Unfall

US-Farmer amputiert sein eigenes Bein mit Taschenmesser

Kurtis Kaser gerät auf seiner Farm in eine Maschine – Lebensgefahr. Doch niemand kann ihm helfen. Also trifft er eine Entscheidung.

Dass er ein Taschenmesser dabei hatte, rettete einem Farmer aus dem US-Bundesstaat Nebraska das Leben (Symbolbild).

Dass er ein Taschenmesser dabei hatte, rettete einem Farmer aus dem US-Bundesstaat Nebraska das Leben (Symbolbild).

Foto: Deutzmann / deutzmann.net / imago/Deutzmann

Berlin. Eigentlich hatte Kurtis Kaser nur Getreide transportieren wollen. Einen knappen Monat später sitzt der US-Farmer im Rollstuhl, sein linker Unterschenkel fehlt. Er hat ihn selbst amputiert. Mit seinem Taschenmesser.

Nur eine Sekunde hatte der 63-Jährige nicht aufgepasst – und geriet aus Versehen in eine Körnerschnecke - eine Art Häckselmaschine. Nun hieß es schnell zu handeln, denn die Maschine war dabei, sein Bein zu verschlingen.

Amputation? Farmer musste sich innerhalb von Sekunden entscheiden

„Ich wusste nicht, was ich tun sollte oder wie lange ich überhaupt bei Bewusstsein bleiben würde, sagte Kaser dem US-Sender CNN. „Ich war schon kurz davor aufzugeben, als ich mich an mein Taschenmesser erinnerte.“

Es war seine einzige Möglichkeit auf Rettung. Denn er war zu dem Zeitpunkt allein auf seiner Farm in Pender/Nebraska. Alle Mitarbeiter waren bereits im Feierabend. Auch sein Handy hatte Kaser nicht bei sich, konnte keine Hilfe rufen. Innerhalb von Sekunden traf er eine Entscheidung.

Kurtis Kaser durchtrennte sein Bein, robbte dann zum Telefon

„Also habe ich mit dem Messer zu schneiden begonnen.“ Wie lange die Tortur dauerte, daran kann sich der 63-Jährige nicht mehr erinnern. „Ich wusste, dass ich fertig war, als ich ein sonderbares Gefühl spürte. Vielleicht war es eine Sehne, die ich durchtrennt hatte.“

Kurz darauf robbte Kaser zu seinem Haus, um den Notruf zu wählen. Per Hubschrauber wurde er in ein Krankenhaus geflogen, eine Woche später wechselte er dann in eine Reha-Klinik.

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„Wir sind so was quasi gewöhnt“

„Alle fragen mich, wie ich damit so gelassen umgehen kann. Die Wahrheit ist, ich habe in der Reha so viele Leute gesehen, die wahrscheinlich niemals wieder laufen können werden. Ich hingegen werde das bald mehr oder weniger normal können. Ich hatte Glück“, so Kaser zu CNN.

Schon als Kind sei er mit seinem anderen Bein an einem Traktor hängengeblieben, habe aber nur Schürfwunden davongetragen. „Wir sind so was quasi gewöhnt.“

Sobald die Wunde an Kasers Unterschenkel verheilt ist, bekommt er eine Prothese. Er will dann so schnell wie möglich wieder an die Arbeit. (cho)