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Nach Streich: So entschuldigt sich ein Junge bei der Polizei

Eine Junge hat zum Spaß den Notruf angerufen. Seine Mutter erwischte ihn. Das schlechte Gewissen führte zu einer netten Entschuldigung.

Mit diesem Bild und einem Brief entschuldigte sich Fabian (4) bei der Polizei für den Missbrauch des Notrufs.

Mit diesem Bild und einem Brief entschuldigte sich Fabian (4) bei der Polizei für den Missbrauch des Notrufs.

Foto: Polizei Wesel

Wesel.  Vielen Menschen fällt es nicht leicht, Fehler zuzugeben – und sich dann auch noch dafür zu entschuldigen. Entsprechend begeistert ist die Polizei Wesel (Nordrhein-Westfalen) vom Verhalten eines Vierjährigen namens Fabian. Der hat nämlich nicht nur seinen unüberlegten Streich eingeräumt. Sondern auch nachdrücklich darum gebeten, ihm seine vermeintlichen Scherz zu verzeihen.

Der Vierjährige hatte am Königlichen Hof in Moers mit seiner Mutter am 28.12. auf den Bus gewartet. Als die Erziehungsberechtigte gerade nicht aufpasste, huschte der Junge in die nahegelegene Telefonzelle – und wählte den Notruf 110.

Fabians Mutter bemerkt den Vorgang, nimmt dem Vierjährigen den Hörer aus der Hand – und legt, als sie die Stimme am anderen Ende der Leitung hört, sofort auf. Folge: Eine Standpauke für den Jungen.

Mutter schreibt Brief für Fabian: „Das machen wir nie wieder“

Der ist davon so getroffen, dass er weiter über den Vorfall nachdenkt. Und sich dann an seine Mutter wendet – mit der Bitte den von ihm belästigten Beamten eine Entschuldigung in Brief- und Bild-Form zukommen zu lassen.

„Fabian, 4 Jahre, und ich möchten uns bei Ihnen entschuldigen“, heißt es in dem von der Mutter für den Jungen aufgesetzten Schriftstück. „Fabian weiß, dass man die Polizei nur anruft, wenn man Hilfe benötigt“, erklärt „Mama“ stellvertretend. „Das machen wir nie wieder.“

Behörde begeistert von Fähigkeit, Fehler einzugestehen

Die Behörde veröffentlichte das nun zusammen mit der Geschichte des Vorfalles in einem Presse-Statement und auf Facebook. Viele Menschen würden im Umgang mit der Polizei schnell den guten Ton vergessen und Fehler lautstark abstreiten oder ignorieren. Und Scherzanrufe seien leider auch Alltag.

„Da freut es zu lesen, dass es noch Menschen gibt, die doch so etwas wie ein schlechtes Gewissen kennen und sich für etwas entschuldigen können. Handschriftlich.“

Somit haben die Polizisten dann auch klare Worte für den Vierjährigen, dessen Bild nun zu besonderer Berühmtheit gelang: „Respekt und Dankeschön! Wir haben uns sehr gefreut!“ (ses)