Ermittlungen

Vergewaltigung mit Wolfsmaske – Verdächtiger gesteht Tat

In München hat ein Mann mit Wolfsmaske wohl ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt. Jetzt hat sich der Verdächtige geständig gezeigt.

Auf einem Bildschirm im Polizeipräsidium präsentierte die Polizei München ein Vergleichsbild einer Wolfsmaske.

Auf einem Bildschirm im Polizeipräsidium präsentierte die Polizei München ein Vergleichsbild einer Wolfsmaske.

Foto: Wera Engelhardt / dpa

München. Nach der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München, bei der der Verdächtige eine Wolfsmaske getragen haben soll, hat der mutmaßliche Täter nun ein Geständnis abgelegt. Zuvor hatte der Mann die Ermittler zu der Maske geführt.

„Man kann das als Geständnis werten“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Dienstag. Details wollte sie allerdings zunächst keine nennen. Der Anwalt des Verdächtigen wollte überhaupt keine Stellungnahme dazu abgeben.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, könnte das Geständnis weitreichende Folgen für einen Gerichtsprozess haben. Denn dann müsste das Mädchen keine Aussage mehr vor Gericht machen.

Am 4. Juli wurde bekannt, dass die Ermittler die Wolfsmaske gefunden haben, die der Verdächtige bei der Tat getragen haben soll. Der 43-Jährige hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft über seinen Anwalt erklären lassen, die Maske in einen Abfallcontainer in der Nähe seines Wohnortes gelegt zu haben.

Vergewaltigung in München: Wolfsmaske des Verdächtigen in Mülleimer gefunden

Polizisten hatten den Container ausgeleert: Sie fanden die Maske in dem Müll. Sie sehe etwas anders aus als das von der Polizei zunächst veröffentlichte Bild, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann soll das elfjährige Mädchen im Münchner Stadtteil Obergiesing in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt haben.

Die Polizei nahm den Deutschen an seinem Arbeitsplatz fest. Er kam in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Sein elfjähriges Opfer werde weiter von einem Kriseninterventionsteam betreut, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Vergewaltigung einer Elfjährigen mit Wolfsmaske – Verdächtiger vorbestraft

Zwei Tage nach der Vergewaltigung hatte die Polizei den Verdächtigen festgenommen. Der 43-Jährige ist wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern bereits vorbestraft. Der Münchener war zu knapp fünf Jahren Haft verurteilt worden. Und wurde in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Seit November 2018 hatte er in einer therapeutischen Wohngemeinschaft gelebt.

DNA-Spuren am Körper des Mädchens hätten bei den Ermittlungen geholfen. Der Mann wurde nach der Festnahme dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der erließ Haftbefehl unter anderem wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern.

Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind – Haftbedingungen gelockert

Nach Angaben der Polizei soll der Mann das Mädchen unvermittelt angegriffen und es in ein Gebüsch gezerrt haben. Dort soll der hinter einer Wolfsmaske versteckte Mann der Elfjährigen den Ranzen heruntergerissen haben und sie sexuell missbraucht haben.

Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Mädchen – Passantinnen beobachten Tat

Danach habe der Täter die Flucht ergriffen, so die Polizei. Die Ermittlungsgruppe „Wolf“ hatte nach ihm gefahndet. Ein Polizeisprecher hatte von einer „seltenen, aber sehr schwerwiegenden Tat“ gesprochen, die landläufig als Vergewaltigung bezeichnet werde.

Juristisch handele es sich wegen des jungen Alters des Opfers um einen Fall schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Das Mädchen habe sich nach der Tat seiner Mutter anvertraut, die die Polizei alarmierte, sagte Ignaz Raab, Leiter des Kommissariats 15 für Sexualdelikte. Es gebe keine Zweifel an den Schilderungen des Opfers.

Die Verletzungen der Elfjährigen passten laut Polizei zum Tatort, außerdem seien Spuren gesichert worden. Zwei Passantinnen hätten die Tat gesehen und sich bei der Polizei gemeldet, berichtete Raab weiter. Sie hätten diese aber nicht als sexuellen Übergriff erkannt.

Die Polizei hatte eine Beschreibung des mutmaßlichen Täters auf Facebook veröffentlicht.

In den USA hatte im Mai ein Mann eine Werwolfmaske getragen und offenbar das Kind seiner Freundin gequält. (dpa/les/moi/ac)