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Bares für Rares XXL: Warum dieses Gemälde so viel wert ist

In der Primetime-Ausgabe von „Bares für Rares“ empfing Horst Lichter acht Verkäufer. Ein Gemälde verzückte die Händler im Schloss.

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Berlin.. Es war das beste Geschäft der Show – auch, wenn die Verkäuferin minimal unter ihren Erwartungen blieb: Ein Ölgemälde wechselte in der ZDF-Show „Bares für Rares“, die es mit der XXL-Ausgabe mal wieder in die Primetime geschafft hatte, für einen besonders stolzen Preis den Besitzer. Schauplatz war das Schloss Schwerin.

Ingeborg Dose aus Dortmund hatte das Bild mitgebracht, es entstammt dem 16. Jahrhundert. Und nachdem die Händler erst zaghaft Angebote abgaben, ging es schnell in den vierstelligen Bereich. Letztlich ging Dose mit 9000 Euro mehr in der Tasche nach Hause.

Einen Promi-Gast gab es auch in dieser Ausgabe wieder: Muriel Baumeister hatte sich mit einer antiken Uhr allerdings ordentlich verschätzt. Die Schauspielerin gehörte zu den bekannten Trödlern, die ihren Tand in der Hoffnung aufs große Geld dem Moderator Horst Lichter und seinen Experten vorlegte.

„Bares für Rares XXL“: Das sind die spannendsten Deals der Schloss-Ausgabe:

  • Der 25-jährige Jonathan Bonge kam mit einem Autoboot an
  • Muriel Baumeister schleppte eine Uhr aus Familienbesitz an
  • Mit einem Gemälde hoffte eine Dortmunderin auf einen Umsatz von 10.000 Euro
  • Ein Cranach-Schmuckstück mit Diamanten überraschte

Die Primetime-Ausgabe „Bares für Rares XXL“ erreichte 4,86 Millionen Zuschauer. Das reichte für den Tagessieg – allerdings war es die zweitschlechteste Quote für eine 20.15-Uhr-Ausgabe des vergangenen Jahres.

Dort, wo sonst der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern tagt, wurde in einer XXL-Ausgabe von „Bares für Rares“ um allerhand Wertvolles gefeilscht. Horst Lichter rollte den roten Teppich aus. Die echten Stars in dieser „Bares für Rares“-Ausgabe waren allerdings – wie immer – die Verkaufsobjekte.

Vom Hostieneisen über einen Präzisions-Schießstand bis hin zu einem jahrhundertealten Gemälde waren allerhand große Schätze und kleine Kuriositäten dabei. Insgesamt legten die Händler mehr als 20.000 Euro für sieben Objekte auf den Tisch.

Wertvollstes Angebot wurde nicht verkauft – niemand will das Holzboot

Dabei wurde das Wertvollste unter ihnen noch nicht einmal verkauft! Der 25-jährige Jonathan Bonge kam extra mit seinem Holzboot, Baujahr 1961, auf die Schlossinsel von Schwerin geschippert. 14.000 Euro wollte der Bankkundenberater aus Berlin dafür haben.

Mit seiner Forderung lag dieser sogar im Bereich der Schätzung zwischen 10.000 und 15.000 Euro von Experte Sven Deutschmanek. Doch diese Summen für das schöne Autoboot waren am Ende sogar Händlerin Elke Velten zu hoch – obwohl sie einen Bootsführerschein besitzt.

Muriel Baumeister verschätzt sich mit antiker Uhr

Mehr Interesse zeigten die Händler dagegen an einer antiken Uhr aus prominentem Hause. Anders als Horst Lichter, der zunächst nur etwas für die Augen und den Promi-Status von Muriel Baumeister übrig hatte.

„Ganz ehrlich, jetzt bin ich aber nervös”, gab der Moderator zu, als er sie begrüßte, und überhäufte die 47-Jährige erst einmal mit Komplimenten.

Die deutsch-österreichische Schauspielerin, die in der Tat bereits mit Schauspieler-Größen wie Mario Adorf oder Götz George vor der Kamera stand, wurde anschließend von Experte Albert Maier auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und musste sich von ihm erst einmal belehren lassen.

Albert Maier fragte die Schauspielerin nach der Entstehungszeit ihrer mitgebrachten Uhr und sie schien sich sehr sicher als sie sagte: „Ich weiß, dass der Uhrmacher-Meister um 1800 gelebt hat.”

Doch da schüttelte der Experte bereits mit dem Kopf. „Das ist falsch!“, erklärt er und stellte richtig: Die Uhr ist bereits um 1730 entstanden. Hundert Jahre hin oder her – Muriel Baumeister wollte für ihre Uhr aus Familienbesitz mindestens 1500 Euro haben. Mit dieser Wunschvorstellung und einer noch höheren Expertenschätzung (1800 bis 2000 Euro) stellte die 47-Jährige sich also den Händlern.

In der Verhandlung musste sie eigentlich nur ein bisschen Geduld beweisen, denn der Bayer Ludwig Hofmaier sowie der Österreicher Wolfgang Pauritsch battelten sich regelrecht um die antike Uhr aus Wien. Den Verhandlungskampf gewann schließlich Österreich. Wolfgang Pauritsch zahlte 1700 Euro und freute sich: „Ich habe eine Österreicherin glücklich gemacht.”

Dortmunderin verkauft Gemälde für 9.000 Euro

Das beste Geschäft bei der XXL-Ausgabe von „Bares für Rares“ machte jedoch eine Dortmunderin – und das, obwohl sie weit unter ihrer absoluten Schmerzgrenze blieb. Ingeborg Dose stellte den Händlern ein jahrhundertealtes Gemälde aus der Zeit um 1600 vor.

Die Malerei einer Hochzeitsszene aus der griechischen Mythologie zeigte nicht nur betrunkene Zentauren, sondern berauschte offenbar auch die Händler. Während diese sich zunächst recht gemächlich Ingeborg Doses Wunschpreis von 12.000 Euro annäherten, lagen die Angebote bald doch im vierstelligen Bereich.

Obwohl die Dortmunderin den Verhandlungsraum nicht unter 10.000 Euro verlassen wollte und Händler Julian Schmitz-Avila seine Schmerzgrenze bei 8.000 Euro sah, trafen sich die beiden letztlich in der Mitte. Ingeborg Dose verkaufte für 9.000 Euro und machte damit den Deal des Abends.

Überraschungs-Objekt: Cranach-Schmuckstück mit Diamanten

Je später der Abend, desto schöner die Objekte – das könnte man zumindest über das letzte Verkaufsobjekt in der Primetime-Ausgabe von „Bares für Rares“ sagen.

Anette von Husen aus Undeloh hatte weder einen blassen Schimmer, welchem Adelsstand sie eigentlich entstammt, noch ahnte sie, welches Schmuckstück sie der Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel vorlegte.

Den Schmuckanhänger, eine Orchidee aus Gold und Emaille, die man durch einen kleinen Kniff in eine Brosche verwandeln kann, stellte sich als ein Entwurf des berühmten Künstlers Wilhelm Lucas von Cranach heraus. Der Cranach-Schmuck, der obendrein mit Diamanten besetzt ist, stammt aus der Zeit um 1903 bis 1910.

Obwohl auch die Besitzerin vom Wert des Künstlerschmuckstücks überrascht war, äußerte sie schnell eine genaue Preisvorstellung:

5.000 Euro wollte Anette von Husen mindestens von den Händlern bekommen. Und sie sollte Glück haben: Fabian Kahl kämpfte hart um das Jugendstil-Schmuckstück und bezahlte schließlich den zweithöchsten Preis des Abends, 7.100 Euro.

Mit dem Verkauf dieses Kunstschmuckstücks endete auch der „Bares für Rares“-Primetime-Abend. Auch wenn die Händler in dieser XXL-Ausgabe nicht gerade mit außergewöhnlichem Talent glänzten, so wurde die Sendung doch ihrem Namen und ihrem Konzept gerecht.

Für die Zuschauer und Händler gab es extraviel Rares zu sehen – und die Verkäufer wurden mit ordentlich Barem belohnt. Oder wie Horst Lichter in seinem letzten Satz der Sendung rhetorisch fragt: „War das nicht ein Träumchen?“

Diese Objekte gingen bei „Bares für Rares“ XXL noch über den Tisch:

• Hostieneisen von 1596

Das Oblaten-Waffeleisen mit Gravur, das Benjamin Ochs und Heike Köllmel aus Ludwigsburg mit zu „Bares für Rares“ gebracht haben, ist eine echte Rarität. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde aus Gusseisen gefertigt. Der Stempel trägt ein bürgerliches Wappen. Experte Albert Maier sah den Ursprung in einer Hochzeit von einem Paar namens Adam und Eva. Händler Ludwig kaufte das ungewöhnliche Objekt für 400 Euro.

• Rolling Stones Programmheft mit Original-Unterschriften von 1967

Der Schweizer Walter Siegrist brachte mit einem Rolling Stones Programmheft mit Orginal-Unterschriften aller Bandmitglieder nicht nur eine echte Rarität mit in die Sendung, sondern auch ein Stück Musikgeschichte. 1967 fand das erste Konzert der Rolling Stones in der Schweiz statt und Walter Siegrist war damals selbst dabei.

Über Kontakte zum Veranstalter schaffte sein Vater es, die Autogramme für den damals 14-jährigen Walter Siegrist zu organisieren – gegen einige Flaschen Whiskey. Mit einem Erlös von 1.050 Euro fährt dieser schließlich mit mehr Geld zurück in die Schweiz als gedacht.

• Altes Tandem-Sportgerät für Kinder aus der Zeit um 1900

Katrin Burger aus Aschaffenburg zeigte mit ihrem Verkaufsobjekt, wie Kinder um 1900 sportlich fit gehalten wurden. Das Tandem-Gefährt war ein klassischer Dachbodenfund im Haus ihrer Eltern. Die Händler waren von dem gut erhaltenen Stück begeistert und boten sich gegenseitig hoch. Elke Velten kaufte das Tandem-Sportgerät schließlich für 600 Euro und schnappte es damit Wolfgang Pauritsch vor der Nase weg.

• Präzisions-Schießstand von 1920/30

Das Ehepaar Margareta und Burkhart Seidenspinner aus Düsseldorf eröffneten mit einem Präzisions-Schießstand von 1920/30 gleich im doppelten Sinne die Jagd auf das Verkaufsobjekt bei den Händlern. Zwar blieben die Händler mit 910 Euro unter der Experten-Schätzung, jedoch bekam das Ehepaar aus Düsseldorf von Händler Walter Lehnertz sogar ein klein bisschen mehr als ihren gewünschten Preis von 900 Euro.

(akarg/ses)

• Die Sendung „Bares für Rares XXL“ im Schloss Schwerin ist auch in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Texts hieß es, „Bares für Rares“ sei zum ersten Mal in der Primetime gelaufen. Das ist nicht korrekt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.