Artenschutz

Sumatra-Nashorn: Letztes Männchen auf Malaysia gestorben

| Lesedauer: 2 Minuten
Verena Müller
Das Sumatra-Nashorn Tam, das letzte männliche Sumatra-Nashorn Malaysias, ist tot. In der Vergangenheit war versucht worden, Tam mit zwei weiblichen Tieren zusammenzubringen, damit es Nachwuchs gibt. Das gelang aber nicht.

Das Sumatra-Nashorn Tam, das letzte männliche Sumatra-Nashorn Malaysias, ist tot. In der Vergangenheit war versucht worden, Tam mit zwei weiblichen Tieren zusammenzubringen, damit es Nachwuchs gibt. Das gelang aber nicht.

Foto: - / dpa

Das letzte männliche Sumatra-Nashorn Malaysias ist tot. Die Art ist damit fast ausgestorben. Weltweit gibt es weniger als 80 Tiere.

Berlin/Kuala Lumpur. In Malaysia ist der letzte weltweit lebende Sumatra-Nashornbulle gestorben. Das Tier starb in einem Reservat auf der Insel Borneo. Die Art ist in dem südostasiatischen Land damit de facto ausgelöscht. Lediglich ein weibliches Sumatra-Nashorn hat dort bis heute überlebt.

Indonesien ist somit das einzige Land der Welt, das eine fortpflanzungsfähige Population der Art hat. Nicht einmal 80 Tiere, verteilt auf neun isolierte Populationen, streifen laut Naturschutzorganisation WWF noch durch die indonesischen Regenwälder. Viele Rhinozerosse wurden wegen ihres Horns, dem alle möglichen Eigenschaften zugeschrieben werden, Opfer von Wilderern. Normalerweise werden sie zwischen 35 und 40 Jahre alt.

• Hintergrund: Das Geschäft mit exotischen Tieren hat viele dunkle Seiten

Sumatra-Nashörner sind eine der seltensten Tierarten weltweit

„Sumatra-Nashörner zählen zu den seltensten Tierarten weltweit. Der Tod des Bullen Tam spitzt den Überlebenskampf weiter zu. Indonesien wird zur letzten Hoffnung für die Sumatra-Nashörner. Doch Wilderei und vor allem Lebensraumzerstörung bedrohen die Tiere massiv. Derzeit setzen wir alles daran, deren Überleben zu sichern und vor allem wieder Nachwuchs zu bekommen“, sagt Michael Zika von der Naturschutzorganisation WWF Deutschland.

Nach eigenen Angaben verfolgt der WWF gemeinsam mit der indonesischen Regierung und anderen Organisationen das Ziel, die Fortpflanzung der Tiere in Gefangenschaft zu intensivieren und zugleich die letzten wildlebenden Populationen zu schützen. Das sei jedoch kompliziert: „Ihre Fortpflanzungsrate ist sehr niedrig und viele der noch lebenden Tiere könnten aufgrund ihrer langjährigen Isolation in freier Wildbahn unfruchtbar sein“, erklärt Zika.

Kann man das Nördliche Breitmaulnashorn noch retten?

Nicht nur in Asien, auch in Afrika sind Nashörner bedroht. Dennoch hat Namibia erst kürzlich beantragt, sein Südliches Breitmaulnashorn für den Abschuss freizugeben. Und das, obwohl sein engster Verwandter, das Nördliche Breitmaulnashorn, ebenfalls kaum noch zu retten ist. (mit dpa)

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