Feuerwehr

Großfeuer in Paris: Verdächtige hat psychische Probleme

Großeinsatz für die Feuerwehr: Ein Wohnhaus in Paris brannte Montagnacht. Mindestens zehn Menschen wurden getötet, viele verletzt.

Bei einem schweren Brand in einem Pariser Mehrfamilienhaus sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem schweren Brand in einem Pariser Mehrfamilienhaus sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

Foto: Benoit Moser / dpa

Paris.  Der Kampf gegen das Feuer dauerte bis in den Tag: Dienstagnacht brannte ein Mehrfamilienhaus in Paris. Tragische Bilanz: Mindestens zehn Tote und über 30 Verletzte. Laut Medienberichten soll es sich bei einem Opfer um ein Baby handeln.

Mehr als 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Brand im 16. Arrondissement der französischen Hauptstadt unter Kontrolle zu bringen. Viele der Verletzten erlitten Rausgasvergiftungen. Erst am Morgen war das Feuer unter Kontrolle.

Krimineller Hintergrund für Großbrand in Paris vermutet – Festnahme

Die Polizei vermutet einen kriminellen Hintergrund. Eine 40-Jährige, die in dem Haus wohnte, sei festgenommen worden, sagte der Pariser Staatsanwalt Rémy Heitz am Dienstagmorgen. Die Frau habe psychische Probleme – ermittelt wird wegen Brandstiftung mit Todesfolge.

„Le Figaro“ berichtet neben weiteren, die Frau sei betrunken gewesen und habe auch versucht, Autos anzuzünden. Der „Telegraph“ zitiert einen Feuerwehrmann, der in dem Haus lebte und vor dem Brand Probleme mit der Frau hatte. Seine Freundin habe sich bei ihr beschwert, dass die Musik zu laut sei. Kurz darauf habe es gebrannt.

Feuer in Paris – das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Mehrfamilienhaus in der französischen Hauptstadt stand in Flammen
  • Es gibt mindestens zehn Tote und über 30 Verletzte
  • Die Polizei geht von einem Verbrechen aus

Menschen retteten sich bei Brand in Paris auf das Dach

Französische Medien berichten, dass nicht sicher sei, ob es noch weitere Opfer gebe. Laut „Tagesschau“ sind mindestens 30 Menschen laut Behörden verletzt.

Zwei Dutzend Bewohner hätten sich auf das Dach gerettet oder hätten ihre Wohnungen durchs Fenster verlassen. Feuerwehrleute sprachen gegenüber „Le Figaro“ von Szenen „unfassbarer Gewalt.“

Präsident bekundet Beileid für Brand-Opfer in Paris

Eine Google-Maps-Karte zeigt, wo das Feuer ungefähr ausgebrochen ist.

Der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte sich auf Twitter zu dem Unglück: „Frankreich erwacht in Emotionen nach dem Brand in der Rue Erlanger in Paris gestern Abend“, schrieb er.

Seine Gedanken seien bei den Opfern. „Vielen Dank an die Feuerwehrleute, deren Mut viele Leben gerettet hat.“

Auch Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, nutzte den Dienst und drückte dort „meine tiefe Traurigkeit“ aus, sie versprach „meine volle Unterstützung“.

Brand in einem der nobelsten Viertel von Paris

Die Brandursache war nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP zunächst unklar, dann jedoch wurde bekannt, dass die 40-Jährige festgenommen worden war. Das 16. Arrondissement ist ein wohlhabender Stadtteil, in dem sich auch zahlreiche Museen und Restaurants befinden.

Auch Gebäude in der Nachbarschaft wurden aus Sicherheitsgründen geräumt. Der Unglücksort ist nur ein Kilometer vom Austragungsort der French Open entfernt.

Erst im Januar gab es nach einer Explosion in einer Bäckerei in Paris vier Tote. (ses/dpa)