Extremtrip

Colin O’Brady durchquerte ohne Hilfe die Antarktis

Als erster Mensch hat ein US-Amerikaner allein und ohne Hilfe die Antarktis überquert. 54 Tage war Colin O'Brady im Eis unterwegs.

Colin O'Brady während seiner einsamen Reise durch die Antarktis.

Colin O'Brady während seiner einsamen Reise durch die Antarktis.

Foto: Colin O'brady / dpa

Washington.  Seine Expedition galt eigentlich als unschaffbar. „The Impossible First“, das Unmögliche zuerst, nannte Colin O’Brady sie deswegen. Und sie ist geglückt. Als erster Mensch hat der Amerikaner die Antarktis alleine und ohne Hilfe überquert.

Am Mittwoch erreichte der 33-jährige Colin O’Brady nach eigenen Angaben sein Ziel am Ross-Schelfeis. Auf Skiern hatte er binnen 54 Tagen rund 1500 Kilometer durch klirrende Kälte hinter sich gebracht. Sein zunächst 170 Kilo schweres Gepäck hatte O’Brady auf einem Schlitten hinter sich hergezogen.

Antarktis-Abenteurer starb 2016 bei ähnlichem Versuch

„Ich hab es geschafft!“, verkündete er nun auf Instagram. „Als ich meinen Schlitten über diese unsichtbare Linie zog, erreichte ich mein Ziel: der erste Mensch in der Geschichte zu werden, der den Kontinent der Antarktika von Küste zu Küste durchquert, allein, ohne Unterstützung und ohne Hilfe.“

2016 hatte der britische Abenteurer Henry Worsley diesen Versuch nicht überlebt. Der 55-jährige hatte nur 48 Kilometer vor dem Ziel aufgeben und um Hilfe rufen müssen. Wenig später starb er in einer Klinik.

Colin O’Brady mache „frustrierenden Prozess“ mit

O’Brady hatte die gesamten Reise auf Instagram dokumentiert. Auf seiner Internetseite konnten Neugierige per GPS-Signal die Reise des Sportlers durch den kältesten Kontinent der Welt verfolgen – vom Atlantischen Ozean über den Südpol bis hin zum Pazifischen Ozean.

In den fast zwei Monaten, in denen O’Brady unterwegs war, lauerten viele Gefahren. Immer wieder kam O’Brady an seine Grenzen, ging jedoch über sie hinaus: „Es ist ein frustrierender Prozess“, schrieb er, als wellenartige Schneekämme ihm den Weg versperrten.

Er berichtete von lebensbedrohlichen Winden und heftigem Schneefall, schlechter Sicht, tiefen Gletscherspalten und Temperaturen unter Null. Hell war es 24 Stunden am Tag – die Sonne geht im antarktischen Sommer nicht unter.

Die letzten 125 Kilometer schaffte O’Brady in 32 Stunden

Zum Schluss mobilisierte der Profi-Athlet noch einmal seine restlichen Reserven. Die letzten 125 Kilometer legt er in 32 Stunden am Stück zurück. „Die herausforderndsten, aber auch besten Stunden meines Lebens“, schrieb er.

O’Bradys Überquerung sei eine der bemerkenswertesten Errungenschaften in der Polar-Geschichte, schrieb die „New York Times“, die mit dem Abenteurer nach seiner Ankunft am Ziel gesprochen hatte.

1996-97 habe der Norweger Børge Ousland bereits alleine die Antarktis überquert, heißt es in der Zeitung. Allerdings habe er ein Windsegel als Hilfsmittel genutzt. (ost/dpa)