Prozess

Gruppenvergewaltigung von Schülerinnen: Täter kommen in Haft

Fünf junge Männer aus dem Ruhrgebiet sollen jahrelang Schülerinnen vergewaltigt haben. Die Täter wurden nun zu Haftstrafen verurteilt.

Einer der Angeklagten im Essener Gerichtssaal. Er lockte mit seinen Freunden Mädchen in Autos, sie mussten dann die Männer sexuell befriedigen.

Einer der Angeklagten im Essener Gerichtssaal. Er lockte mit seinen Freunden Mädchen in Autos, sie mussten dann die Männer sexuell befriedigen.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Essen.  Das Gericht sprach von „besonders abscheulichen Taten“: Nach einer Serie von Gruppenvergewaltigungen an Schülerinnen im Ruhrgebiet hat das Landgericht Essen fünf junge Männer verurteilt. Sie bekamen am Montag Jugend- und Haftstrafen zwischen drei Jahren und neun Monaten sowie sechs Jahren und drei Monaten.

Die Angeklagten haben laut Urteil zwischen August 2016 und Januar 2018 Schülerinnen unter einem Vorwand in ein Auto gelockt und anschließend an einsamen Orten vergewaltigt. Einige der insgesamt sechs Opfer waren zur Tatzeit erst 16 Jahre alt. Drei der Angeklagten hatten in dem Prozess Geständnisse abgelegt.

Gruppenvergewaltigung in NRW – das Wichtigste in Kürze:

  • Mehrere Männer haben Schülerinnen in Nordrhein-Westfalen in ein Auto gelockt und sie vergewaltigt
  • Die Taten sollen zwischen August 2016 und Januar 2018 stattgefunden haben
  • Die Angeklagten müssen jetzt in U-Haft

Mit sechs Jahren und drei Monaten Haft erhielt Gianni H. (20) die höchste Strafe. Sein 17 Jahre alter Bruder bekam fünf Jahre. Für ihn hatte Staatsanwältin Rebecca Henrich mit fast acht Jahren eine weit höhere Strafe beantragt. Das berichtete die „WAZ“.

Enrico F. (24) erhielt drei Jahre und neun Monate Gefängnis, Dean Martin L. (19) vier Jahre. Nuri E., der als erster Angeklagter bereits im Juli ein Geständnis abgelegt hatte, muss ebenfalls für vier Jahre in Haft.

Richter Volker Uhlenbrock warnte laut „WAZ“ davor, die Angeklagten als Monster zu sehen: „Sie sind natürlich auch Menschen.” Er habe auch an die Folgen für die Frauen erinnert, an ihre Ängste und Alpträume.

Täter nutzten Schutzlosigkeit der Mädchen aus

In der 25 Seiten umfassenden Anklage hatte die Staatsanwaltschaft von sieben erzwungenen Taten gesprochen, zu denen sich die fünf jungen Deutschen mit Schülerinnen trafen.

Dazu hätten Joshua E. aus Wuppertal, Gianni H. und sein Bruder aus Essen sowie die Gelsenkirchener Dean Martin L. und Enrico F. WhatsApp-Gruppen genutzt, um sich über Mädchen auszutauschen und Treffen zu planen.

In der Regel verabredete sich jeweils einer der Täter einzeln mit einem Mädchen. Die anderen jungen Männer kamen dann später nach. Gemeinsam fuhren sie mit den Frauen in abgelegene Waldgebiete, wo sie ihnen die Handys abnahmen. Die Opfer hatten die jungen Männer dann einen nach dem anderen sexuell befriedigen müssen. Laut Staatsanwaltschaft hatten die Angeklagten die Schutzlosigkeit der Schülerinnen in „perfider Art und Weise“ ausgenutzt.

Angeklagt waren sieben Fälle der Vergewaltigung. Die Dunkelziffer könnte laut den Ermittlern allerdings noch wesentlich größer sein. (jha/dpa)