Unglück

Hauseinsturz in Istanbul: Zahl der Opfer steigt auf 14

In Istanbul ist ein siebenstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Die Zahl der Toten steigt auf 14. Drei Etagen wurden offenbar illegal gebaut.

Die Zahl der Vermissten nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Istanbul steht weiterhin nicht fest, Behörden zufolge waren 43 Menschen in dem Gebäude gemeldet.

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Istanbul.  Helfer und Rettungskräfte sind seit Mittwoch im Dauereinsatz, am Donnerstag und Freitag konnten sie einige Bewohner jedoch nur noch tot bergen: Nach dem Einsturz eines siebenstöckigen Wohnhauses in Istanbul am Mittwoch sind die Todeszahlen weiter gestiegen. Mindestens 14 Menschen haben ihr Leben verloren, acht Personen werden noch vermisst.

Die Suche nach Überlebenden geht weiter. Der Minister für Umwelt und Stadtplanung, Murat Kurum, sagte am Donnerstag: „Wir hören Stimmen unter den Trümmern. So Gott will, werden wir auch diese Bürger retten.“

14 Menschen konnten bislang aus dem Trümmerhaufen geborgen werden. Unter ihnen war unter anderem ein 16-jähriger Junge, der 45 Stunden unter dem Schuttberg ausharrte.

Bis zu 30 Menschen sollen im Haus gewesen sein

Unter anderem soll am Donnerstag ein fünfjähriges Mädchen gerettet worden sein, nachdem ein schwerer Zementblock von ihr gehievt werden konnte, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Auch ein neunjähriger Junge konnte am Donnerstag aus den Trümmern geborgen werden.

43 Bewohner sollen in dem Haus registriert gewesen sein. Wie viele zum Zeitpunkt des Einsturzes zu Hause waren, ist unklar. Anadolu zitierte einen örtlichen Beamten mit der Vermutung, „27 bis 30 Menschen“ seien daheim gewesen, als es einstürzte.

Mädchen nach 19 Stunden aus Trümmern gerettet

Gouverneur: Drei Stockwerke illegal gebaut

Sieben weitere Häuser seien vorsichtshalber geräumt worden, sagte der Gouverneur der Provinz Istanbul, Ali Yerlikaya. Ein zehnstöckiges Gebäude gleich neben dem eingestürzten Wohnhaus sei „in Gefahr“. Spezialisten nutzten Laser, um es auf Brüche zu scannen.

Gouverneur Yerlikaya hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, drei Stockwerke des eingestürzten Hauses seien illegal erbaut worden. Es habe sich dort auch ein „Textil-Atelier“ beheimatet, das keine Genehmigung für den Betrieb an diesem Ort gehabt habe.

Wohnhaus fiel plötzlich in sich zusammen

Fernsehbilder zeigten, wie Dutzende Retter auf dem massiven Schutthaufen herumkletterten. Das Haus im Stadtteil Kartal auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole war am Nachmittag in sich zusammengefallen. Was den Einsturz ausgelöst hatte, ist noch unklar.

Solche Einstürze sind in Istanbul keine Seltenheit. Ursache ist oft die schlechte Bauweise. Aber auch die vielen Erdbeben in der Region wirken sich auf die Stabilität von Bauten aus.

Erst im Juli war im Stadtteil Beyoglu ein vierstöckiges Haus zusammengebrochen, nachdem ein Erdrutsch das Fundament unterhöhlt hatte. Die Bewohner wurden gerettet.

Im Februar 2016 war im Zentrum von Istanbul aus unbekannten Gründen ein fünfstöckiges Haus in sich zusammengefallen – weil das Haus leer war, wurde niemand verletzt. Es lag in einer Parallelstraße zu der bei Touristen beliebten Istiklal-Fußgängerzone in der Nähe des Taksim-Platzes.

(dpa/cho/ba/tki)