Bahn-Unfall

Radfahrer stirbt bei Zugunglück – Polizei findet Kopfhörer

Ein 20-Jähriger ist in Wesel von einem ICE erfasst und getötet worden. Ein Fund legt nahe, dass der Radfahrer abgelenkt war.

Ein 20-jähriger Radfahrer ist in Wesel am Donnerstagabend von einem ICE erfasst und tödlich verletzt worden.

Ein 20-jähriger Radfahrer ist in Wesel am Donnerstagabend von einem ICE erfasst und tödlich verletzt worden.

Foto: Arnulf Stoffel / dpa

Wesel. Ein 20-jähriger Radfahrer ist am Donnerstagabend von einem ICE an einem Bahnübergang in Wesel (Nordrhein-Westfalen) erfasst worden. Er starb noch vor Ort. Die Ermittler fanden Kopfhörer am Unfallort. Mehrere Zeugen hätten übereinstimmend gesagt, dass der junge Mann Kopfhörer getragen habe, teilte ein Polizeisprecher am Freitag mit.

Zu dem tödlichen Zwischenfall kam es am Donnerstagabend an einem Bahnübergang im Ortsteil Feldmark. Ein ICE, der sich auf dem Weg Richtung Amsterdam befand, erfasste dort gegen 20.20 Uhr den 20-jährigen Radfahrer, der sich trotz geschlossener Schranken auf den Gleisen aufhielt.

Tödlicher Unfall am Bahnübergang – vier Zeugen unter Schock

Die Ermittlungen gingen am Freitag weiter, wie der Sprecher sagte. Demnach sollte die Staatsanwaltschaft unter anderem entscheiden, ob die Leiche obduziert wird.

In dem Zug seien 107 Personen gewesen, sagte eine Bahn-Sprecherin. Sie alle blieben unverletzt und stiegen nach knapp zwei Stunden in Busse um. Vier Zeugen hatten nach dem Unfall einen Schock erlitten und mussten behandelt werden. Der Zugführer wurde nach Polizeiangaben nach Hause gebracht. Die Strecke war bis ca 22.20 Uhr gesperrt.

Die Gefahr, im Straßenverkehr abgelenkt zu sein, ist nicht zu unterschätzen. Im vergangenen September hat die Polizei bundesweit Radfahrer mit Kopfhörern kontrolliert. Erst im Februar war im baden-württembergischen Emmendingen ein 18-Jähriger von einem Zug erfasst worden, weil er Kopfhörer trug. (nrz/dpa/mein)