Blackout

Stromausfall in Südamerika: Lage normalisiert sich wieder

Millionen Menschen in weiten Teilen Südamerikas waren seit Sonntag ohne Strom. Der Grund war wohl ein massiver Fehler im Stromnetz.

Verkäufer mussten sich in Argentinien am Sonntag mit Kerzenlicht behelfen. Ein massiver Stromausfall hatte das Land getroffen.

Verkäufer mussten sich in Argentinien am Sonntag mit Kerzenlicht behelfen. Ein massiver Stromausfall hatte das Land getroffen.

Foto: AGUSTIN MARCARIAN / Reuters

Buenos Aires. Nachdem ein Stromausfall am Sonntag weite Teile Südamerikas lahmgelegt hatte, fließt der Strom in Argentinien und Uruguay wieder nahezu flächendeckend. Die 47 Millionen Menschen in beiden Staaten hätten praktisch alle wieder Strom, teilten die größten argentinischen Energieversorger Edesur und Edenor sowie ihr uruguayisches Pendant UTE mit.

Millionen Menschen waren seit sieben Uhr am Sonntagmorgen ohne Energieversorgung gewesen. Betroffen waren laut Edesur ganz Argentinien, Uruguay und Paraguay sowie der Süden Brasiliens.

Der Grund für den Blackout sei ein Fehler im Stromnetz. Der uruguayische Versorger UTE meldete auf Twitter, dass ein Schaden im argentinischen Netz sich auf das Verbundsystem ausgewirkt habe. Uruguay ist mit Argentinien über das gemeinsame Kraftwerk Salto Grande auf dem Uruguay-Fluss verbunden, 350 Kilometer nördlich von Buenos Aires. Paraguay teilt sich mit Argentinien das Kraftwerk Yaciretá auf dem Paraná-Fluss.

Stromausfall in Argentinien: Nur Feuerland blieb verschont

„Es handelt sich um einen nie da gewesenen Fall“, schrieb Argentiniens Präsident Mauricio Macri auf Twitter. Auch der Unterstaatssekretär für Zivilschutz, Daniel Russo, sagte dem Sender Radio Mitre, dies sei ein Ausfall in einem für Argentinien beispiellosen Ausmaß. Innerhalb des Staatsgebiets blieb nur das an der südlichen Landesspitze gelegene Feuerland von dem Ausfall verschont.

Das Versorgungssystem sei wegen Spannungsproblemen automatisch abgeschaltet worden, erklärte Argentiniens Energiestaatssekretär Gustavo Lopetegui auf einer Pressekonferenz. An einem Sonntag ohne extreme Temperaturen verfüge das Netz über eine Stromreserve von 20 Prozent, daher sei die allgemeine Abschaltung ungewöhnlich gewesen.

Lopetegui schloss einen Hacker-Angriff nicht aus, das sei aber nicht der Hauptverdacht. Ein Ergebnis der laufenden Untersuchungen werde erst in sieben bis zehn Tagen feststehen.

Blackout legte ÖPNV in Buenos Aires lahm

In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires kam der öffentliche Personennahverkehr zum Stillstand. Auch in anderen Städte fuhren keine Züge.

Einige Stunden nach der Ausfallmeldung schrieb der Stromversorger Edesur: Die ersten 34000 Kunden seien zurück am Netz. Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires beginne der Strom wieder zu fließen.

Stromausfall in Argentinien: Provinzwahlen sollten am Sonntag starten

Der Stromausfall traf Argentinien ausgerechnet während der Provinzwahlen, die über das Jahr verteilt stattfinden, wie die Konrad-Adenauer-Stiftung schreibt. Am Sonntag sollte in der Region Santa Fe gewählt werden. In sozialen Netzwerken waren Wahlkabinen in der Region zu sehen, in denen offensichtlich Wahlhelfer mit Taschenlampen unterwegs waren.

Twitter-Nutzer posteten zudem Fotos aus der Hauptstadt Buenos Aires, deren Skyline ohne Licht nur zu erahnen war. Betroffen von dem Ausfall waren neben der Hauptstadt die Provinzen Santa Fe, San Luis, Formosa, La Rioja, Chubut, Cordoba, Mendoza und Feuerland. Lokale Medien berichteten, dass der Verkehr nach Ampelausfällen stark beeinträchtigt sei, zudem seien mit Strom betriebene Züge mitten auf den Strecken stehengeblieben.

Auch in Europa und Deutschland wird immer wieder über die Wahrscheinlichkeit von massiven Stromausfällen – so genannten Blackouts – diskutiert. Dies tat zuletzt auch ein ARD-Krimi, der sich mit Blackouts beschäftigte. Dabei ging es um Selbstversorger im „Polizeiruf 110“: Das machen Prepper. Ein Bundesamt warnte schon vor Versorgungsmängeln bei einem Blackout. (ac/dpa)