Unglück

Junge (12) hing an Strick und stirbt - war es ein Unfall?

In Schmelz im Saarland wurde ein Junge an einem Strick gefunden. Er starb in einer Klinik. Jetzt soll eine Obduktion Klarheit bringen.

In Schmelz im Saarland wurde ein Junge an einem Strick gefunden und ins Krankenhaus gebracht – dort ist er gestorben.

In Schmelz im Saarland wurde ein Junge an einem Strick gefunden und ins Krankenhaus gebracht – dort ist er gestorben.

Foto: Stadtratte / Getty Images/iStockphoto

Schmelz.  Tagelang bangten Ärzte und Eltern um das Leben des Zwölfjährigen, der an einem Strick im saarländischen Schmelz auf einem Schulgelände gefunden worden war. Am Sonntag starb der Junge in einem Krankenhaus. Eine Obduktion soll nun Klarheit darüber bringen, wie der Junge überhaupt in den Strick kam.

Der Vorfall ereignete sich bereits am 6. Juni, das Kind lag tagelang im Koma auf der Intensivstation und kämpfte um sein Leben. Die Hintergründe des Vorfalls sind unklar. Ein Polizeisprecher sagte unserer Redaktion, dass die Ermittler nach wie vor nicht von einem Fremdverschulden ausgehen.

Noch in der vergangenen Woche hatte ein Polizeisprecher gesagt, dass es sich um einen „dubiosen Fall“ handele. Das Kind war von einem Mädchen gefunden worden, das anschließend Hilfe holte. Die Reanimierung lief zunächst erfolgreich – im Krankenhaus starb der Junge dann an seinen schweren Verletzungen.

Doch wie kam der Junge dann an den Strick? Die Polizei untersucht alle möglichen Ursachen. Einen Suizid, der in diesem Alter sehr selten vorkommt, schlossen die Ermittler zunächst aus. Auch die Familie des Jungen hält das für unwahrscheinlich.

Junge hing in Schmelz an einem Strick – das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Schuljunge wurde an einem Strick aufgefunden
  • Der Zwölfjährige starb am Samstag in einer Klinik
  • Es gibt bisher keine Hinweise auf ein Verschulden anderer
  • Für Montag ist eine Obduktion geplant

„Wir gehen nach wie vor von einem Unglücksfall aus“, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag unserer Redaktion. Am Montag soll das Kind obduziert werden. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Ermittler weitere Rückschlusse darauf zu finden, wie es zu der Tragödie kommen konnte.

Familie glaubt nicht an Suizid

Die Polizei zog zwischenzeitlich Gerichtsmediziner hinzu, um den Vorfall zu rekonstruieren. Der Onkel des Jungen erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Wir feierten das Ende des Ramadans, erhielten einen Anruf: A. habe sich den Fuß gebrochen.“

Die Familie sei zum Schulhof in der Nähe des Wohnhauses geeilt. „Krankenwagen und Rettungshubschrauber waren da. Wir erfuhren die bittere Wahrheit.“ Das Kind sei ein glücklicher Junge gewesen, sagte der Onkel dem Bericht zufolge.

Junge wurde in Schmelz an Blitzableiter gefunden

Der Schüler war mit einem Strick an dem Blitzableiter einer Turnhalle festgebunden und leblos von einem Mädchen gefunden worden. Passanten befreiten das Kind und begannen mit einer Reanimation, die erfolgreich verlief. Seitdem liegt das Kind auf der Intensivstation.

Eine Google-Maps-Karte zeigt, wo es zu dem Unfall gekommen ist.

Zu einem Unfall unter Schulkindern kam es auch in Kaiserslautern. Ein Fünftklässler kam nach einem Sturz im Schul-Treppenhaus ins Krankenhaus. (bekö/cro/les/dpa)

Anmerkung der Redaktion, auch wenn die Hintergründe des vorliegenden Falls noch nicht ganz klar sind: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.