Tradition

Bleigießen-Verbot: Warum der Silvester-Klassiker tabu ist

Silvester und kein Bleigießen: Auf den alten Brauch müssen die Deutschen 2019 wieder verzichten. Wir erklären, warum das so ist.

Böllern ans Silvester: Was man über Feuerwerk wissen muss

Raketen fliegen in die Luft und Böller explodieren. Feuerwerk gehört zu Silvester wie Geschenke zu Weihnachten. Doch woher kommt das Feuerwerk eigentlich?

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Berlin. 
  • Jahrzehntelang gehörte Bleigießen für viele zu Silvester
  • Inzwischen ist der Klassiker allerdings verboten
  • Wir nennen die Gründe für das Verbot und zeigen Alternativen auf
  • Das sind die Alternativen

Es sind die altbekannten Routinen zum Jahresende: Erst ein gutes Essen, dann vielleicht ein paar Spiele, später womöglich noch Dinner for One gucken und um Mitternacht schnell ab auf die Straße zum Feuerwerk – so sieht das Silvester von vielen Menschen in Deutschland aus. Vieles am letzten Tag des Jahres ist Tradition – doch ein Brauch fällt in diesem Jahr weiter weg: das Bleigießen.

Kleines Pfännchen mit einem Stück Blei über eine Kerze halten, warten bis das Blei flüssig geworden ist – und dann mit einem Schwung in eine Schüssel kaltes Wasser. Dort verformt sich das eben noch flüssige Schwermetall dann zu irgendetwas, aus dem man seine Zukunft für das neue Jahr lesen kann.

Eine sehr alte Tradition: Schon die Germanen und die Römer deuteten am Jahresende die Zukunft – dieser Brauch lebte im Bleigießen gewissermaßen weiter. Wenn auch (wahrscheinlich) komplizierter als früher: Denn das Herausklamüsern, um welche Art von Objekt es sich bei dem undefinierbaren Etwas handelt, war stets kompliziert: Croissant, Säbel oder doch ein Gürteltier?

Bleigießen – neuer Grenzwert schon seit April 2018

Schon vergangenes Silvester musste das muntere Rätselraten über das Schicksal jedoch entfallen – jedenfalls mit Blei. Grund dafür ist eine Entscheidung der Europäischen Union, die in ihrer Chemikalienverordnung einen neuen Grenzwert für Blei in Produkten festgelegt hat.

Der liegt seit April vergangenen Jahres bei 0,3 Prozent. Zum Vergleich: Laut Stiftung Warentest fanden sich in den Blei-Figuren bisher bis zu 71 Prozent des Schwermetalls. Bleigieß-Sets sind daher – zumindest offiziell – aus dem Handel verschwunden.

Diese Alternative gibt es zum Bleigießen

Wer bei Amazon das Suchwort „Bleigießen“ eingibt, findet nur noch Alternativen: etwa Wachs- und Zinngießen. Schon im vergangenen Jahr empfahl das Umweltbundesamt Wachs als Orakel. Denn auch dieser Stoff kann verflüssigt werden und erstarrt, sobald er in kaltes Wasser fällt – und das ganz ohne schädliche Dämpfe.

Beim Bleigießen sei das anders. Beim Erhitzen entstünden Oxide, die in die Raumluft verdampften. „Die umstehenden Personen können diese Dämpfe über die Atemwege aufnehmen. Auch beim Anfassen der Figuren gelangt das Blei an die Hände“, heißt es auf der Website der Behörde.

Gerade für Kinder sei das gefährlich. Schon geringe Mengen könnten die Entwicklung der Intelligenz beeinträchtigen.

Auch vor einer anderen Silvester-Tradition warnt das Bundesumweltamt. Feuerwerk setze gesundheitsschädlichen Feinstaub frei.

Auch aus diesem Grund diskutierten im vergangenen Jahr mehrere Städte über ein Böllerverbot, wie es etwa die Umwelthilfe fordert.Eine Mehrheit der Deutschen würde ein Verbot von Feuerwerk in Innenstädten begrüßen.

Und auch in diesem Jahr gibt es an Silvester in vielen deutschen Städten wieder ein Böllerverbot. Auch das dürfte viele Menschen vor dem Jahreswechsel interessieren: Ab wann Feuerwerk verkauft wird - und welche Regeln gelten.

(cho/les)

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