Kirche

Ministerin Giffey empört über Papst-Aussage zu Abtreibung

Familienministerin Franziska Giffey kritisiert den Papst für seine Abtreibungs-Äußerung. Sie will den Frauen etwas anderes anbieten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Frauen Rat und Unterstützung geben.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Frauen Rat und Unterstützung geben.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Berlin.  Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat Papst Franziskus für seine Äußerungen zu Abtreibungen kritisiert. Keine Frau mache sich eine solche Entscheidung leicht, erklärte die SPD-Politikerin am Donnerstag. „Diese Frauen als Auftragsmörderinnen zu stigmatisieren, ist absolut inakzeptabel.“

Papst Franziskus hatte Abtreibungen am Mittwoch bei seiner Generalaudienz mit einem Auftragsmord gleichgestellt. „Das kann man nicht machen, es ist nicht gerecht, einen Menschen umzubringen, auch wenn er klein ist“, hatte er gesagt - und vom Redemanuskript abweichend hinzugefügt: „Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen.“

In seiner Ansprache vor den Gläubigen beschäftigte sich Franziskus mit dem Gebot, „Du sollst nicht töten“. Dabei beklagte der Pontifex zunächst die „Abwertung menschlichen Lebens“ durch „Kriege, Ausbeutung, Systeme, die alles dem Profit unterordnen und auch vor der Würde des menschlichen Lebens nicht Halt machen“ Dann kam er zum Thema Abtreibung . „Wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben vernichtet, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?“

Wenn Eltern die Diagnose einer schweren Behinderung ihres ungeborenen Kindes bekämen, bräuchten sie „wahre Nähe“ und Solidarität, um ihre Ängste zu überwinden. „Stattdessen bekommen sie hastige Ratschläge, die Schwangerschaft abzubrechen“, sagte Franziskus . Die katholische Kirche lehnt die Abtreibung als schwere Sünde grundsätzlich ab.

Berufsverband der Frauenärzte kritisiert die Aussage

„Anschuldigungen und Beleidigungen sind der falsche Weg“, kritisierte Giffey jetzt. Die Frauen brauchten vielmehr Rat, Hilfe und Unterstützung. Auch der Berufsverband der Frauenärzte reagierte empört. Frauenärzte kämen Frauen in einer Notlage zur Hilfe.

„Sie führen nicht etwa Schwangerschaftsabbrüche durch, weil sie gewissenlos sind, sondern weil sie sich gerade aus Gewissensgründen zu dieser Hilfe verpflichtet fühlen“, sagte Verbandspräsident Christian Albring dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. (dpa/msb)

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