Hörspiel

Toniebox bringt neue Jim-Knopf-Figur nach Rassismus-Vorwurf

Die Toniebox und die dazugehörigen Figuren begeistern Tausende Kinder. Doch wegen der Figur Jim Knopf gab es einen Rassismus-Vorwurf.

Das ist der neue Jim Knopf für die Toniebox.

Das ist der neue Jim Knopf für die Toniebox.

Foto: Boxine

Berlin.  Ist die klassische Darstellung der Figur Jim Knopf rassistisch? Diese Frage haben sich die Macher der Toniebox gestellt. Nach breiter Kritik hat das Unternehmen reagiert und bringt eine neue Version der Figur Jim Knopf als Zubehör zu einem entsprechenden Hörspiel am 21. März 2019 auf den Markt.

Im Oktober 2018 hatte das Hersteller-Unternehmen Boxine aus Düsseldorf mitgeteilt, dass es viel Vorfreude auf die von Michael Ende erdachte Figur gegen habe, „es gab jedoch auch einige kritische Stimmen hinsichtlich der Gestaltung der Figur, die wir sehr ernst nehmen“, hieß es in einem Blog-Beitrag.

Toniebox mit neuer Jim-Knopf-Figur

Stein des Anstoßes war die stereotypische Darstellung von Jim Knopf mit großen Lippen und Augen, wie sie auch bei diffarmierenden und rasstischen Karikaturen zu finden ist.

Hörspielwürfel: So funktioniert die Toniebox
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Die alte Version der Figur, die auch Tonie genannt wird, war im September des vergangenen Jahres fertig geworden und sollte im November entscheiden. Nach der Entscheidung zur Umarbeitung hatte es bei Fans Spekulationen um den neuen Look der Figur gegeben. Spekulationen aus Fan-Kreisen zu einem weißen Jim Knopf räumte das Unternehmen aber schon im November aus: So „wird der Jim Knopf-Tonie natürlich keine hellhäutige Figur werden“, weil er möglichst nah am Original bleiben solle.

Im Tonie-Onlineshop ist die überarbeitete Version der Jim-Knopf-Figur bereits zu sehen. Die Haut ist etwas heller geworden, die Lippen sind nicht mehr so voll wie vorher.

Das wichtigste zur neuen Jim-Knopf-Figur in Kürze:

• Das Unternehmen Boxine hat die Figur Jim Knopf für die Toniebox überarbeitet

• Es hatte Kritik an der ersten Darstellung gegeben

• Die erste Figur habe Stereotype und rassistische Klischees bedient

• Vorbild für die Figur war Jim Knopf aus der Augsburger Puppenkiste

Bisher war die Vorlage für viele Figuren auch die Umsetzung der Augsburger Puppenkiste. Grundlage für die Marionette wiederum war das Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende aus dem Jahr 1960, an dessen Darstellungen es ebenfalls Kritik gab.

• Hintergrund: Rassismus-Debatte: Toniebox zieht Jim-Knopf-Figur zurück

Jim Knopf wurde als Neger beschrieben, Vergleiche zwischen seiner Hautfarbe und der seines vom Ruß gezeichneten Kollegen Lukas überschritten auch Grenzen. Doch Rassismus-Vorwürfe gegen Michael Ende wurden weitestgehend widerlegt.

Wie funktioniert die Toniebox?

Die Toniebox ist ein interaktiver Lautsprecher, der vor allem Hörspiele abspielen kann. Er ist für Kinder entworfen worden, die noch keinen MP3-Player bedienen können oder die CDs beim Spielen zu sehr zerkratzen. Die Handhabung ist simpel: Man stellt eine Figur (Tonie) auf die Toniebox und das Hörspiel startet.

In der Figur befindet sich ein NFC-Chip. Nähert sich dieser Chip dem Abspielgerät, erkennt die Toniebox, welches Hörspiel abgespielt werden soll. Das Prinzip erinnert an das kontaktlose Zahlen an der Supermarktkasse mit dem Smartphone oder einer neueren Geldkarte. Seit Dezember funktioniert so Apple Pay auch in Deutschland.

Je nachdem, welche Figur man auf das Gerät stellt, wird ein anderes Hörspiel gestartet. Steht „Bibi Blocksberg“auf dem Würfel, hört man eine Geschichte über die kleine Hexe, steht die Tigerente auf der Box, kommt die Geschichte von Janosch. Und bald gibt es eben auch die Geschichten von Jim Knopf zu hören. Zudem gibt es neutrale Tonies, die Eltern selbst bespielen können.