Festnahmen

Brutale Attacke auf deutschen Austauschschüler in England

In Canterbury haben mehrere Jugendliche einen 17-Jährigen aus Deutschland schwer verletzt. Hat die Tat einen rassistischen Hintergrund?

Britisches Polizeiauto mit Absperrband: Das Opfer der Attacke in Canterbury  wurde mit schweren Kopfverletzungen nach London geflogen.

Britisches Polizeiauto mit Absperrband: Das Opfer der Attacke in Canterbury wurde mit schweren Kopfverletzungen nach London geflogen.

Foto: Jonathan Nicholson / imago/ZUMA Press

Canterbury. Brutale Attacke auf einen Austauschschüler aus Deutschland im Südosten Englands: Wie der „Guardian“ berichtet, haben mehrere Jugendliche einen 17-Jährigen im Stadtzentrum von Canterbury angegriffen und schwer verletzt. Die Polizei gehe einem möglichen rassistischen Hintergrund nach, das Opfer soll libanesische Wurzeln haben.

Die Eltern des Jugendlichen leben in demnach Deutschland, seien aber keine EU-Bürger. Das Opfer sei mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus in London geflogen worden und habe notoperiert werden müssen. Nach dem Angriff am Donnerstagabend seien sechs Teenager aus Canterbury und Umgebung im Alter zwischen 15 und 17 Jahren sowie ein 44 Jahre alter Mann festgenommen worden. Letzterer stehe unter dem Verdacht der Beihilfe.

Deutscher Austauschschüler in Canterbury attackiert – Festgenommene wieder frei

Inzwischen wurden alle Festgenommenen auf Kaution freigelassen, so der „Guardian“ weiter. Die Polizei sucht laut einer Mitteilung Zeugen des Vorfalls. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur machten die Fahnder am Montag keine weiteren Angaben.

Der Zustand des Opfers sei weiter ernst, der Junge sei immer noch Krankenhaus. Woher aus Deutschland er kam, war nicht zu erfahren. Zum Motiv des Angriffs hielt sich die Polizei mit Blick auf die laufenden Ermittlungen bedeckt.

Eine Labour-Abgeordnete aus Canterbury, Rosie Duffield, habe sich an Innenminister Sajid Javid gewandt, um für die Eltern des Jungen schnell ein Einreisevisum zu besorgen. Am Sonntag sei die Mutter des 17-Jährigen in London eingetroffen. „Wir sind entsetzt über diesen heimtückischen Angriff“, sagte die Parlamentarierin aus der rund 55.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt.

„Wir möchten klarstellen, dass Canterbury offen für Besucher ist und dass wir andere Nationen respektieren und bewundern. Wir sind sehr bestürzt über diesen Angriff und möchten der Familie des Opfers so viel Unterstützung wie möglich zukommen lassen. Der Angriff sei „ein schrecklicher und beschämender Fleck“ auf der sonst friedlichen Stadt, schrieb Duffield auf Twitter. Sie rief die Bevölkerung auf, die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen.

Erst vor wenigen Tagen hatten mehrere Jugendliche ein lesbisches Paar in einem Bus in London aus offenbar homophoben Motiven brutal attackiert und verletzt. Der Fall löste über Großbritannien hinaus Entsetzen aus. (dpa/küp)

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