Ermittlungen

Mann missbraucht Neunjährige auf der Schultoilette

Ein 21-Jähriger soll in einer Augsburger Grundschule eine Neunjährige vergewaltigt haben. Eine Mitschülerin alarmierte einen Lehrer.

Der mutmaßliche Täter ging mit seinem Opfer auf die Toilette der Grundschule (Symbolbild).

Der mutmaßliche Täter ging mit seinem Opfer auf die Toilette der Grundschule (Symbolbild).

Foto: Diane Auckland / imago/Arcaid Images

Augsburg/Berlin.  Auf der Toilette einer Augsburger Grundschule soll am Dienstagmittag ein 21-jähriger Mann ein Mädchen sexuell missbraucht haben. Laut Polizei hielt sich der Mann unberechtigt in der Schule auf und sprach die Neunjährige an. Dann soll er mit dem Kind in die Mädchentoilette gegangen sein, wo er es sexuell missbraucht haben soll.

Eine Mitschülerin hörte nach ersten Ermittlungen das neunjährige Mädchen um Hilfe schreien und verständigte sofort einen Lehrer. „Dieser griff sofort ein, überwältigte den Mann und hielt ihn bis zum Eintreffen der alarmierten Polizeistreifen fest“, erklärte die Polizei.

Den Beamten zufolge handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 21-Jährigen aus dem Landkreis Augsburg. Er wurde festgenommen und wird noch am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt. Das Mädchen wird psychologisch betreut.

Immer wieder gibt es Vorfälle an Schulen

Eine Sprecherin des bayerischen Kultusministeriums in München sagte, dass Schulen solche aktuellen Vorfälle zum Anlass nähmen, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen. Seit 2002 gibt es in Bayern Vorschriften zum Schutz der Kinder vor Gefährdungen, auch für den Fall von Amokläufen.

Nach dem damals erarbeiteten Leitfaden sollen die Türen nach Schulbeginn verschlossen sein, auch eine Videoüberwachung des Eingang ist möglich. „Technische Sicherungsvorrichtungen sind kein Allheilmittel“, heißt es aber auch in dem Papier. Die Schulen in Bayern müssen ihre Konzepte kontinuierlich mit der Polizei überprüfen. In Augsburg war der mutmaßliche Täter wohl bei Schulende in das Gebäude gelangt.

Augsburgs Bildungsreferent Hermann Köhler sagte nach dem Vorfall der „Augsburger Allgemeinen“, dass Fremde zwar nichts in Schulen zu suchen hätten, es aber im laufenden Betrieb schwierig sei, sie zu identifizieren.

Die Lehrer seien immer angehalten, Unbekannte anzusprechen. Der CSU-Politiker sagte, solche Einzelfälle könnten nicht immer verhindert werden. „Ich weiß, dass die Sehnsucht danach da ist, aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht.“ In der Vergangenheit hatten sich Männer immer wieder in Deutschland in Schulen geschlichen, um Kinder zu missbrauchen. (jha/dpa)