diese Emotion erlebe ich heute noch, wenn ich mit meinem Vater singe, und mit Lanny habe ich einfach irre viel Spaß, wenn wir gemeinsam musizieren.

Im Oktober gibt es einen weiteren wichtigen Geburtstag. Ihre Tochter Johanna wird 18. Wie fühlt es sich an, ein erwachsenes Kind zu haben?

Hertel: Johanna ist eine wunderbare Tochter. Ich liebe sie von ganzem Herzen. Sie wird immer „mein Kind“ sein, unabhängig von ihrem Alter. Sie wird flügge werden und ihre eigenen Wege gehen. Man muss auch loslassen können.

Ich denke oft daran, wie ich in ihrem jeweiligen Alter war. Ich wollte damals früh eigenständig sein und war dadurch umso mehr mit meinen Eltern verbunden. Weil sie mir bei allen meinen Entscheidungen vertraut und mein Selbstbewusstsein gestärkt haben – und ich wusste, dass ich daheim immer mein Nest haben werde.

Welches lustige Erlebnis fällt Ihnen zu Berlin ein?

Hertel: Ich bin einmal mit „Schorsch“, meinem Trabbi, vor den Friedrichstadt-Palast zur Preisverleihung „Goldene Henne“ vorgefahren. Vor uns war eine große Limousine, wir sind hinterher getuckert. Die Security-Leute haben uns erst einmal weggescheucht. Die wollten uns woanders hinleiten und wir haben gesagt: ,Nee, wir müssen genau dahin, wo der Mercedes auch hinfährt!’ Die sagten dann: ,Nein, also das geht nicht, das ist nur für die Stars.’ Irgendwie hat mich dann ein Fan am Straßenrand erkannt und sagte, das ist doch aber Stefanie Hertel. Der Security-Mann wurde ganz rot im Gesicht, hat uns zum roten Teppich geleitet, über den wir dann schreiten durften. Das war natürlich großartig. In der Limousine saß im Übrigen Helmut Kohl.“

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Hertel: Außer meinen Fernsehsendungen, Konzerten und meiner Weihnachtstour gibt es aktuell noch das eine oder andere Projekt, das im Entstehen, aber noch nicht spruchreif ist. Zu weit im Voraus plane ich nicht gern, sondern lebe im Augenblick und freue mich auf das, was noch so kommen mag.