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Schüler soll Kinderpornografie per WhatsApp verschickt haben

Linda Heinrichkeit
Smartphone, Display, App, WhatsApp *** Smartphone Display App WhatsApp

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Foto: imago / imago/Joko

Ein Elftklässler in Essen soll ein kinderpornografisches Bild in einer WhatsApp-Gruppe gepostet haben. Die Polizei erstattete Anzeige.

Essen. Ein Schüler eines Essener Gymnasiums soll in einer WhatsApp-Gruppe pornografisches Material von Minderjährigen verschickt haben. Nach einem anonymen Hinweis an die Redaktion bestätigte der kommissarische Schulleiter Rainer Severin den Vorfall auf Nachfrage der „WAZ“, die wie diese Redaktion zur Funke Mediengruppe gehört..

„Der Verdacht ist da“, sagte Severin. Er habe die Polizei über den Vorgang informiert, die Polizei hat Anzeige erstattet. Zudem werde eine Teilkonferenz stattfinden, in der über die Entlassung des Schülers beraten wird.

„Die disziplinarischen Maßnahmen sind eingeleitet“, sagte der kommissarische Schulleiter. Die Polizei bestätigt die Anzeige, will sich aber weiter nicht zu dem Fall äußern.

Mitschüler wandten sich an Lehrer

Aus Schulkreisen heißt es, dass der Jugendliche das Bild vergangene Woche in der WhatsApp-Gruppe der Jahrgangsstufe 11 verschickt haben soll. Daraufhin hätten einige Mitschüler den Vorfall ins Lächerliche gezogen und sich amüsiert.

Der Elftklässler habe das weitergeleitete Bild, das ein nacktes, eindeutig minderjähriges Mädchen mit einem Mann zeigen soll, nach einiger Zeit wieder gelöscht. Empörte Schüler hätten sich danach an einen Lehrer gewandt.

Gymnasium kann disziplinarisch gegen den Schüler vorgehen

Der Fall liegt laut Oberstaatsanwältin Anette Milk noch nicht bei der Staatsanwaltschaft. Das Gymnasium habe die Möglichkeit, disziplinarisch gegen den Schüler vorzugehen. „Sie hat keine Verpflichtung, den Fall anzuzeigen“, erklärt Milk.

Der kommissarische Schulleiter Rainer Severin hält den Vorgang für ein Beispiel dafür, „dass Jugendliche mit sozialen Medien oft überfordert sind“. Der Schüler habe die Situation „völlig falsch eingeschätzt“ und sei sich der Straftat erst im Nachhinein bewusst geworden, „obwohl wir als Schule häufig über dieses Thema informieren“, sagt Severin.