Leichenfund

Getötete Männer in Forst – Opfer einer Mafia-Fehde?

In der brandenburgischen Kleinstadt Forst sind zwei Männer getötet worden. Sie gehörten offenbar zu einem Mafia-Clan aus Montenegro.

Leichenfund im brandenburgischen Forst: Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich nicht zu den Berichten aus Montenegro.

Leichenfund im brandenburgischen Forst: Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich nicht zu den Berichten aus Montenegro.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Forst. Nach dem Fund von zwei getöteten Männern im brandenburgischen Forst (Landkreis Spree-Neiße) gibt es immer mehr Hinweise auf den Hintergrund des Verbrechens. Nach Angaben montenegrinischer Zeitungen soll es sich bei den Toten um Mafia-Angehörige aus dem Balkanstaat handeln. Wie die regierungskritische Zeitung „Vijesti“ schreibt, wurden die Männer Opfer einer Racheaktion.

Hintergrund sei ein seit mehreren Jahren andauernder Streit zwischen zwei Mafia-Clans in der Adria-Küstenstadt Kotor.

Die beiden in Forst getöteten Männer sind laut „Vijesti“ polizeibekannte Montenegriner. Zwei weitere Männer, ebenfalls aus Montenegro, sollen bei dem Angriff am Montag verletzt worden sein. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich mit Verweis auf laufende Ermittlungen dazu nicht.

200 Kilo Kokain gestohlen – 40 Tote

Die Leichen waren am frühen Montagmorgen in einer Wohnung in der Brandenburger Kleinstadt entdeckt worden. Aufgrund der Situation, in der die beiden gefunden wurden, geht die Polizei von einem Gewaltverbrechen aus. Bei der jahrelangen Banden-Fehde soll es um Drogengeschäfte gehen, wie örtliche Medien berichten. Die eine Bande soll der anderen 200 Kilogramm Kokain gestohlen haben. Seitdem seien rund 40 Menschen ermordet worden.

Hintergrund: Organisierte Banden in Europa – „Lage ist dramatisch“

Unter den Opfern der Fehde ist auch ein 32-jähriger Montenegriner aus Wien. Der Mann war im Dezember unweit des Stephansdoms von einem Unbekannten erschossen worden. Sein 23-jähriger Begleiter wurde durch Schüsse schwer verletzt. Die beiden Opfer wurden ebenfalls einem der beiden Clans zugerechnet.

Informant des BKA?

Wie Medien aus Brandenburg berichten, soll es sich bei einem der beiden Toten aus Forst um einen Informanten des Bundeskriminalamtes (BKA) handeln. Die Behörde sollte nach dem Bericht auch in weiten Teilen die Ermittlungen übernommen haben. Eine BKA-Sprecherin dementierte dies am Mittwoch allerdings: „Wir führen keine Ermittlungen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ndrangheta – Italiens mächtigster Mafia-Clan

Simone Taubenek, die parteilose Bürgermeisterin von Forst, erklärte mit Blick auf die vielen Anfragen von Pressevertretern: „An Spekulationen werde ich mich nicht beteiligen.“ Es sei ausschließlich Sache der Staatsanwaltschaft und der Polizei, das Verbrechen aufzuklären. Für die Bewohner in der Stadt bestehe keinerlei Gefahr, so Taubenek. (dpa/küp)

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