Urteil

Sohn will nicht zur Schule – Mutter überfährt ihr Kind

Ein Junge hat sich geweigert, in die Schule zu gehen, Seine Mutter fuhr los, obwohl er sich ans Auto klammerte. Sie schleifte ihn mit.

Mutter überrollt eigenen Sohn: Die Polizei berichtet von lebensgefährlichen Verletzungen.

Mutter überrollt eigenen Sohn: Die Polizei berichtet von lebensgefährlichen Verletzungen.

Foto: GummyBone / iStockphoto

Berlin.  Er hielt sich am Griff der Beifahrertür fest, doch seine Mutter fuhr einfach los. 42 Meter schleifte sie ihn mit ihrem Auto durch die Gegend. Offenbar wissend, dass sie ihren acht Jahre alten Sohn damit massiv gefährdete. Und tatsächlich: Er stürzte – und sie überrollte ihn. Die Folge: Schwere Verletzungen und ein Krankenhausaufenthalt.

Die unglaublichen Szenen haben sich im Dezember 2018 in den USA zugetragen. Kurz vor Ostern wurde eine Mutter (36) nun dafür verurteilt. Zu 30 Tagen Knast. Vor dem zuständigen Richter beteuerte sie, dass sie den Vorfall bedauere.

Mutter überfährt in vollem Bewusstsein Sohn – 42 Meter mitgeschliffen

Der Vorfall ereignete sich in Michigan. Die Mutter hatte ihren Sohn zur Schule in der Stadt Belmont gefahren, allerdings hatte der heute Neunjährige keine Lust auf den Unterricht. Aufnahmen der Schulkameras zeigen, dass er sich nicht von dem Auto der Frau wegbewegte.

Die schien sich nicht sonderlich für die Abwehrhaltung ihres Sohnes zu interessieren – und dessen Versuche, sie vom Wegfahren abzuhalten. Er klammerte sich am Türgriff fest, doch die Mutter fuhr los. Mehr als 42 Meter schleifte er an dem Auto mit – bevor er den Halt verlor. Und unter das Hinterrad kam.

Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass der Junge lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte – sein Zustand sei kritisch gewesen, unter anderen hatte er auch mehrere Brüche erlitten. Tatsächlich hatte die Mutter das offenbar in Kauf genommen, sie sei Schlangenlinien gefahren, berichten US-Medien aus dem Gerichtssaal. Die Frau hatte sich schuldig bekannt.

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Zwei Anklagepunkte – Kindesmissbrauch sah das Gericht nicht

Die Frau war wegen Kindesmissbrauchs und rücksichtslosen Fahrens angeklagt – wurde aber nur im zweiten Anklagepunkt schuldig gesprochen. Sie wurde zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, sie muss allerdings nur 30 Tage davon tatsächlich in einer Haftanstalt verbringen.

Schuldmildernd war, dass sie glaubhaft ihre Reue zeigte, berichtet das Michigan-Portal „MLive“. Sie habe erklärt, sie müsse ihr Leben lang damit leben, was sie getan habe – das sei bereits eine Strafe. (ses)