Lichterfest

Chanukka 2018: Darum feiern Juden das Lichterfest

Juden in der ganzen Welt feiern seit Sonntag Chanukka. Was sich genau hinter dem achttägigen Lichterfest verbirgt, erklären wir hier.

Europas größter Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor.

Europas größter Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  Gläubige Juden weltweit feiern das achttägige Lichterfest Chanukka. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entzündete an Europas größtem Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor in Berlin am Sonntag das erste Licht an einem zehn Meter hohen Leuchter.

Doch was genau bedeutet Chanukka und warum ist das Fest in der jüdischen Kultur so wichtig? Das muss man wissen:

• Wann wird Chanukka gefeiert?

Der jüdische Festkalender orientiert sich am Mond. Das Lichterfest startet immer am 25. Tag des Monats Kislew, des neunten Monats im jüdischen Kalender, und dauert acht Tage.

2018 beginnt Chanukka daher am Abend des 2. Dezember und geht bis zum 10. Dezember.

Nicht nur Chanukka und Weihnachten fallen in diese Zeit – auch andere Religionen feiern am Jahresende.

• Was wird an Chanukka gefeiert?

Die Juden gedenken an Chanukka (hebräisch: Weihung) der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 165 vor der christlichen Zeitrechnung. Damals hatte es einen Aufstand der Makkabäer gegeben, der sich gegen hellenisierte Juden und makedonische Seleukiden richtete.

Mit dem Sieg der Makkabäer wurde der jüdische Tempeldienst wiedereingeführt. Vorher war es für die Juden verboten gewesen, religiöse Gebote zu befolgen oder die Tora zu lernen.

Der Überlieferung nach war in dem Tempel nur noch geweihtes Öl für einen Tag zu finden. Um neues geweihtes Öl herzustellen, brauchte es aber acht Tage. Trotzdem entschied man sich, den siebenarmige Leuchter, die Menora, zu entzünden – und er brannte ganze acht Tage lang.

• Wie wird Chanukka gefeiert?

An das Öl-Wunder erinnert der traditionelle achtarmige Leuchter Chanukkia. Während der acht Tage von Chanukka werden jeweils nach Sonnenuntergang von links nach rechts acht Kerzen angezündet – am ersten Tag eine Kerze, am zweiten Tag zwei Kerzen und so weiter – bis am achten Tag alle acht Kerzen brennen.

Entzündet werden sie mit einer Extra-Kerze, genannt Diener, die in der Mitte steht. Die Lichter müssen jede Nacht mindestens eine halbe Stunde lang brennen. Dazu werden Segen gesprochen und Lieder gesungen.

Chanukka ist ein Familienfest. Gemeinsam werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Kartoffelpuffer und Krapfen gegessen. Die Kinder bekommen Süßigkeiten oder Chanukka-Geld geschenkt.

(jha)