Wrestling

Zuerst hilft niemand: Wrestler Silver King stirbt im Ring

| Lesedauer: 3 Minuten
Sebastian Scherer
Der mexikanischen Wrestler Silver King starb in London bei einem Kampf.

Der mexikanischen Wrestler Silver King starb in London bei einem Kampf.

Foto: El Universal / dpa

Der Wrestler Silver King ist beim Ringkampf gestorben. Zuerst half ihm niemand – alle dachten, es sei Teil der Show. Was passiert ist.

Berlin. Der Wrestler Silver King ist mit 51 Jahren im Ring bei einem Kampf an einem Herzinfarkt gestorben. Besonders dramatisch: Obwohl er bereits bewusstlos war, prügelte der Gegner weiter auf ihn ein. Erst Minuten nachdem er zu Boden ging, griffen die Ringrichter ein.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag und zunächst hatten die Zuschauer gedacht, dass es sich um Schauspielerei handeln könnte – doch dem war nicht so. Der Vorfall sorgte für große Trauer. Auch Kollegen wie der bekannte Wrestler Chris Jericho machte seine Trauer auf Instagram öffentlich.

Bei dem, Kampf am Samstag Zuschauer sollten zeitweise das Gefühl gehabt haben, dass es geplant gewesen war, dass King zunächst zu Boden ging und dann auch noch von seinem Gegner attackiert wurde. Erst nach einigen Minuten erkannten die Ringrichter den Ernst der Lage und starteten Wiederbelebungsversuche - vergeblich.

Wrestler Silver King stirbt im Ring - Polizei ermittelt nicht

Silver King, mit bürgerlichem Namen César Barrón, war am Samstag bei einem Kampf der „Lucha Libre AAA Wordwide“ im Londoner Roundhouse angetreten. Bei der Veranstaltung schlüpfte Silver King in seine Rolle „Ramses“ – als Ramses hatte er in der Hollywood-Komödie „Nacho Libre“ 2005 neben Jack Black gespielt. Das hatte dem ehemaligen WCW-Wrestler noch einmal einen Popularitätsschub gegeben.

Die Polizei ermittele nach Angaben gegenüber „CNN“ nicht – es gebe keinen Verdachtsmomente, dass der 51-Jährige Opfer eines Verbrechens geworden sei.

Wrestler Silver King geht zu Boden – Ringrichter und Gegner reagieren zuerst nicht

Nachdem der Wrestler bei dem Kampf zu Boden gegangen war, hatte sein Kontrahent ihn sogar noch kurzzeitig attackiert – wohl ausgehend davon, dass es sich um einen Teil der Show handele. Auch der Ringrichter habe zuerst nicht reagiert. Die „BBC“ zitiert einen Besucher, „ich hatte das Gefühl, das sei abgesprochen – solche Sachen sind in den Kämpfen normal.“

Alle seien geschockt gewesen, als sich herausstellte, dass es sich eben nicht um Schauspielerei handelte. „Ich hatte den Eindruck, niemand wusste, was zu tun ist.“

Silver King kann nicht gerettet werden – Chris Jericho trauert

Mehrere Wrestler und der Ringrichter eilten nach etwa zwei Minuten zum Ring, starteten auch Wiederbelebungsversuche – erfolglos. Die Show wurde unterbrochen, das Publikum gebeten die Halle zu verlassen.

Die Veranstalter, aber auch Kollegen und andere Wrestlings-Verbände äußerten sich bei Twitter tief bestürzt und sprachen Barróns Familie ihr tiefes Beileid aus.

Auch der bekannte Wrestler Chris Jericho trauert auf Instagram. Er habe so viele großartige Kämpfe mit ihm gehabt. Er habe sich in den 90er Jahren wie ein Außenseiter gefühlt. Doch King und sein Partner hätten sich immer um ihn geümmert und ihm ein Willkommensgefühl bereitet. „Brüder für immer“, schreibt er dazu.

Einen der tragischsten Wrestling-Unfälle hatte es 1999 gegeben. Der Superstar der damaligen WWF (heute WWE), Owen Hart, hatte sich bei einer Großveranstaltung von der Decke in den Ring ablassen wollen. Dabei war er nicht ausreichend gesichert – er stürzte ab, erlag dann seinen Verletzungen. (ses)

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos