Martinstag

St. Martin: Warum man am 11.11. singt und Laternen trägt

Der Heilige Martin wird von vielen als barmherziger Patron der Armen verehrt. Er lebte vor mehr als 1600 Jahren und wird noch heute gefeiert.

Selbstgebastelte Laternen gehören für viele zum Martinstag dazu.

Selbstgebastelte Laternen gehören für viele zum Martinstag dazu.

Foto: Felix Kästle / dpa

Berlin.  Am Martinstag gedenken Menschen dem Heiligen Martin von Tours, der einst seinen Mantel einem frierenden Bettler schenkte. Kinder ziehen durch die Straßen, tragen Laternen und singen Lieder. An der Spitze der Umzüge findet sich meist ein Schauspieler, der den barmherzigen Bischof verkörpern soll. Doch wer war der Heilige Martin? Und wann wird der Martinstag gefeiert?

Das sind die wichtigsten Fakten zu Sankt Martin.

Wann ist Sankt Martin?

Der Martinstag wird am 11. November gefeiert. An dem Tag wird des Heiligen Martins von Tours gedacht. In Thüringen, Österreich und Altbayern wird der Tag auch Martini genannt. Während der 11. November als Tag der Beerdigung des Heiligen im Jahr 397 nach Christus feststeht, werden die Feiern dazu nicht immer an diesem Tag begangen.

So werden Umzüge oft früher oder später veranstaltet, wenn in einer Stadt mehrere Schulen oder Kindergärten Veranstaltungen planen. In besonders protestantisch geprägten Regionen findet schon am 10. November ein Martinsumzug statt. Dieser ist dann auch Martin Luther gewidmet, der am 10. November geboren wurde.

Was bedeutet Sankt Martin und wer war der Heilige Martin?

Sankt Martin bzw. Martin von Tours war der dritte Bischof von Tours. Er wurde entweder im Jahr 316 oder 317 in der römischen Provinz Pannonia prima im heutigen Ungarn geboren. Aufgewachsen ist Martin in Pavia in Oberitalien.

Erst im Alter von 36 Jahren wurde er getauft – zehn Jahre später ließ er in Ligugé ein Kloster errichten und lebte später als asketischer Mönch. Im Jahr 372 wurde er zum Bischof von Tours geweiht.

Die bekannteste Überlieferung aus dem Leben Martins stammt aber aus seiner Zeit bei der Kaiserlichen Garde von Konstantin II. Während seiner Stationierung in in Amiens traf Martin an einem Wintertag einem armen nackten Mann am Stadttor. Martin, der selbst nur einen Militärmantel trug, soll seinen Umhang geteilt und eine Hälfte dem Bettler gegeben haben.

Martin starb am 8. November 397 im Alter von 81 Jahren im Ort Candes bei Tours. Am 11. November wurde er beigesetzt.

Ist Sankt Martin ein Feiertag?

Zwar wird der Heilige Martin von Katholiken, Protestanten, Anglikanern und Orthodoxen verehrt, doch ein gesetzlicher Feiertag ist der 11. November nicht.

Das sind bekannte Martinslieder

So wie die Umzüge mit Laternen gehören auch Martinslieder fest zum Tag des Heiligen Martin. Die Lieder werden von Kindern gesungen, wenn sie von Tür zu Tür ziehen und um Süßigkeiten der Bewohner bitten. Dabei sind besonders „Sankt Martin“, „Ich geh mit meiner Laterne“, und „Laterne, Laterne“ besonders bekannt. Wir zeigen die Lieder mit Text im Video:

YouTube: Kinderlied Sankt Martin im Video
YouTube: Ich geh mit meiner Laterne im Video
YouTube: Laterne Laterne im Video

Warum laufen Kinder mit einer Laterne durch die Straßen?

Laternen- oder Lichterumzüge sind ein herbstlicher Brauch, den es vor der Wende zum 19. Jahrhundert auch ohne Zusammenhang zum Martinstag gab. Gemein ist den Umzügen, dass Kinder nach Anbruch der Dunkelheit mit Laternen oder Fackeln durch den Ort ziehen und Singen oder Lärm machen. Im Rheinland breitete sich rund um das Jahr 1900 die heutige Form der Martinsumzüge aus; sie haben sich als Gedenkveranstaltung an Martin von Tours etabliert.

Werden überall in Deutschland Süßigkeiten an St. Martin verteilt?

Ähnlich wie an Halloween in den USA ziehen auch an St. Martin in Deutschland Kinder von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten. Doch nicht alle Deutschen haben diese Assoziation. Eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Yougov für den Lieferdienst Deliveroo zeigte dies.

45 Prozent der Umfrageteilnehmer verbinden Halloween mit dem Sammeln von Süßigkeiten, bei St. Martin waren dies nur 18 Prozent. Am weitesten verbreitet ist das Sammeln dabei in Nordrhein-Westfalen.