Polizeieinsatz

Fahrender ICE beschossen – Neun Einschussstellen entdeckt

Ein ICE ist am Donnerstag auf der Fahrt von Berlin nach Saarbrücken beschossen worden. Fahrgäste zeigten Fotos von kaputten Scheiben.

Ein ICE der Deutschen Bahn ist während der Fahrt durch Schüsse beschädigt worden. (Symbolbild)

Ein ICE der Deutschen Bahn ist während der Fahrt durch Schüsse beschädigt worden. (Symbolbild)

Foto: David Young / dpa

Berlin. Schrecksekunden für die Passagiere eines ICE der Deutschen Bahn: Auf der Fahrt von Berlin nach Saarbrücken splitterten am Donnerstag gegen 22:50 Uhr plötzlich mehrere Fenster. Auch an Zugtüren und -wänden knallte es.

Wie die Bundespolizei Karlsruhe zunächst mitteilte, sei der ICE 1536 in Höhe Ladenburg beschädigt worden. Im Laufe des Freitags stellten die Ermittler dann insgesamt neun Einschussstellen an vier Wagen des Zuges fest. Laut den Beamten handelt es sich dabei um Schüsse aus einem mit Luftdruck betriebenen Gegenstand, wie beispielsweise einer Luftdruckpistole. Projektile wurden am Zug nicht gefunden.

ICE 1536 beschossen – Bundespolizei ermittelt

Auf Twitter hatten einige Fahrgäste zuvor bereits Fotos von den getroffenen Scheiben geteilt. Passagier Tobias Krafft mutmaßte, dass der Zug beschossen worden sei. Er hat nach eigenen Angaben genau hinter einer der Einschussstellen gesessen.

Die Reisenden seien zu keiner Zeit gefährdet gewesen, teilte die Polizei mit, da keine Gegenstände in den Innenraum des Zuges gelangt seien. Die Doppelverglasung verhinderte wohl Schlimmeres. Weil der Vorfall zeitlich verzögert gemeldet worden sei, sei weiterhin unklar, von wo genau geschossen worden war.

Die Deutsche Bahn stoppte den ICE nach dem Vorfall. Die etwa 150 Fahrgäste mussten in Mannheim umsteigen.

ICE-Reisender kritisiert Organisation der Deutschen Bahn

Fahrgast Krafft lobte auf Twitter zwar das Vorgehen der Bahn, die Fahrt enden zu lassen, kritisierte aber die anschließende Organisation als „das reine Chaos“. Die Service-Mitarbeiter seien völlig überfordert gewesen und hätten uneinheitliche Informationen über Anschlüsse gegeben.

Die Bundespolizei geht nach derzeitigem Stand der Ermittlungen von mehreren Tätern aus. Erst im vergangenen Oktober war bekannt geworden, dass eine ICE-Strecke in Bayern manipuliert wurde. Auch ein Drohschreiben wurde gefunden. Die Bundespolizei untersuchte den möglichen Anschlag.

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Die Beamten ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und bittet Zeugen um Hinweise unter 0721/120160.

(cho)