Festtag

Heilige Drei Könige: Wo der 6. Januar ein Feiertag ist

Viele Christen feiern am 6. Januar das „Dreikönigsfest“. Die wichtigsten Fragen und Antworten über das Fest der Heiligen Drei Könige.

Die Sternsinger gehen als Heilige Drei Könige verkleidet von Tür zu Tür und segnen die Häuser.

Die Sternsinger gehen als Heilige Drei Könige verkleidet von Tür zu Tür und segnen die Häuser.

Foto: Alois Litzlbauer / dpa

Berlin.  Am Sonntag (6. Januar) feiern Christen das Fest der Heiligen Drei Könige. Alles was Sie über das „Dreikönigsfest“ wissen müssen:

Was ist das Fest der Heiligen Drei Könige?

Als Heilige Drei Könige oder Weise aus dem Morgenland bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Mt 2) erwähnten „Sterndeuter“ (im griechischen Ausgangstext Μάγοι, Magoi, wörtlich „Magier“), die durch den Stern von Betlehem zu Jesus geführt wurden.

Wann wird das Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert?

In der katholischen Kirche werden die „drei Könige“ als Heilige verehrt. Ihr Hochfest ist das Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar.

In den evangelischen Kirchen wird ebenfalls am 6. Januar der Weisen gedacht.

Viele orthodoxe Christen feiern in der Nacht zum 7. Januar das Weihnachtsfest. Die russisch-orthodoxe Kirche begehen Weihnachten nach dem julianischen Kalender und damit 13 Tage nach den katholischen und protestantischen Christen.

Auch die serbischen, georgischen und ukrainischen Orthodoxen sowie einige weitere Kirchen, die nicht der gregorianischen Kalenderreform gefolgt sind, feiern die Geburt Christi in der Nacht zum 7. Januar.

Wo ist der 6. Januar ein Feiertag?

Das Dreikönigsfest ist heute noch in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gesetzlicher Feiertag. Auch in Österreich ist der 6. Januar ein Feiertag. Ungerechte Verteilung – sechs Fakten zu deutschen Feiertagen.

Wie wird das Fest der Heiligen Drei Könige genau bezeichnet?

Geläufig sind die Begriffe „Dreikönigsfest“ oder „Dreikönigstag“. Die ursprüngliche Bezeichnung des Festes ist „Epiphanias“, Erscheinung des Herrn.

Was wird am Heiligen Drei Königs Tag gefeiert?

In der Bibel wird im Evangelium nach Matthäus erzählt, dass die Heiligen Drei Könige dem Stern von Bethlehem folgen, der sie zur Krippe in den Stall nach Bethlehem führt. Die drei Weisen aus dem Morgenland huldigen dem neugeborenen Kind und der Mutter und bringen ihm Geschenke dar.

Wie heißen die Heiligen Drei Könige?

Die Heiligen Drei Könige heißen Caspar, Melchior und Balthasar. Caspar stammt aus dem Persischen und bedeutet „Schatzmeister“. Melchior wird aus dem Hebräischen abgeleitet und kann mit „König des Lichts“ übersetzt werden. Ebenfalls aus dem Hebräischen abgeleitet ist Balthasar und bedeutet „Gott wird helfen“ bzw. „Gott schütze sein Leben“.

Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar erhielten die drei „Könige“ wohl um das 8. Jahrhundert herum. Später wurde Balthasar eine schwarze Hautfarbe zugesprochen.

Welche Geschenke haben die Heiligen Drei Könige mitgebracht?

Sie bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Welchen Brauch gibt es am Dreikönigstag?

In vielen Familien wird der Weihnachtsbaum zum letzten Mal angezündet und anschließend geplündert.

Kinder und Erwachsene – meist Ministranten – ziehen als Sternsinger von Tür zu Tür, singen Lieder und sammeln Geld für Bedürftige. Sie sind als die Heiligen Drei Könige verkleidet und haben einen Stern dabei, der an den Stern erinnern soll, der die Heiligen Drei Könige zum Jesuskind führte. An die Haustüren schreiben sie die Jahreszahl und C+M+B.

Wofür steht C+M+B?

Die Buchstaben C, M und B stehen nicht für die Anfangsbuchstaben der drei Könige, sondern für „Christus Mansionem Benedicat“. Auf Deutsch: „Christus segne das Haus“.

Warum sammeln die Sternsinger Spenden für Bedürftige?

In vielen Regionen ist es seit dem Mittelalter üblich, dass Kinder und Jugendliche rund um den Dreikönigstag von Haus zu Haus ziehen, Segenswünsche übermittelten und Gaben sammelten.

Seit 1958 fördern das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und später auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) die Sternsingeraktion.

Sternsinger sammeln wieder Spenden

Was ist die Herkunft des „Dreikönigstags“?

Der Dreikönigstag überdeckt heute eines der ältesten Feste der Christenheit: Epiphanias - der Tag der Erscheinung des Herrn. Dahinter verbirgt sich das Weihnachtsfest der ersten Christen.

Die ersten Christen hatten diesen Feiertag mit dem Datum möglicherweise von anderen Religionen oder dem Kaiserkult übernommen. Der 25. Dezember wurde erst im Römischen Reich zum christlichen Weihnachtsfeiertag, als die Kirche das populäre Fest des unbesiegten Sonnengottes (“Sol invictus“) übernahm.

Welche Bedeutung haben die Heiligen Drei Könige heute für die Kirche?

Das Dreikönigsfest erinnert an Jesus in der Krippe, also nach christlichem Glauben an das Erscheinen Gottes in der Welt. Daher wird der Tag auch Epiphanias genannt – abgeleitet vom griechischen Wort „epiphaneia“ für „Erscheinung“.

Im frühen Christentum erinnerten die Gläubigen am 6. Januar zudem an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Das wurde zum Vorbild der Taufe als dem grundlegenden Sakrament (Heilszeichen) der Christenheit. Das ursprüngliche Geburts- und Tauffest Jesu wurde erst im frühen Mittelalter zum Gedenktag für die Heiligen Drei Könige, die das Jesuskind anbeten.

Die Heiligen Drei Könige werden auch als Schutzpatrone der Reisenden, Pilger, Kaufleute, Gastwirte und Kürschner verehrt.

Wo liegen die Gebeine der Heiligen Drei Könige?

Nach katholischer Überlieferung liegen ihre Gebeine in einem goldenen Schrein im Kölner Dom. Die Knochen gehörten zu den wertvollsten Reliquien des Mittelalters. Sie lagen zunächst im Mailänder Dom. Als Kaiser Friedrich Barbarossa 1162 die Stadt eroberte, schenkte er seinem Verbündeten Rainald von Dassel, dem Erzbischof von Köln, diesen Schatz als Kriegsbeute.

Jedes Jahr am 6. Januar können Besucher einen Blick auf die darin enthaltenen Gebeine werfen.

Welche Bauernregeln zum „Dreikönigstag“ gibt es?

Ist Dreikönig hell und klar, gibt’s viel Wein in diesem Jahr.

Heiligdreikönig sonnig und still, der Winter vor Ostern nicht weichen will.

Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter. (epd/msb)