Ermittlungen

Ließ eine Frau ihren Ex lebendig von der Mafia einmauern?

Polizisten in Italien haben eine Frau und drei Männer festgenommen. Sie sollen geholfen haben, den Ex-Freund der Frau verschwinden zu lassen.

In Italien haben Polizisten drei Männer und eine Frau festgenommen, die für den grausamen Tod seines Mannes verantwortlich sein sollen. (Symbolbild)

In Italien haben Polizisten drei Männer und eine Frau festgenommen, die für den grausamen Tod seines Mannes verantwortlich sein sollen. (Symbolbild)

Foto: imago stock&people

Berlin. Ein mutmaßlicher Mord mit Mafia-Hintergrund beschäftigt Ermittler in Italien. Nachdem im Januar in der norditalienischen Gemeinde Senago nahe Monza bei Bauarbeiten in einer Villa eine eingemauerte Leiche gefunden worden war, gab es nun vier Festnahmen, die im Zusammenhang mit dem Leichenfund stehen sollen.

Der grausame Verdacht: Eine Frau soll ihren Ex-Freund von sizilianischen Mafia-Mitgliedern einmauern lassen haben – lebendig.

Das Verbrechen soll bereits rund sechs Jahre zurückliegen. Damals, im Januar 2013, war der gebürtige Albaner Lamaj A. spurlos verschwunden. Und er blieb es, bis Anfang des Jahres seine Leiche in einer Wand der „Villa degli Occhi“ entdeckt worden war. Es war der Auftakt für Ermittlungen, die Polizeibehörden sowohl im Norden als auch im Süden des Landes beschäftigten.

Ex-Mafiosi soll Behörden geholfen haben

Denn erste Hinweise führten die Ermittler zur früheren Geliebten des zur Tatzeit 41-jährigen Lamaj A., der heute 64-jährigen Schmuckhändlerin Carmela S. Sie soll den Mord an ihrem Ex-Geliebten in Auftrag gegeben haben, nachdem der sie zunächst bestohlen und später verlassen hatte.

Carmela S. lebte im Norden, stammte aber aus dem Süden Italiens, aus Sizilien, der Heimat der Mafia-Organisation Cosa Nostra, zu der sie in ihrer Rachlust nach der Trennung von Lamaj A. Kontakt aufgenommen haben soll. Die Kontakte konnten laut den italienischen Behörden auch dank eines „Pentito“, einem aussagewilligen Ex-Mafiosi nachgewiesen werden.

Aufftraggeberin wollte sich nach Brasilien absetzen

Demnach soll sich nach der Kontaktaufnahme der Frau ein dreiköpfiges Killer-Kommando von Sizilien aus nach Norditalien begeben haben, um den Auftrag auszuführen. Sie alle flogen nun auf und wurden in einer abgestimmten Aktion von Polizisten in Muggiò (nahe Monza), Enna (auf Sizilien) und Genua festgenommen.

Im Fall von Carmela S. kamen die Beamten gerade noch rechtzeitig: Die mutmaßliche Auftraggeberin des Mordes an Lamaj A. wollte sich nach Brasilien absetzen und war bereits bis zum Flughafen in Genua gekommen. (ba)